# taz.de -- US-Notenbank Fed erhöht Leitzins: Donald Trump ist selbst schuld an hohen Zinsen
> Die US-Notenbank Fed hat erstmals seit 2023 die Zinsen angehoben. Sie
> will so die Inflation bekämpfen, die wegen des Irankrieges hoch ist.
(IMG) Bild: Die Federal Reserve (Fed) muckt auf gegen Trump: Notenbankchef Kevin Warsh auf einem Bildschirm an der New York Stock Exchange
Donald Trump hatte am Mittwochabend mal wieder Anlass zum Poltern. „Die
Zinsen sollten in den USA bei 1 Prozent oder niedriger liegen, weil wir mit
Abstand die beste Bonität haben“, behauptete [1][der US-Präsident] in
seinem sozialen Netzwerk. „Senkt die Zinsen für die USA! Schnell!“
Nur zu dumm, dass jene, die in den USA für die Höhe der Zinsen zuständig
sind, gerade genau das Gegenteil gemacht haben. Die 12 Mitglieder des
Offenmarktausschusses der US‑Notenbank Fed beschlossen am Mittwoch erstmals
seit Juli 2023 eine Anhebung der US-Leitzinsen. Sie hoben sie um 0,25
Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Die
US-Notenbank begründete dies mit der anhaltend hohen Inflation in den
Vereinigten Staaten.
Im August lag die Teuerungsrate in den USA bei 3,4 Prozent. Und die Fed
geht davon aus, dass sie nicht so schnell sinken wird. Sie rechnet aktuell
damit, dass sie dieses Jahr bei insgesamt 3,7 Prozent liegen wird. „Fakt
ist schlicht, dass die Inflation zu hoch ist, und das schon viel zu lange“,
begründete der neue Fed-Chef Kevin Warsh den Zinsschritt. Wie die
[2][Europäische Zentralbank (EZB)] strebt die US-Notenbank eine
Teuerungsrate von 2 Prozent an, muss aber gleichzeitig auch die Lage auf
dem Arbeitsmarkt beachten. Doch der hat sich relativ robust entwickelt.
Mit der Zinsanhebung wendet sich die Notenbank auch unter ihrem neuen Chef
gegen den US-Präsidenten. Warsh wurde erst im Mai zum Fed-Chef ernannt. Er
folgte auf Jerome Powell, der ebenfalls von Trump auf den Posten gehoben
worden war, aber schnell beim US-Präsidenten in Ungnade fiel, weil er
seiner Forderung nach niedrigen Zinsen nicht nachgeben wollte. Dabei
beschimpfte Trump Powell auch als „Dummkopf“ und „Loser“. Doch Powell ließ
die Drohungen und Schmähungen an sich abperlen.
## US-Schuldenberg über 40 Billionen Dollar
Auch unter Warsh versucht Trump offen, in die Entscheidung der Notenbank
einzugreifen. „Senkt die Zinsen oder ich breche den Handel mit Ländern ab,
mit denen wir ein Defizit haben“, drohte Trump Anfang September der
US-Notenbank.
Denn höhere Leitzinsen machen nicht nur für Unternehmen und
Verbraucher*innen die Kredite teurer und gehen deswegen zulasten der
Konjunktur. Sie machen auch für die Regierung das Schuldenmachen teurer.
Und unter Donald Trump wuchs der US-Schuldenberg bereits auf über 40
Billionen US-Dollar. Die Folge: Investoren verlangten bereits vor dem
Zinsentscheid eine Rendite von 5,025 Prozent für US-Anleihen mit einer
Laufzeit von zehn Jahren. Das ist der höchste Stand seit der Finanzkrise
2007.
Dabei ist Trump selbst verantwortlich für die hohe US-Inflation. Zunächst
trieben seine Zölle die Teuerungsrate nach oben. Jetzt kommt der Krieg mit
dem Iran hinzu, der auch in den USA die [3][Benzinpreise] in die Höhe
schnellen lässt und ein Loch in die Geldbeutel der US-Verbraucher*innen
reißt. So müssen Autofahrer*innen in den USA derzeit im Schnitt 4,319
Dollar für eine Gallone (3,785 Liter) Sprit zahlen. Das ist rund ein
Drittel mehr als ein Jahr zuvor.
17 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Trump-in-Irland/!6212679
(DIR) [2] /EZB-fuehrt-Klimafaktor-ein/!6121999
(DIR) [3] /Steigende-Benzinpreise/!6208222
## AUTOREN
(DIR) Simon Poelchau
## TAGS
(DIR) US-Notenbank
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Jerome Powell
(DIR) Inflation
(DIR) Benzinpreise
(DIR) GNS
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Steigende Benzinpreise: Findet endlich den passenden Deckel!
Der Kanzler kündigt Entlastungen für die Verbraucher:innen an der
Zapfsäule an. Bisher konnte die Regierung sich zu keinen Maßnahmen
durchringen.
(DIR) Zentralbank hebt Zinsen an: EZB bremst für niedrigere Inflation das Wachstum
Um die Inflation zu senken, hebt die EZB die Zinsen an. Der Schritt hat
negative Folgen für Verbraucher*innen, Unternehmen und die öffentliche
Hand.
(DIR) Angst vor neuer Schuldenkrise: „Trump tritt die Goldene Regel mit Füßen“
Investoren verlangten für langfristige US-Anleihen zuletzt so viel wie seit
fast 20 Jahren nicht mehr. Dies liegt auch an gestiegenen Militärausgaben.