# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Saudische Ölexporte massiv unter Druck 
       
       > Die jemenitische Huthi-Miliz bedroht zunehmend die Meerenge Bab
       > al-Mandab. Nach Drohnenangriffen muss Saudi-Arabien auch noch eine
       > wichtige Pipeline abschalten.
       
 (IMG) Bild: Auf einem Satellitenbild vom 10. September 2026 sieht man schwarzen Rauch nahe einer Ölpipeline südlich von Medina in Saudi-Arabien
       
       ## US-Schutz für Tanker in Hormus nur noch zu bestimmten Zeiten
       
       Die USA schränken einem Medienbericht zufolge den militärischen Schutz von
       Tankern in der [1][Straße von Hormus] auf bestimmte Zeitfenster ein. Die
       Schiffe seien aufgefordert worden, die Meerenge nur noch zu festgelegten
       Zeiten zu passieren, berichtet die Zeitung Financial Times unter Berufung
       auf E-Mails des US-Marinekoordinationszentrums. Der Schutz aus ‌der Luft
       sei seit Anfang September auf zwei tägliche Zeitfenster begrenzt.
       Hintergrund sind verstärkte iranische Angriffe auf Schiffe in der Nacht.
       Die Regierung in Washington bietet die Unterstützung seit Mai für Schiffe
       an, die eine Route entlang der omanischen Küste nutzen. (rtr)
       
       ## Pipeline stillgelegt: Saudische Ölexporte massiv unter Druck
       
       Der sich ausweitende Konflikt im Nahen Osten setzt den weltgrößten
       Ölexporteur Saudi-Arabien massiv unter Druck. Nach der iranischen Blockade
       der Straße von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab
       al-Mandab durch [2][die Huthi-Miliz im Jemen] muss das Königreich nach
       Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten. Eine daraus
       folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte den Ölpreis und
       damit die Benzinpreise auch in Deutschland noch weiter ansteigen lassen.
       
       Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße
       von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann,
       wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina
       vorsorglich stillgelegt. Das saudische Außenministerium teilte in der Nacht
       auf der Plattform X mit, bei dem Drohnenangriff, der aus dem Irak gestartet
       worden sei, seien Schäden verursacht und mehrere Menschen verletzt worden.
       
       Wer hinter dem Angriff steckt, wurde nicht mitgeteilt. Im Irak operieren
       einige vom Iran unterstützte Milizen. Das saudische Außenministerium
       erklärte, auf Bitten des Nachbarlands werde man aktuell im Irak keine
       Schritte gegen die Angreifer unternehmen. Zunächst bekämen die irakischen
       Behörden die Chance, selbst Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Angriffe zu
       vermeiden. (dpa)
       
       ## Israel-Libanon-Gespräche auf Oktober verschoben
       
       Die für kommende Woche in Rom geplanten Gespräche zwischen Israel und dem
       Libanon sollen einem Medienbericht zufolge auf Oktober verschoben werden.
       Das berichtet das Nachrichtenportal Axios ‌unter Berufung auf einen
       US-Vertreter. Als Grund würden Terminüberschneidungen mit jüdischen
       Feiertagen, einer Konferenz in Paris und den Vorbereitungen für die
       UN-Vollversammlung genannt, heißt es bei Axios unter Berufung auf Insider
       weiter. Einem Beitrag auf der Plattform X zufolge sollen sich die
       Botschafter der beiden Länder in Washington treffen. (rtr)
       
       ## Irak setzt Militärkommandeur ab
       
       Der Irak setzt nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten einen
       Militärkommandeur ab. Untersuchungen hätten ergeben, dass die jüngsten
       ‌Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien von irakischem Gebiet ausgegangen
       ⁠seien. Der Kommandeur war der Mitteilung zufolge bislang für Einsätze ‌in
       der ‌südirakischen ⁠Provinz Maysan zuständig. (rtr)
       
       ## Huthi-Rebellen greifen nach wichtiger Meerenge
       
       Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen
       Regierungsquellen zufolge die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen und
       strategisch wichtige Inseln eingenommen. Damit haben die Huthi ihren
       Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, durch die eine der wichtigsten
       Schifffahrtsrouten der Welt führt, deutlich erhöht.
       
       Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind
       Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in
       den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen
       Europa und Asien darstellt.
       
       Die infolge des Irankriegs stark beeinträchtigte Straße von Hormus ist
       insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssigerdgas wichtig, da sie den
       rohstoffreichen Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet. Der Bab
       al-Mandab hingegen ist für den gesamten Waren- und Rohstoffverkehr zwischen
       Europa und Asien von großer Bedeutung.
       
       Der Ölpreis legte in der Nacht auf Freitag bereits deutlich zu. Der Preis
       für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee
       mit Lieferung im November erreichte zeitweise fast 110 US-Dollar. (dpa)
       
       ## Iran plant Treffen mit Golfstaaten zu Schifffahrt in Straße von Hormus
       
       Der Iran plant für Montag im Oman ein Treffen der Außenminister des Irak
       und weiterer arabischer Golfstaaten. Dabei soll es um sichere Routen für
       die Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus gehen, wie ein Sprecher
       des iranischen Außenministeriums mitteilt. (rtr)
       
       12 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Strasse-von-Hormus/!6208775
 (DIR) [2] /Krieg-in-Jemen/!6211552
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Huthi-Rebellen
 (DIR) Jemen
 (DIR) Saudi-Arabien
 (DIR) Ölpreis
 (DIR) GNS
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Libanon
 (DIR) Jemen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Krieg in Jemen: Die Huthi-Rebellen übernehmen den Jemen
       
       Im Jemen hat die Huthi-Miliz die Hafenstadt Mokka eingenommen – und
       blockiert zudem die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige
       Meerenge Bab al-Mandab.
       
 (DIR) Krieg im Libanon: Israel gibt Zerstörung von Hisbollah-Tunneln bekannt
       
       Die israelische Armee sprengt die kürzlich eroberte unterirdische
       Infrastruktur der Hisbollah. Die Explosionen sind im gesamten Süden des
       Libanon zu spüren.
       
 (DIR) Chaos im Jemen: Die blutige Rückkehr der Huthis
       
       Seit Jahren schwelt ein gewaltsamer Konflikt im Jemen. Regierungstruppen
       und Huthi-Miliz liefern sich erbitterte Kämpfe. Eine Lösung ist nicht in
       Sicht.