# taz.de -- Angeklagter Influencer Clavicular: Misogynie in Form der perfekten Jawline
> Looksmaxxing-Influencer Clavicular ist wegen Vergewaltigung angeklagt.
> Hinter dem Optimierungstrend stecken Sexismus, Rassismus und rechte
> Ideologien.
(IMG) Bild: Looksmaxxing-Influencer Braden Peters alias Clavicular
Überraschung: Ein Mann, der im Internet Frauenverachtung, rassistisches und
eugenisches Gedankengut unter dem Deckmantel der Selbstoptimierung
verkauft, soll seine misogynen Fantasien mutmaßlich auch offline umgesetzt
haben. Der US-amerikanische [1][Looksmaxxing-Influencer] Braden Peters
alias Clavicular wird in Massachusetts wegen Vergewaltigung angeklagt.
Nach Angaben der damals 17-jährigen Aleksandra Mendoza, online bekannt als
Alorah Ziva, habe Peters sie bei einem Besuch im Haus seiner Familie auf
Cape Cod im Mai 2025 dazu ermutigt, Alkohol zu trinken. In der Nacht habe
er Sex mit ihr gehabt, obwohl sie zu betrunken gewesen sei, um
einzuwilligen. Am nächsten Morgen habe er sie erneut vergewaltigt, so
Mendoza. Peters äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Am 14. Oktober
soll er dem Bezirksgericht Orleans vorgeführt werden.
Der Influencer gilt als wichtige Figur der Looksmaxxing-Szene. Was einst
als Onlinesubkultur in den Tiefen misogyner Incel-Foren („involuntary
celibate“) begann, dominiert inzwischen die For You Pages Millionen junger
Nutzer*innen. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen harmlosen
Trend, bei dem es [2][um radikale Selbstoptimierung des männlichen
Erscheinungsbildes] geht.
Dafür nehmen Looksmaxxer einiges in Kauf: Beim „Bonesmashing“ schlagen sie
sich mit Hämmerchen auf Kiefer- oder Wangenknochen, um durch Mikrofrakturen
markantere Konturen zu erreichen, beim „Hardmaxxing“ greifen sie zu
kosmetischen Eingriffen und Operationen. Der 20-jährige Clavicular zeigt
seinen mehr als 1 Million Followern auf Instagram und Tiktok, wie sie
„aufsteigen“, also attraktiver werden können, etwa mit Steroiden zum
Muskelaufbau oder Crystal Meth, um den Appetit zu unterdrücken.
## Unharmonische Gesichtszüge der „Untermenschen“
Das Maxxing filmen die Influencer und laden es in den sozialen Medien hoch,
wo Gesicht und Körper in völkisch-eugenischer Manier in Winkelgrade und
Symmetriewerte zerlegt und nach Qualität beurteilt werden. Personen mit
unharmonischen Gesichtszügen gelten in der Szene als „Untermenschen“.
Die biologistische Inszenierung des „stählernen“ Körpers geht Hand in Hand
mit neofaschistischen und Alt-Right-Ideologien. Auch Braden Peters steht
rechtsextremen Manosphere-Influencern wie Andrew Tate oder dem
rechtsextremen US-Aktivisiten Nick Fuentes nahe. In einem Video vom Januar
2026 tanzt Peters mit rechten Influencern, darunter Tate, in einem
[3][Nachtklub zu Kanye Wests antisemitischem Song „Heil Hitler]“; in den
Aufnahmen sind Hitlergrüße zu sehen.
Die Fixierung auf körperliche Optimierung ist zudem durchzogen von
Sexismus. Dahinter steckt die Überzeugung: Männer, die körperlich überlegen
sind, haben mehr Status und Macht und können Frauen besser unterdrücken.
Die Vorwürfe gegen Peters sind bislang nicht erwiesen. Das liegt nun in der
Hand von Gerichten. Doch sein Frauenhass ist öffentlich dokumentiert,
Millionen Menschen ziehen ihn sich täglich rein. Patriarchale Gewalt
beginnt eben nicht erst mit Vergewaltigung oder Femiziden, sondern auch
schon mit Darstellungen in sozialen Medien. Damit umzugehen liegt auch in
der Hand der Gesellschaft.
23 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lilly Schröder
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