# taz.de -- Croissant trifft Wuppi: Für mich bitte kein Kofferwortgebäck
> Hurra, unser Kolumnist hat das lange vermisste Bindeglied zwischen zwei
> Backwarentrends entdeckt: ein Aus-2-mach-1-Produkt mit peinlichem Namen!
(IMG) Bild: Der Crouppi. Noch bis Ende Oktober erhältlich
Es wäre schon eine bessere taz mit [1][Rosinenbrötchen], schrieb mir eine
Kollegin neulich, und natürlich hat sie recht. In unserem hauseigenen Café
gibt es als Morgengebäck nur Franzbrötchen und [2][Croissants], weswegen
ich aus Rosinenbrötchengründen manchmal bei der Bäckereikette Kamps lande.
Dort wird momentan noch ein anderes, zeitlich limitiertes Produkt beworben:
der Crouppi. Der – oder das? – will eine Mischung aus Croissant und Wuppi
sein, und ist damit nichts Geringeres als das lange vermisste Bindeglied
zwischen zwei schon viele Jahre existierenden Backwarentrends.
Ein Wuppi ist ein leicht süßes Quarkteiggebäck und zugleich ein prominenter
Vertreter von Trend 1: Bäckereiprodukte mit peinlichen Namen. Denn wenn
deutsche Bäcker ihre neuen Kreationen benennen müssen, werden sie dabei
leider oft so originell (im Sinne von „originelle Brille“ bei Männern mit
Midlife-Crisis), wie es im deutschen Handwerk sonst nur Friseursalons sind.
So liegen bei Kamps neben dem Wuppi noch der Roggster und der Fanblock aus,
anderswo warten Körnerbursche, Schokolino, Hefekrone … und all diese Wörter
sollen wir Kunden dann tatsächlich aussprechen. Deutlich näher dran am
Sprachgebrauch ist man da übrigens bei der Hipsterkette [3][„Zeit für
Brot“], wo es ein Käsedings gibt, und ja, „Geben Sie mir einfach dieses
Käsedings“, so würde ich tatsächlich bestellen.
Trend 2 hatte seine große Zeit vor über zehn Jahren, es handelt sich um
Kofferwortgebäcke, auch Hybrid Foods genannt. Es begann im Mai 2013, als
ein französischer Patissier in New York einen Donut aus Croissantteig
formte und ihn Cronut nannte. Nur zwei Monate später folgte in Melbourne
der Cruffin (Croissant/Muffin), und schon bald explodierte das Genre,
brachte Cragel, Croffle, Brookie und Wonut, Macaringue, Cretzel und Donnoli
hervor. In Berlin gab es ab 2015 eine regionale Variante, den Spluffin
(Splitterbrötchen/Muffin).
## Man kann ihn kaum würdevoll essen
Womit wir wieder beim Crouppi wären. Mit 3,90 Euro kostet er etwa so viel
wie ein Croissant und ein Wuppi zusammen, er ist dem Preis angemessen
riesig und leider furchtbar trocken. Da ist nichts übrig von der
fetttriefenden Fluffigkeit eines guten Croissants.
Das hat man bei Kamps wohl auch bemerkt und einfach noch eine Cremefüllung
hinein und eine fette Schokoglasur obendrauf gepackt; mit der
Aus-2-mach-1-Idee hat das nur noch bedingt zu tun. Weil die Füllung zudem
sehr großzügig bemessen, ein Crouppi aber enorm hoch ist, kann man ihn kaum
würdevoll essen. Es quillt an den Seiten heraus.
Bis Ende Oktober kann man den Crouppi bei Kamps noch kaufen. Beeilen Sie
sich nicht, damit Sie ihn verpassen!
14 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Michael Brake
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