# taz.de -- Haushalt ohne Perspektiven: 1,4 Milliarden Euro weniger für Bildung und Familien
> Der Familien- und Bildungsausschuss hat getagt und weitere Kürzungen
> beschlossen. Der Staat zieht sich mehr und mehr aus der Verantwortung.
(IMG) Bild: Die Eltern spielen gewiss eine tragende Rolle. Der Staat zieht sich aus der Verantwortung
Gute Bildung und starke Familien, das sei wichtig für die Zukunft des
Landes, sagte Familienministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstagnachmittag
im Bundestag. Trotzdem plant ihr Ministerium mit Kürzungen bei Elterngeld
und deutlich weniger Bundesmitteln für Alleinerziehende. Das sei ihr nicht
leicht gefallen, sagte die Ministerin. Verteidigte aber die Kürzungspläne.
Für den [1][Haushalt 2027] sind für den Etat Familien und Bildung insgesamt
15,48 Milliarden Euro vorgesehen. 2026 waren es noch 16,66 Milliarden Euro.
Scharf kritisiert wurde vor allem das Vorhaben, das Elterngeld von [2][14
Monaten auf 12 Monate herabzustufen]. „Die zwei Monate sind wichtig für die
Kita-Eingewöhnung, wie soll das funktionieren“, hieß es von Tamara Mazzi
(Linke). Trotzdem sagte Prin, dass sie Eltern als die ersten und
wichtigsten Bildungsbegleiter ihrer Kinder sehe. „Es verdient unsere
höchste Anerkennung“, sagte die Ministerin. Gerade Familien in schwierigen
Situation und Alleinerziehenden dürfe man nicht alleine lassen. „Tun Sie
aber!“, kam es aus Richtung der Linksfraktion.
Denn, neben den Kürzungen beim Elterngeld sind auch bei der Unterstützung
von Alleinerziehenden Kürzungen geplant. Statt 1,31 Milliarden Euro, wie in
diesem Jahr, sind für das nächste nur 914 Millionen Euro eingeplant. Kinder
sollen auch nicht mehr, bis sie 18 sind, Anspruch haben, sondern nur noch,
bis sie 16 werden. „Sind 16-Jährige plötzlich finanziell unabhängig?“,
sagte von Jamila Schäfer von den Grünen dazu kopfschüttelnd.
Mazzi (Linke) rechnete vor, was die Kürzungen bedeuten würden: Für 100.000
Jugendliche von Alleinerziehenden wären das monatlich 400 Euro weniger.
Gespart werden könne damit 450 Millionen Euro. „Aber 1,6 Milliarden Euro
für den Tankrabatt ausgeben“, ärgerte sich Mazzi. Das passe für sie nicht
zusammen. Auch, dass der Kindersofortzuschlag gestrichen werden soll, hielt
sie für dramatisch: „25 Euro machen einen Unterschied für die ärmsten
Kinder“, sagte sie bei der Debatte.
## Beschwerden
Die Abgeordneten der AfD nutzten den Moment, um sich zu beschweren.
Allerdings kam wenig zu konkreten Inhalten des Haushaltsplans, mehr
Beschwerden über die Campact-Kampagne, die bei der Wahl in Sachsen-Anhalt
zu strategischem Wählen aufgerufen hatte. AfD-Abgeordneter Sebastian Maak
wurde schließlich ermahnt, sich auf die Haushaltsdebatte zu konzentrieren.
Thema verfehlt, hätte das in der Schule geheißen.
Die SPD steht den Etatplänen gemischt gegenüber. Svenja Stadler (SPD)
sprach von guten Impulsen und war sich sicher, dass man im Anschluss gute
gemeinsame Lösungen finden werde. SPD-Parteikollege Truels Reichardt war
enttäuscht: Man müsse endlich an die großen Erbschaften und Vermögen ran,
statt bei Familien und Kinder zu kürzen, „bevor wir weiter abschmieren“,
sagte Reichardt.
Der Haushalt für 2027 sieht weitere Kürzungen beim Sozialstaat vor. So
wurde ebenfalls am Donnerstagnachmittag der Etat für Bauen und Wohnen
diskutiert. Etwa die geplanten [3][Änderungen beim Wohngeld]. Künftig wird
nur noch jeder Dritte die Unterstützung beziehen können. Sascha Wagner (Die
Linke) appellierte im Bundestag, man müsse mehr für bezahlbaren Wohnraum
tun: „Wohnen bedeutet Sicherheit“, sagte er.
10 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Bundeshaushalt-fuer-2027/!6211416
(DIR) [2] /Reform-des-Elterngeldes/!6193680
(DIR) [3] /SPD-nach-Wahl-in-Sachsen-Anhalt/!6210819
## AUTOREN
(DIR) Clara Dünkler
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