# taz.de -- WNBA nach der Basketball-WM: Doubles, Triples und Dunkings
       
       > Wenige Tage nach der Basketball-WM in Berlin startet die WNBA in die
       > heiße Phase vor den Playoffs. Und ihre Stars spielen, als wäre nichts
       > gewesen.
       
 (IMG) Bild: Kaum Erholungspause nach der WM? Für Angel Reese (links) kein Problem
       
       Drei Tage. So lange hatten die 27 WNBA-Spielerinnen aus Deutschland,
       Frankreich, Spanien und den USA gerade mal Zeit, um sich von der
       Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin zu erholen. Sieg oder Niederlage zu
       verarbeiten, zu regenerieren, mit dem Jetlag fertig zu werden. Und das
       alles vermutlich nicht einmal richtig, denn nach der Ankunft in den USA am
       Montag musste bald wieder für die Spiele am Wochenende trainiert werden.
       
       Knappe drei Wochen lang hatte die WNBA eine Pause eingelegt, damit unter
       anderem [1][die deutschen Spielerinnen] Nyara Sabally, Frieda Bühner,
       Leonie Fiebich, aber natürlich auch der komplette Kader des US-Teams bei
       der Weltmeisterschaft mitspielen können. Mehr Zeit war dann aber nicht
       drin, seit vergangenem Donnerstag läuft die Season wieder weiter. Die
       Endphase der Regular Season steht an und hier fällt die Entscheidung,
       welche Teams es in die Playoffs schaffen. Heißt: vier wichtige Spiele in
       nur einer Woche. Pro Team versteht sich.
       
       Kein Problem für Stars wie Breanna Stewart, die mit Leonie Fiebich bei New
       York Liberty spielt. Gerade hatte sie noch (zum vierten Mal) die
       Goldmedaille umgehangen bekommen, schon steht sie am Freitag wieder fast
       das komplette Spiel auf dem Parkett und macht ein Double-Double – 24
       Punkte, 10 Rebounds. War da was zwischendurch in Berlin passiert?
       
       Für die US-Topstars aus der stärksten Basketballliga der Welt scheint das
       Turnier in Berlin wenige Tage später nur ein kleiner Trainingsausflug nach
       Europa gewesen zu sein. Bei dem man sich [2][kurz noch eine Goldmedaille
       abholt]. Und dabei vermutlich kaum mitbekommt, dass die vollen Hallen, die
       Atmosphäre rund um das Turnier, ja der kurze Hype des Frauenbasketballs in
       den vergangenen Wochen in Deutschland, eigentlich ganz [3][fernab der
       Basketball-Normalität hierzulande steht].
       
       ## Volle Hallen und lauter Rekorde
       
       In der WNBA hingegen ist eine volle Arena wie zum WM-Finale mittlerweile
       jedes Spiel-Wochenende Realität. Ja, vermutlich werden die meisten
       US-Spielerinnen das Turnier – wenn sie denn dazu Zeit hatten – eher
       belächelt haben. Über 12.000 verkaufte Tickets pro Spiel? In der WNBA sind
       15.000 Zuschauern pro Spiel mittlerweile normal. Merchstände, Show zur
       Halbzeitpause, Interviews nach dem Spiel? Standard. Schnelles Spiel, hohe
       Trefferquoten, Ergebnisse mit über 100 Punkten? In der WNBA keine
       Seltenheit mehr, fallen dort mittlerweile sogar die ersten Dunkings, etwas,
       was es im Frauenbasketball lange nicht gab.
       
       Seit einigen Jahren überschlagen sich die Rekorde in der WNBA geradezu. So
       ist es Angel Reese dieses Wochenende als allererste Spielerin in der
       Geschichte der WNBA gelungen, 500 Rebounds in nur einer einzigen Saison zu
       holen. Und dann ist da noch der Triple-Double Rekord von Alyssa Thomas; 28
       Mal hat sie es bislang geschafft, in einem Spiel zweistellig zu punkten
       sowie eine zweistellige Anzahl an Rebounds und Assists zu zählen. Etwas,
       was bis vor wenigen Jahren wirklich sehr selten vorkam im Frauenbasketball.
       
       Alyssa Thomas war bei der WM übrigens nicht dabei. Sowie auch Superstar
       A’ja Wilson nicht, die mit ihren 30 Jahren, „auf ihren Körper achten“
       müsse, und wenn sie nicht hundertprozentig dabei sein könne, das Gefühl
       habe, dass sie nicht nur ihre Teamkollegen im Stich lasse, sondern auch
       „dieses USA-Trikot“. Dieses ging stattdessen an den Nachwuchs, an Qualität
       büßte das Team dadurch nicht ein.
       
       Nach ihrer Rückkehr vom „kleinen“ Turnier in Berlin wirft Angel Reese, die
       zum ersten Mal bei einer WM gespielt hat, auch direkt mal 30 Punkte für
       Atlanta Dream. Und Caitlin Clark macht einen Tag später 28 Punkte für
       Indiana Fever, plus 14 Assists obendrauf. Nur drei Tage Pause nach der WM?
       Easy.
       
       20 Sep 2026
       
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