# taz.de -- Entscheidung über Olympia: München macht’s
> Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet sich gegen die
> Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region. Berlin hatte seine Bewerbung
> zurückgezogen.
(IMG) Bild: Passend zum Oktoberfest: München erhält den Zuschlag für die deutsche Olympiabewerbung
Der deutsche Sport bewirbt sich mit München als Austragungsort für die
Olympischen und paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die
Entscheidung fiel im Kurhaus von Baden-Baden bei der außerordentlichen
Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).
Bei der dortigen Abstimmung setzte sich die bayerische Landeshauptstadt
gegen die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum durch. Berlin als dritter
verbliebener Bewerber hatte sich drei Tage vor der Entscheidung [1][selbst
aus dem Rennen genommen], Hamburg bereits nach einem Volksentscheid Ende
Mai.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete das Ergebnis am frühen
Samstagnachmittag live während einer ARD-Übertragung. Abgestimmt hatten die
Delegierten der DOSB-Mitgliederverbände schon vor zwölf Uhr.
In Berlin hatte sich die dortige, bisher von CDU und SPD getragene
Landesregierung große Hoffnungen gemacht, mit der internationalen
Strahlkraft der Stadt das Rennen zu machen. Als Medal Plaza, als Platz der
Siegerehrungen, war die Fläche vor dem Brandenburger Tor als weltweit
bekanntem Wahrzeichen vorgesehen.
## Einfluss der Berliner Landtagswahl
Nach der Wahl zum Berliner Landesparlament am vorigen Sonntag wurde
allerdings eine neue Koalition möglich, in der zwei von drei Partnern,
Linkspartei und Grüne, eine Olympiabewerbung klar abgelehnt hatten – bei
den Grünen im Gegensatz zu ihren Parteifreunden in München und
Nordrhein-Westfalen. Allein die SPD als dritter Partner stand dahinter.
Allerdings gab es auch bei den Sozialdemokraten Gegenwind.
Dass die Landesregierung den Berlinern [2][ein Ja oder Nein zu Olympia in
einem Volksentscheid] zur Abstimmung vorgelegt und damit im Erfolgsfall
jede mögliche Landesregierung gebunden hätte, sah die Landesverfassung
nicht vor. Sowohl in Hamburg als auch in München auf Gemeindeebene oder den
beteiligten Städten der Rhein-Ruhr-Region war das anders, dort gab es
Abstimmungen.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zog die Bewerbung
daraufhin zurück. Nach seiner Darstellung hätten zuvor pro Berlin
eingestellte Sportverbände nach der Wahl klargemacht, dass sie vor dem
neuen politischen Hintergrund Berlin in Baden-Baden nicht unterstützen
würden.
Am Dienstag war allerdings auch das Ergebnis einer Evaluation der
Bewerberstädte durch eine DOSB-Kommission bekannt geworden. Dabei schnitt
Berlin deutlich schlechter ab als München und die Rhein-Ruhr-Region. Aus
Sicht der Berliner Verantwortlichen hätte das die Sportverbände nicht
beeinflusst – entscheidend soll allein eine [3][mögliche neue
Landesregierung unter Führung der Linkspartei] gewesen sein. Kritiker der
Absage hielten Wegner und seinen Mitstreitern vor, damit nur eine beim DOSB
nicht überzeugende Bewerbung kaschieren zu wollen.
26 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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