# taz.de -- Krankenkassen vor Milliardenverlust: Kapitalismus ist krank
       
       > Den Krankenkassen droht ein riesiges Haushaltsloch, weil sie auf windige
       > Fonds setzten. Das Risiko des Totalausfalls droht auch bei
       > aktienbasierten Renten.
       
 (IMG) Bild: Und wo hat Ihre Kasse ihr Geld angelegt?
       
       Kapitalismus ist geil. Er hat für jeden etwas zu bieten, zumindest für
       alle, die Kohle zur Seite legen können. Er soll auch die Rentner:innen
       vor der Armut retten – und die Krankenkassen gleich mit. Das zumindest ist
       das Credo bekennender Kapitalisten wie Friedrich Merz (im Nebenjob
       Bundeskanzler) und Co. Sie predigen das [1][Finanzinvestment als
       Allheilmittel], das wie ein Perpetuum mobile die Habenden mit immer mehr
       Geld pampert.
       
       Nur eins wird dabei gern ausgeblendet: das Verlustrisiko. Dabei kann es
       schnell ans Eingemachte gehen. Das zeigt aktuell der Fall von Krankenkassen
       und Kassenärztlichen Vereinigungen, die kaum vorstellbare Summen als
       Rücklagen in Fonds angelegt haben, die sich im Nachhinein als äußerst
       windig entpuppten. [2][Mindestens 1,1 Milliarden Euro könnten sich in Luft
       aufgelöst haben].
       
       Für Normalmillionäre mag ein Totalverlust in einem Fonds nachrangig sein.
       Die haben gewöhnlich immer noch genug auf irgendeiner hohen Kante. Für die
       bekanntlich knappen Krankenkassen aber ist das fatal. Statt durch Rendite
       zu gesunden, statt die Gesundheitsversorgung abzusichern oder wenigstens
       bezahlbar zu halten, tun sich nun Löcher auf, die keine noch so gut
       ausgebildete Ärztin wird flicken können.
       
       Das gleiche Risiko existiert auch bei allen Kapitalanlagen für künftige
       Rentner:innen, ganz egal, ob privat oder in staatlich konstruierten Töpfen.
       Das mag jahrzehntelang gut gehen. Aber droht eine Wirtschaftskrise, zack,
       ist der Topf leer. Merke: Von solchen Finanzkonstrukten profitieren sicher
       nur die Anbieter der Fonds. Für die fällt garantiert eine Provision ab.
       
       Rentenanwärter:innen oder Krankenkassenversicherte werden zu
       Zwangsspekulant:innen. Dabei gäbe es einen Weg, sie vom Risiko zu befreien.
       Überlasst die Geldspiele den Kapitalisten! Mit etwas Glück und jeder Menge
       Insiderwissen werden sie unglaublich reich. [3][Nur müsste man ihre Gewinne
       ebenso fett besteuern.] Dann blieben Milliarden für steuerfinanzierte
       Renten- und Krankenkassen. Und der kranke Kapitalismus wäre wirklich geil.
       
       11 Sep 2026
       
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 (DIR) [3] /Mehr-Rentnerinnen-mit-Grundsicherung/!6038378
       
       ## AUTOREN
       
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