# taz.de -- Wiesn-Wunsch von Christian Specht: „Es könnte aber sein, dass es mir dann doch nicht gefällt“
       
       > Im München läuft das Oktoberfest – und Christian Sprecht würde da sehr
       > gern mal hin. Alles würde ihm aber wahrscheinlich nicht passen auf der
       > Wiesn.
       
       Christian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für
       mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den
       Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im
       Vorstand der Lebenshilfe Berlin. Wenn er möchte, zeichnet er uns den
       „Specht der Woche“. 
       
       Das ist die Wiesn, das Oktoberfest in München. Die wurde jetzt das erste
       Mal von einem grünen Oberbürgermeister eröffnet, von Dominik Krause.
       
       Bei der Eröffnung schlägt der Bürgermeister immer ein großes Bierfass an.
       Das ist lustig! Aber Markus Söder dürfte es wahrscheinlich trotzdem nicht
       gefallen haben. Weil es ein Grüner gemacht hat. Wobei: Gegen die SPD hätte
       er ja vermutlich auch etwas gehabt.
       
       Auf dem Bild ist außerdem ein Maibaum. Der heißt zwar Maibaum, steht aber
       trotzdem auch noch auf dem Oktoberfest. Es sieht immer ganz toll aus, wenn
       so ein Maibaum auf einem Platz aufgestellt wird. Das ist eine tolle
       Tradition in Bayern.
       
       Die Bierkrüge finde ich auch toll, deswegen mussten die mit aufs Bild. Das
       Bier ist echt teuer geworden. Die Wirte verlangen jetzt wohl über 14 Euro
       pro Liter. Die Krüge muss man leider zurückbringen, obwohl sie so schön
       sind. Klauen sollte man sie lieber nicht. Wenn man erwischt wird, ist das
       sicher nicht schön.
       
       Mein Wunsch ist, mir das alles mal genau anzugucken, vielleicht als
       Geburtstagsgeschenk. Ich war nämlich noch nie auf der Wiesn, aber ich will
       wissen, wie es dort so ist. Es könnte aber sein, dass es mir dann doch
       nicht gefällt, wenn es ganz voll ist und viele Leute betrunken sind. Manche
       können sich dann nicht benehmen. Viele Frauen, die dort arbeiten, finden
       das sicher auch nicht gut, weil sie oft angegrabscht werden. Dabei wollen
       sie einfach nur Geld verdienen.
       
       Viel besser als das Grabschen sind Lebkuchenherzen. Ich hab auch schon
       welche geschenkt bekommen, aber alle bis auf eines gegessen. Was
       draufsteht, weiß ich nicht, aber es hängt bei mir in der Wohnung.
       Protokoll: Johannes Drosdowski
       
       27 Sep 2026
       
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