# taz.de -- Abgeordnetenhauswahl am Sonntag: „Bislang keine Hinweise auf eine Gefährdung“
       
       > Landeswahlleiter Stephan Bröchler gibt sich mit Blick auf mögliche
       > Störversuche zuversichtlich. Er fügt aber ein „nach jetzigem Stand“
       > hinzu.
       
 (IMG) Bild: Landeswahlleiter Stephan Bröchler sieht den Wahlen am Sonntag gelassen entgegen
       
       Landeswahlleiter Stephan Bröchler geht davon aus, dass die Wahlen am
       Sonntag zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen
       sicher ablaufen. Mit Blick auf [1][den Cyberangriff auf die
       Landesverwaltung und einen nachfolgenden Erpressungsversuch] sagte Bröchler
       am Dienstag vor Journalisten: „Bislang gibt es keinen Hinweis darauf, dass
       es eine Gefährdung gibt.“ Als Konsequenz aus der Attacke wurde nach Angaben
       der Wahlleitung ein zusätzlicher Schutz um die sogenannte Wahlumgebung
       gelegt, also um die mit den Wahlen befassten Systeme.
       
       Zuversichtlich gab sich Bröchler auch hinsichtlich möglicher Versuche
       politischer Einflussnahme aus dem Ausland. „Wir wissen, dass wir seitens
       Russland im Fokus sind, aber wir haben keinen Beleg, dass sich das
       manifestiert hat“, sagte Bröchler. Großangelegte Störversuche seien bislang
       nicht zu verzeichnen. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte Anfang Juni
       [2][bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes gesagt:] „Wir müssen
       damit rechnen, dass es am Wahltag und im Wahlkampf zu
       Desinformationskampagnen kommen kann.“
       
       Wahlgefährdende Desinformation über Social-Media-Kanäle hat es laut
       Bröchler bislang nicht gegeben. Falschinformationen aber durchaus. Der
       Wahlleiter berichtete davon, dass man im Internet dem Regierenden
       Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ein Mordkomplott zugeschrieben haben soll,
       unter anderem gegen einen Tennislehrer.
       
       Der Wahlleiter wies in dem Pressetermin auch Zweifel am korrekten Ablauf
       der Briefwahl zurück. Er selbst will zwar seine Stimme am Wahlsonntag im
       Wahllokal abgeben und bezeichnete das als die für ihn schönere Variante.
       Grundsätzlich aber sagte er: „Die Briefwahl ist nicht die Schmuddelecke der
       Organisation demokratischer Wahlen. Die Briefwahl ist seriös.“
       
       ## Fast jeder Zweite nutzt die Briefwahl
       
       Auch wenn es vereinzelt Missbrauch gebe: Hinweise auf eine systematische
       Manipulation der Briefwahl lägen laut Bröchler nicht vor. [3][In
       Sachsen-Anhalt hatte es vor der dortigen Wahl aus den Reihen der AfD
       Behauptungen gegeben, in Senioren- oder] Pflegeheimen gebe es eine
       Einflussnahme auf die Briefwahl. Für die jüngsten Wahlen im Februatr 2023
       hatte fast die Hälfte der Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. 2016 waren
       es noch 29,2 Prozent.
       
       Bei der Versendung unkorrekter Wahlunterlagen in Charlottenburg-Wilmersdorf
       hat es sich laut Bröchler um sechs Fälle gehandelt. Darauf wurden nach
       seiner Darstellung 1.400 Wahlberechtigte angeschrieben, an die im gleichen
       Zeitraum Post gegangen war, um abzuklären, ob es weitere Sendungen mit den
       unpassenden Wahlunterlagen gab.
       
       Rund 2,5 Millionen Berliner dürfen bei der Abgeordnetenhauswahl mitstimmen,
       bei der Wahl auf Bezirksebene ist es rund eine Viertelmillion mehr. Der
       Unterschied ergibt sich daraus, dass bei den Bezirkswahlen nicht wie auf
       Landesebene nur Deutsche, sondern auch EU-Ausländer wahlberechtigt sind.
       Erstmals können bei der Abgeordnetenhauswahl auch 16- und 17-Jährige
       mitstimmen, [4][insgesamt knapp 55.000 Personen]. Das Abgeordnetenhaus
       hatte das Wahlalter Ende 2023 von 18 auf 16 Jahre abgesenkt.
       
       Die Wahlbeteiligung war bei der Wiederholungswahl im Februar 2023 [5][auf
       62,9 Prozent abgerutscht] – es stimmten also nur knapp zwei von drei
       Wahlberechtigten mit. Noch geringer fiel die Beteiligung in den Jahren 2006
       und 2011 mit 58,0 und 60,2 Prozent aus.
       
       15 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Stefan Alberti
       
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