# taz.de -- ZDF-Kindernachrichten „Logo“: Kika ändert Plan nach AfD-Interview
       
       > Nach Kritik an dem von einer Schülerin geführten Interview mit
       > AfD-Politiker Siegmund reagiert das ZDF. Für die Wahl in
       > Mecklenburg-Vorpommern soll es besser laufen.
       
 (IMG) Bild: Bernd das Brot, scheinbar das Antiautoritäre gegen Konzept zur Nachrichtensendung Logo
       
       Nach Kritik an einem Interview der [1][ZDF-Kindernachrichten „Logo“] mit
       AfD-Politiker Ulrich Siegmund vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zieht
       der Sender Konsequenzen: Das entsprechende Konzept für die bevorstehende
       Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wird geändert.
       
       Siegmund war für „Logo“ von einer Landesschülersprecherin interviewt
       worden. In Mecklenburg-Vorpommern sollten zunächst ebenfalls die
       Spitzenkandidaten – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig für die SPD und
       [2][AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult] – von Mitgliedern der
       Landesschülervertretung befragt werden.
       
       Wie das ZDF mitteilte, wurde Schult nun aber am 8. September von einer
       „Logo“-Redakteurin befragt. Das Interview mit Schwesig hatte dagegen noch –
       wie geplant – eine Vertreterin des Landesschülerrats Mecklenburg-Vorpommern
       geführt. Es fand bereits vor der Ausstrahlung des Siegmund-Interviews am
       29. August statt.
       
       Anders als bei der „Logo“-Wahlberichterstattung zu Sachsen-Anhalt sollen
       die Gespräche mit Schwesig und Schult überdies nicht mehr komplett im
       Internet veröffentlicht werden. „Die Aussagen aus den Interviews werden in
       einem redaktionellen Beitrag [3][eingeordnet]“, kündigte das ZDF an.
       
       ## Zahlreiche Beschwerden
       
       Die von Schülervertretern geführten Interviews im Vorfeld der Wahlen
       „sollten die Perspektive junger Menschen sichtbar machen und Fragen aus
       ihrer Lebenswelt in den Mittelpunkt stellen“, so das ZDF auf Anfrage der
       Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Im Nachhinein müssen wir
       feststellen, dass das gewählte redaktionelle Konzept nicht angemessen war.“
       Daher sei das Konzept geändert worden.
       
       Nach Ausstrahlung des Siegmund-Interviews waren beim ZDF zahlreiche
       Programmbeschwerden eingegangen. Am Montag gab es dazu eine Telefonschalte
       mit Vertretern des ZDF-Fernsehrats. Die Initiative Campact startete zudem
       eine Petition mit dem Tiel „Keine Bühne für Rechtsextreme bei Logo“, die
       bislang von mehr als 300.000 Menschen unterschrieben wurde.
       
       „Die Redaktion dankt den Zuschauerinnen und Zuschauern für ihre wichtigen,
       ausführlichen und teilweise sehr persönlichen Rückmeldungen“, erklärte dazu
       das ZDF. Über die offiziellen Programmbeschwerden soll jetzt der
       ZDF-Fernsehrat entscheiden.
       
       DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster sagte zu der Entscheidung: „Dass
       'Logo!’ vor der Wahl in Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund eine halbe Stunde
       hat schwadronieren lassen, hat zu Recht für viel Unmut gesorgt. Gut, dass
       sich das für Mecklenburg-Vorpommern nicht wiederholt.“ Die perfide
       Medienstrategie der AfD erfordere journalistische Profis. „Das ist gerade
       gegenüber jüngeren Zuschauenden unverzichtbar.“ (kna, taz)
       
       17 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.logo.de/
 (DIR) [2] https://www.sueddeutsche.de/politik/afd-mecklenburg-vorpommern-landtagswahl-schult-li.3540186
 (DIR) [3] /AfD-Mecklenburg-Vorpommern/!6213575
       
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