# taz.de -- Transplantationsgesetz im Bundestag: Organspende – Zustimmung oder Widerspruch?
       
       > 250 Abgeordnete meinen, dass sich bei der Organspende etwas ändern muss.
       > Worum es dabei geht und was in der Lesung am Donnerstag besprochen wird.
       
 (IMG) Bild: Kann lebensrettend sein und ist schwer zu bekommen: Organspende
       
       epd | Vor der ersten Lesung im Bundestag über eine mögliche Neuregelung der
       Organspende äußern sich die Befürworter der sogenannten
       Widerspruchsregelung zuversichtlich. Die finale Abstimmung sei zwar erst
       für Ende des Jahres geplant, sagte die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar, eine
       der Initiatorinnen des Gesetzentwurfs, der „Augsburger Allgemeinen“
       (Donnerstag). Die Abgeordnetengruppe bekomme aber „viele wohlwollende
       Rückmeldungen“. „Auch von Abgeordneten, die sich [1][beim letzten Mal] noch
       deutlich gegen die Widerspruchsregelung positioniert haben“, fügte sie vor
       der ersten Parlamentsberatung am Donnerstag hinzu.
       
       [2][Bei der Widerspruchsregelung] würde jeder nach seinem Tod Organspender,
       der einer Entnahme zu Lebzeiten nicht widersprochen hat. Die Befürworter
       dessen erhoffen sich, dass es dann mehr Spenderorgane in Deutschland gibt,
       die derzeit häufig fehlen. Aktuell muss für eine Organspende eine
       ausdrückliche Zustimmung des Verstorbenen oder seiner Angehörigen
       vorliegen.
       
       Ein ähnlicher Gesetzentwurf einer fraktionsübergreifenden Gruppe zu einer
       Neuregelung war 2020 gescheitert. „Alles in allem nehme ich im Parlament
       aber mehr Offenheit gegenüber der Widerspruchsregelung wahr als beim
       letzten Mal“, sagte die Ärztin Dittmar. Mehr als 250 Abgeordnete hätten den
       Entwurf unterzeichnet. „Für eine Mehrheit bräuchten wir 316“, fügte sie
       hinzu. Es gebe noch weitere Abgeordnete, die Zustimmung signalisiert
       hätten.
       
       ## Ablehnung der AfD erwartet
       
       „Das muss aber nichts heißen“, sagte Dittmar der Zeitung: „Beim letzten Mal
       hatten wir auch deutlich mehr Unterschriften, am Ende stimmte die Mehrheit
       trotzdem gegen die Widerspruchsregelung.“ Hinzu komme, dass die AfD den
       Entwurf wohl nahezu geschlossen ablehne. „Das allein sind etwa 150
       Abgeordnete“, erläuterte die SPD-Politikerin.
       
       Auch die Gegner der Widerspruchslösung wollen keine Prognose über den
       Ausgang der Abstimmung abgeben. „Es gibt in dieser Frage sehr viele
       unentschlossene Abgeordnete, deshalb ist das Ergebnis völlig offen“, sagte
       der CDU-Abgeordnete Michael Brand, einer der Initiatoren des Gegenantrags.
       
       Der Sozialverband Deutschland begrüßte die Initiative für eine neue
       Regelung. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sagte der in
       Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstag), Tausende Menschen
       würden auf ein lebensrettendes Organ warten. „Und jeder von uns kann morgen
       schon selbst auf der Warteliste stehen“, fügte sie hinzu. Daher sei es
       „gut, dass durch den Impuls der [3][Parlamentarier nun die Debatte wieder
       Fahrt aufnimmt]“.
       
       24 Sep 2026
       
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