# taz.de -- UN-Hochseeschutzabkommen: Deutschland ist wichtigem Umweltabkommen beigetreten
> Schutzgebiete, nachhaltige Nutzung, gerechte Verteilung der Ressourcen –
> das UN-Hochseeabkommen gilt als Meilenstein für den Schutz der Ozeane.
(IMG) Bild: Finnwale unterwegs: Das Abkommen soll die Möglichkeit bieten, Schutzgebiete auf hoher See auszuweisen
Deutschland ist dem Hochseeschutzabkommen der Vereinten Nationen
beigetreten. Am Dienstag hatte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD)
dazu eine Ratifizierungsurkunde bei den UN hinterlegt und damit den
Beitritt besiegelt. [1][Schneider bezeichnete das Abkommen als „den größten
internationalen umweltpolitischen Erfolg der letzten Jahre“.] Die
Hinterlegung der Urkunde erfolgte am Rande der Generaldebatte der
UN-Vollversammlung, zu der Schneider nach New York gereist war.
Bisher gab es für die Hochsee keine einheitlichen Umweltregeln – das
Abkommen bietet nun erstmals die Möglichkeit, auf der hohen See
Schutzgebiete auszuweisen. Deutschland arbeite „bereits jetzt gemeinsam mit
Partnern in Afrika, Südamerika und Asien daran, schon bald erste
Meeresschutzgebiete auszuweisen“, erklärte Schneider.
Das erste UN-Hochseeschutzabkommen war nach jahrelangen Verhandlungen im
Januar 2026 in Kraft getreten. Es soll die Weltmeere, ihre vielen
verschiedenen Lebensräume und Artenvielfalt schützen. Für sein
Inkraftsetzen musste es von mindestens 60 Staaten ratifiziert werden.
Mittlerweile haben mehr als 94 der 145 Staaten, die das Abkommen
unterzeichnet haben, es auch ratifiziert. Deutschland gehörte zwar zu den
ersten Unterzeichnerstaaten, die Ratifizierung stand bislang aber noch aus.
Die Bundesregierung hatte im Frühjahr mit dem Hochseeschutzgesetz [2][die
nötige Voraussetzung für die Umsetzung des UN-Abkommens auf nationaler
Ebene geschaffen]. Das UN-Hochseeschutzabkommen sowie das
Hochseeschutzgesetz werden 30 Tage nach dem Beitritt, also am 21. Oktober,
für deutsche Akteure verbindlich. Dann müssen sich etwa Schiffe unter
deutscher Flagge oder auch deutsche Hochseeforscher an die Regeln des
UN-Abkommens halten.
„Mit der wichtigen und überfälligen Ratifizierung des Abkommens übernimmt
Deutschland Verantwortung für den Schutz der Meere“, kommentiert die
Umweltorganisation Greenpeace den Beitritt. Diese müsse die Bundesregierung
auf der ersten Meeres-COP im Januar 2027 auch wahrnehmen. Die Ozeane
brauchten konkrete Schritte: starke Schutzgebiete, klare
Finanzierungszusagen und eine enge internationale Zusammenarbeit. (Mit
Material der Nachrichtenagentur AFP)
23 Sep 2026
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(DIR) Lilly Mayer
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