# taz.de -- Die Wahrheit: Das fleißige Stahlbienchen
       
       > Schurken, die die Welt beherrschen wollen – heute: Bärbel „Bullibulli“
       > Bas, Arbeitsmaterialistin.
       
 (IMG) Bild: Schöpft aus dem Vollen der Ämter: Bärbel Bas
       
       Das Leben ist ein langes Fließband und jeder Tag ein Werkstück, das es zu
       schleifen und zu schweißen gilt. Niemand hat das besser intus als Bärbel
       Bas, die als Bundesministerin für Arbeit und Soziales an der höheren
       Berufsfachschule für Technik in Dinslaken leibhaftig das Schweißen gelernt
       hat und nicht nur einen U-Stahl feilen kann, sondern weiß, was das ist und
       heißt.
       
       Nämlich: Jeden Abend einen ausgequetschten Körper und überall schwarze
       Hände – und das nicht bloß vom Austauschen der Druckerpatronen in ihrem
       Büro als Leiterin der Abteilung Personalservice, ebenwelcher Posten 20
       Jahre nach ihrer Ausbildung 1987 zur Bürogehilfin bei der Duisburger
       Verkehrsgesellschaft ihr 2007 bei der Betriebskrankenkasse BKK futur
       serviert wurde.
       
       Zwei Jahre lang füllte sie ihren Gehilfinnenjob aus – bis sie sich 1988 in
       die Co-Vorsitzende der Bundes-SPD verwandelte. Stopp, 1988 trat Bärbel Bas
       noch unbeämtert in die SPD ein, und es war 2009, als das taufrisch zur
       Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei der Betriebskrankenkasse gewählte
       Mitglied der Falken von 1987 in den Bundestag vorrückte, damit das klar
       ist.
       
       Fleiß, Ausdauer, Leistung, Durchsetzungsvermögen, Ehrgeiz – das alles
       brauchte sie, weil’s 1986, stopp: 1968 mit den Eltern bei der Geburt
       gehapert hatte. Statt mit einem goldenen Löffel im Mund und einem
       Karriereschlüssel in den Windeln wurde sie mit einem Busfahrer als Vater
       und einer Hausfrau als Mutter geboren und musste sich aus eigener Kraft von
       1994 bis 1997 zur Sozialversicherungsfachangestellten hochschrauben.
       
       ## Feind in Anzügen
       
       Als Hauptschülerin mit Fachhochschulreife weiß das Mitglied der
       Parlamentarischen Linken seit fast 60 Jahren, dass sich der Feind hinter
       Maßanzügen verbarrikadiert und lässt als stellvertretende
       Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag und Mitglied im Sprecherkreis der
       Ruhr-SPD auf ihrer Harley-Davidson ordentlich Dampf ab, wozu sie als
       Verdi-Gewerkschafterin ebenso Grund hat wie als Mitglied des MSV Duisburg
       in der 3. Liga.
       
       Daneben sitzt Bärbel Bas seit ihrer Fortbildung zur
       Krankenkassenbetriebswirtin 2002 im Gesundheitsausschuss in Berlin und
       engagiert sich als Trägerin des Großkreuzes des Verdienstkreuzes, pardon:
       des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Rat der Stadt
       Duisburg für die Jugend- und Gesundheitspolitik und als Präsidentin des
       Deutschen Bundestags von 2021 bis 2025, die auch als Mitglied im
       Aufsichtsrat der Hüttenwerke Krupp Mannesmann sowie der
       Johannes-Rau-Gesellschaft alles auseinanderzuhalten weiß, ohne sich zu
       vertüdeln.
       
       Zu viel ist nie genug! Bärbel Bas sagt niemals nein, wenn es anpacken
       heißt, ob im Präsidium des Fördervereins Universität Duisburg-Essen oder
       bei den Bundestags-Makkabäern; und ob Welthungerhilfe, Hope’s Angel
       Foundation oder Frauen helfen Frauen, Frau Bas wuppt alles, wie sie es als
       Arbeiterkind eingetrichtert bekommen hat.
       
       Glaubwürdigkeit kann man nicht billig kaufen oder erben wie die Betuchten!
       Nein, man muss etwas leisten als Mitglied der Deutschen Welthungerhilfe wie
       als Mitglied des Bauvereins Salvatorkirche und sich im Abendstudium von
       2005 bis 2007 zur Personalmanagement-Ökonomin mausern!
       
       ## Tochter der Tafel
       
       Eine Arbeitertochter packt rund um die Uhr an. Als Mitglied der Duisburger
       Tafel/Obdachlosenhilfe und Trägerin des Großkreuzes des Ordens de Isabel la
       Católica nicht ausgelastet, macht sie sich nützlich für den Bürgerverein
       Neudorf, kneift nicht als Schirmherrin der Bahnhofsmission Duisburg und
       hält als Bundestagspräsidentin auch bei Wildwasser Duisburg, der
       Beratungsstelle zu sexueller Gewalt, die Stellung in der NRW-Landesgruppe
       der Bundestags-SPD.
       
       Bärbel Bas hat Nerven wie aus Hartgummi und steht ihre Frau in der AWO
       Duisburg ebenso wie in der Aids-Hilfe Wesel und der Karnevalsgesellschaft
       Rote Funken, amtiert als Mitglied des Bürgervereins
       Gustav-Heinemann-Förderpreis der SPD wie als Klinikumsmitglied des
       Kuratoriums Duisburg, hilft den Zebrakids im Unterbezirksvorstand der
       Duisburger Sozialdemokraten als stellvertretende Vorsitzende des
       Sportvereins Malteser Hospiz St. Raphale in der Jugendabteilung von
       Friedrich Möllen und behält noch als Schirmherrin der
       Glückauf-Ebert-Stiftung allblick die Überzeit.
       
       Je länger die Liste wuchert, desto deutlicher springt es ins Gesicht:
       Während die hohen Leistungsträger unserer Gesellschaft, im himmelweiten
       Unterschied zu den Faulpelzen an der Supermarktkasse oder im Blaumann, für
       Wohlstand sorgen, verplempert die Trägerin des Ordens des Fürsten Jaroslaw
       des Weisen dritter Klasse und Oberschurkin Bärbel Bas ihre Zeit damit, die
       Privilegien der Arbeiter und Angestellten, Rentner und Sozialhilfeempfänger
       wasserdicht zu verlöten. Kein einziger Tropfen ihres süßen, 200 Milliarden
       Euro schweren Etats geht an die Spitzen und Blüten unserer Gesellschaft!
       Bärbel Bas macht eben viel, aber nichts falsch.
       
       23 Sep 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Köhler
       
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