# taz.de -- Abgeordnetenhauswahl am 20. September: Wachsam in die Wahl
> Landeswahlleiter Stephan Bröchler und Innensenatorin Iris Spranger (SPD)
> halten Störversuche am Wahltag via Internet für möglich.
(IMG) Bild: Sucht nur noch wenige Wahlhelfer und befürchtet Desinformationskampagnen: Landeswahlleiter Stephan Bröchler
Zwei statt drei Wahlzettel und mögliche Falschinformationen am Wahltag:
Neuerungen und Sicherheitsfragen prägen die Vorbereitungen auf die
Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026. Das war am Dienstag nach der
Senatssitzung von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Landeswahlleiter
Stephan Bröchler zu hören. Die hatten vor der Pressekonferenz die
schwarz-rote Landesregierung auf den jüngsten Stand der Vorbereitungen
gebracht.
Nur noch 89 Tage sind es bis zur landesweiten Abstimmung über das künftige
Landesparlament und die 12 Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) – ein
kürzerer Zeitraum selbst als ein 100-Tage-Startprogramm, das
SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach am Freitag vorstellen und als
Regierungschef umsetzen will. In 2.542 Wahllokalen, rund 10 Prozent mehr
als bei der jüngsten Abgeordnetenhauswahl 2023, sollen Berlins rund 2,5
Millionen Wahlberechtigte am Wahlsonntag ihre Stimmen abgeben dürfen.
Anders als bei früheren Berlinwahlen können dieses Mal [1][auch 16- und
17-Jährige mitstimmen, insgesamt 55.000]. Das hatte das Landesparlament
Ende 2023 beschlossen. Diese Altersgruppe durfte sich bisher nur bei der
Wahl zur BVV und – erstmals im Juni 2024 – zum Europaparlament beteiligen.
Zusätzlich zu den zahlreichen Wahllokalen vor allem in Schulen gibt es
1.572 Briefwahllokale für alle jene, die schon vor dem Wahlsonntag
abstimmen wollen. Diese Möglichkeit der Briefwahl nutzte bei der jüngsten
Berlinwahl am 12. Februar 2023 fast jeder und jede Zweite: 44,5 Prozent
[2][aller rund 1.530.000 abgegebenen Stimmen] landeten auf diesem Weg in
der Wahlurne.
## Schwarz-Rot hatte nur dreieinhalb Jahre
Dass Berlin nicht fünf, sondern rund dreieinhalb Jahre nach jener Wahl
erneut ein neues Landesparlament bestimmt, geht auf das Wahlchaos bei der
Wahl von 2021 zurück. Die [3][vom Verfassungsgericht verfügte
Wiederholungswahl 2023] sorgte zwar für eine andere, nun schwarz-rote
Koalition und eine neue Regierung. Doch aus wahlrechtsspezifischen Gründen
startete keine neue fünfjährige Wahlperiode – die 2021 begonnene lief
weiter und endet jetzt.
Die nötigen 40.000 Wahlhelfer will Wahlleiter Bröchler zum großen Teil
bereits gefunden haben. Ungefähr 1.000 würde er noch brauchen, war in der
Pressekonferenz von ihm zu hören. Onlineschulungen sollen die Helfer
zusätzlich zu Präsenzveranstaltungen noch besser auf den Wahltag am 20.
September vorbereiten. An dem sind anders als zuvor Erst- und Zweitstimme
für das Landesparlament auf einem Zettel anzukreuzen und nicht mehr auf
zwei verteilt. Der zweite Wahlzettel ist der für die jeweilige BVV.
Im Blick haben Wahlleitung und Innenverwaltung auch mögliche Störungen des
Wahlablaufs via Internet. Schon bei der Vorstellung des
Verfassungsschutzberichts vor drei Wochen warnte Senatorin Spranger vor den
Aktivitäten ausländischer Geheimdienste in Berlin. Dabei hatte die
SPD-Politikerin vor allem den Tag der Abgeordnetenhauswahl am 20. September
im Blick: „Wir müssen damit rechnen, dass es am Wahltag und im Wahlkampf zu
Desinformationskampagnen kommen kann.“ Diese Warnung wiederholte sie am
Dienstag zusammen mit dem Wahlleiter.
Als Beispiele für mögliche Desinformationen am Wahltag nannte Bröchler,
dass jemand Bilder [4][der langen Warteschlangen vor Wahllokalen aus dem
Jahr 2021] hochladen und den Eindruck erwecken könnte, die Sache wiederhole
sich. Das könnte Menschen abschrecken, zum Wahllokal zu gehen. Die
Innenverwaltung prüft nach eigenen Angaben noch, ob und wie sie eine
KI-Software einsetzen kann, um solche Fälschungen zu erkennen. „Wir sind
wachsam, aber wir sind nicht ängstlich“, sagte Bröchler.
## Auf Tiktok für die Wahl werben
Kurze Videos im Internet sollen zudem möglichst viel Wahlberechtigte
motivieren, über die Zusammensetzung des Landesparlaments und der
Bezirksverordnetenversammlungen mitzuentscheiden. Dafür wird laut Bröchler
auch Elke Büdenbender werben, Ex-Richterin und Frau des Bundespräsidenten.
„Wir wollen Tiktok nicht nur den Extremisten überlassen“, sagte der
Wahlleiter.
23 Jun 2026
## LINKS
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(DIR) [2] https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/Be2023/AFSPRAES/agh/index.html
(DIR) [3] /Wahlchaos-in-Berlin/!5903132
(DIR) [4] /Amtliches-Ergebnis-in-Berlin/!5808051
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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