# taz.de -- Reform UK in Großbritannien: Rechte Partei erhält Riesenspende
> Ein Kryptomilliardär lässt den britischen Rechtspopulisten umgerechnet 42
> Millionen Euro zukommen. Die Rekordsumme folgt auf Wochen mit
> verschiedenen Betrugsvorwürfen.
(IMG) Bild: Mit einem Plakat wurde in London am 9. September gegen fragwürdige Spenden an die rechtspopulistische Partei Reform UK protestiert
dpa/afp | Die rechtspopulistische britische Partei Reform UK hat einem
Medienbericht zufolge eine Rekordspende in Millionenhöhe erhalten. Die 36
Millionen Pfund (umgerechnet rund 42 Millionen Euro) von einem
Kryptowährungsunternehmer sind die größte Einzelspende an eine politische
Partei in Großbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen. [1][Reform-Chef
Nigel Farage] sagte der Zeitung Daily Telegraph, er fühle sich durch das
Vertrauen des Spenders „geehrt“.
„Ich will einen fairen Kampf und gleiche Wettbewerbsbedingungen“, so
Milliardär Ben Delo, der den Betrag gespendet hatte, gegenüber dem Daily
Telegraph. Delo ist Mitbegründer der Kryptowährungsplattform BitMex. Andere
würden sich nur vordergründig um die Gesundheit der Demokratie in
Großbritannien Sorgen machen, „während sie alles dafür tun, dass sie ein
Kartell bleibt“. Mit seiner Spende – der größten in der britischen
Parteiengeschichte – wolle er Reform UK auch helfen, „sich aufs Regieren
vorzubereiten“, sagte der 42-Jährige.
## Bisherige höchste Einzelspende ging auch an Reform UK
Mit der 36-Millionen-Pfund-Spende pulverisiert Delo die bisherige höchste
Einzelspende an eine Partei in der britischen Geschichte. Der bisherige
Rekord war im vergangenen Jahr von einem anderen Krypto-Milliardär,
Christopher Harborne, aufgestellt worden, der 9 Millionen Pfund spendete –
ebenfalls an Reform UK.
Der derzeit in Hongkong ansässige Ben Delo hatte sich 2022 in den USA
schuldig bekannt, gegen ein Gesetz zum Bankgeheimnis verstoßen zu haben. Er
wurde aber im vergangenen Jahr von US-Präsident Donald Trump begnadigt.
Bereits im Januar und März spendete Delo insgesamt 4 Millionen Pfund an
Reform UK.
## Finanzaffären rund um den Parteichef
Die rechtspopulistische Partei Reform UK hatte seit dem vergangenen Jahr
die Umfragen in Großbritannien angeführt. [2][Angesichts mehrerer
Finanzaffären] ist Reform UK zuletzt aber wieder hinter die regierende
Labour-Partei zurückgefallen. Auch hat die Ablösung von Keir Starmer durch
Andy Burnham an der Partei- und Regierungsspitze im Juli Labour neues Leben
eingehaucht. Planmäßig würden die nächsten Parlamentswahlen in
Großbritannien im Sommer 2029 stattfinden.
Reform war in den vergangenen Wochen mehrfach durch mutmaßliche
Spendenskandale in die Schlagzeilen geraten. Die Polizei untersucht in
einer Investigativrecherche erhobene Vorwürfe, die nahelegen, dass
hochrangige Parteivertreter versucht haben, Spenden aus ausländischen
Quellen zu verschleiern. Für die Annahme von Geldern gelten in
Großbritannien strenge Regeln.
Gegen Farage läuft zudem eine parlamentarische Untersuchung, nachdem er
2024 ein Geldgeschenk in Höhe von 5 Millionen Pfund (5,8 Millionen Euro)
erhalten und nicht angegeben hatte. Der einstige Brexit-Vorkämpfer sagt,
dass es sich nicht um eine Spende, sondern um ein persönliches Geschenk
ohne Bedingungen gehandelt habe.
12 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Nachwahl-in-England/!6204334
(DIR) [2] /Spendenskandal-bei-Reform-UK/!6210372
## TAGS
(DIR) Großbritannien
(DIR) Wahlen in Großbritannien
(DIR) Nigel Farage
(DIR) Rechtspopulismus
(DIR) Parteispenden
(DIR) GNS
(DIR) Reform UK
(DIR) Großbritannien
(DIR) Großbritannien
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Spendenskandal bei Reform UK: Meinungsumfragen, die ihr Geld wert sind
Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Partei Reform UK stehen durch
eine Spendenaffäre unter Druck. Farage und Co sind sich keiner Schuld
bewusst.
(DIR) Nachwahl in England: Nigel Farage kehrt ins Parlament zurück
Der Chef der rechten Partei Reform UK gewinnt die Nachwahl in
Clacton-on-Sea. Doch das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt ein anderer
Kandidat.
(DIR) Premierministerwechsel in Großbritannien: Andy Burnham verspricht „die größten Veränderungen“
„Stolz auf das Geleistete“ ist der scheidende britische Premierminister
Keir Starmer. „Wir waren nicht gut genug“, sagt Nachfolger Andy Burnham.