# taz.de -- Zusatzbeiträge und Gesundheitskarte: Linnemann mit Machtwort
       
       > Gesundheitssystem und Bürokratie: Krankenkassen sollen künftig wieder
       > über Beitragserhöhungen informieren müssen. Chipkartentourismus wird
       > kritisiert.
       
 (IMG) Bild: Alle Gesundheitskarten dabei?
       
       afp/taz | Krankenkassen sollen künftig wieder über Beitragserhöhungen
       informieren müssen. „Beitragssätze sind entscheidende Informationen für die
       Versicherten“, sagte Bundesgesundheitsminister [1][Carsten Linnemann (CDU)
       der Rheinischen Post.] „Die Krankenkassen sollten ihre Mitglieder auch in
       Zukunft individuell informieren müssen, etwa digital per Krankenkassen-App
       oder schriftlich.“
       
       Diese Informationspflicht war erst in diesem Jahr im Zuge der
       Krankenkassenreform, die Linnemanns Vorgängerin Nina Warken (CDU)
       angestoßen hatte, abgeschafft worden. Für die Kassen sollte so Bürokratie
       abgebaut werden. Verbraucherschützer hatten dies kritisiert, denn bei einer
       Beitragserhöhung besteht für Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, das
       auch weiterhin nur bis Ablauf des Monats der Anhebung gilt.
       
       „Wer mehr bezahlen soll, muss darüber direkt von seiner Krankenkasse
       informiert werden“, sagte die Chefin des Verbraucherzentrale
       Bundesverbandes, [2][Ramona Pop, der Rheinischen Post]. „Nur dann können
       Versicherte ihr Sonderkündigungsrecht wahrnehmen und prüfen, ob sich ein
       Wechsel lohnt.“
       
       ## Jede Sekunde zählt
       
       Auch andere Bürokratieprobleme werden kritisiert. Private Pflegeanbieter
       haben sich über den hohen Zeitaufwand dafür beschwert, Versichertenkarten
       von Pflegebedürftigen immer wieder zum Einlesen in Arztpraxen bringen zu
       müssen. Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer
       Dienste, Bernd Meurer, sagte der Deutschen Presse-Agentur, jede verfügbare
       Minute werde gebraucht, um die steigende Zahl Pflegebedürftiger zu
       versorgen. „[3][Den Irrsinn, Pflegekräfte stundenlang in Arztpraxen] warten
       oder Versichertenkarten herumfahren zu lassen, kann sich Deutschland
       schlicht nicht mehr leisten.“
       
       20 Sep 2026
       
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 (DIR) [3] https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/pflegeverband-kritisiert-egk-irrsinn/
       
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