# taz.de -- Krieg im Libanon: Israel gibt Zerstörung von Hisbollah-Tunneln bekannt
       
       > Die israelische Armee sprengt die kürzlich eroberte unterirdische
       > Infrastruktur der Hisbollah. Die Explosionen sind im gesamten Süden des
       > Libanon zu spüren.
       
 (IMG) Bild: Nach einer von Israel verursachten Detonation in Arnoun unweit der Anhöhe Ali al-Taher steigen Rauchwolken auf (Foto vom 31. 8. 2026)
       
       afp/dpa | Die israelische Armee hat [1][unterirdische Stellungen der vom
       Iran unterstützen Hisbollah-Miliz im Südlibanon] zerstört. Israels
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz
       bestätigten die Aktion und teilten auf der Plattform X mit, damit sei die
       Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen. Von
       libanesischer Seite gab es für die Zerstörung offiziell zunächst keine
       Bestätigung.
       
       Vor einer Woche hatte die Armee die Kontrolle über den Höhenzug Ali
       al-Taher übernommen, sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Nach
       israelischen Medienberichten hatten sich dort wochenlang Hisbollah-Kämpfer
       verschanzt. In dem Gebiet war es immer wieder zu Kämpfen gekommen.
       
       Die israelische Armee teilte auf der Plattform Telegram mit, im Gebiet des
       strategisch wichtigen Höhenzugs habe das Militär nach umfangreichen
       Vorbereitungen die unterirdische Infrastruktur komplett zerstört. Damit sei
       die Fähigkeit der Hisbollah, diese Infrastruktur zur Planung und
       Durchführung von Terroranschlägen gegen israelische Zivilisten und Soldaten
       zu nutzen, endgültig ausgeschaltet worden.
       
       Der Bürgermeister der libanesischen Stadt Nabatäa, Abbas al-Din, berichtete
       von einer äußerst heftigen Explosion bei dem Höhenzug. Die Erschütterungen
       seien im gesamten Südlibanon zu spüren gewesen, sogar in der rund 70
       Kilometer entfernten Hauptstadt Beirut. Sie hätten sich für die Bewohner
       wie ein leichtes Erdbeben angefühlt.
       
       Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, waren im Süden des
       Libanon heftige Explosionen zu hören und Erschütterungen zu spüren. Auch
       die staatliche libanesische Nachrichtenagentur meldete eine „gewaltige
       Explosion“ auf der Hügelkette in der Region Nabatäa. Wie die
       US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, waren die Erschütterungen so stark wie ein
       Erdbeben der Stärke 4,1.
       
       ## Soldaten sollen bleiben
       
       Netanjahu und Katz teilten mit, es handele sich um „strategische
       Terrorinfrastruktur“, die über mehr als zwei Jahrzehnte mit iranischer
       Finanzierung errichtet worden sei. Soldaten würden dort bleiben, um zu
       verhindern, dass feindliche Streitkräfte dorthin zurückkehren.
       
       Laut Armee erstreckte sich die nun zerstörte Infrastruktur über mehr als
       zwei Kilometer. Im Inneren der unterirdischen Anlagen seien Dutzende
       Raketen, Flugkörper und Drohnen iranischer Herstellung sowie
       Maschinengewehre, Panzerabwehrraketen und Hunderte Minen und Sprengkörper
       gefunden worden.
       
       ## Zentrale Kommandozentrale und Waffenlager
       
       Nach Angaben der Armee befand sich innerhalb der unterirdischen
       Infrastruktur eine Kommandozentrale. Der Komplex habe Waffenlager und
       Wohnräume umfasst, die es Terroristen ermöglicht hätten, sich über längere
       Zeit unterirdisch aufzuhalten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig
       überprüfen.
       
       Die Hügelkette Ali al-Taher bei Nabatäa gilt wegen ihrer Lage als
       strategisch wichtig, sie bietet einen Blick auf weite Teile der Region. Der
       Höhenzug ist ein umkämpftes Gebiet im Konflikt zwischen Israel und der
       Hisbollah und stand in den vergangenen Monaten im Fokus der
       [2][israelischen Angriffe im Südlibanon]. Das Gebiet ist seit Jahren ein
       wichtiger Einsatz- und Einflussraum der Hisbollah und damit ein
       wiederkehrender Brennpunkt im Konflikt mit Israel.
       
       Die israelische Armee teilte weiter mit, die Soldaten würden weiter in der
       Sicherheitszone im Südlibanon operieren, um terroristische Infrastruktur in
       dem Gebiet zu zerstören. Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe werfen
       sich Israel und die Hisbollah immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung
       vor. Israels Armee [3][ist weiterhin im Südlibanon stationiert] und führt
       nahezu täglich Angriffe aus.
       
       ## Hisbollah lehnt Vereinbarung ab
       
       Der Libanon war im März in den Irankrieg hineingezogen worden, als die mit
       Teheran verbündete Hisbollah Israel vom Libanon aus angegriffen hatte.
       Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Libanesischen
       Angaben zufolge wurden seither mehr als 4.300 Menschen durch die
       israelischen Angriffe getötet. Israels Armee hat einen zehn Kilometer ins
       Land reichenden Abschnitt im Südlibanon zur „Sicherheitszone“ erklärt, in
       der sie Soldaten stationiert hat.
       
       Unter Vermittlung der USA hatten sich Israel und der Libanon Ende Juni auf
       eine Rahmenvereinbarung geeinigt, die den Weg für ein endgültiges
       Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Die
       Hisbollah lehnt die Vereinbarung ab.
       
       11 Sep 2026
       
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