# taz.de -- Präsident der Arabischen Emirate kommt: Staatsbankett in Berlin trotz Gräueltaten im Sudan
       
       > Die VAE unterstützen im Sudankrieg die verbrecherische RSF-Miliz. Ein
       > Experte kritisiert, dass die Bundesregierung die Emirate trotzdem
       > hofiert.
       
 (IMG) Bild: Mahlzeit: VAE-Präsident Mohammed bin Sajid al-Nahjan wird am Donnerstag in Deutschland erwartet
       
       epd | Deutschlands Umgang mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nach
       Einschätzung des [1][Historikers Roman Deckert] aufgrund der Gräuel im
       Sudan „ein fatales Signal“. Die Bundesregierung habe den VAE einen
       „Persilschein bezüglich ihrer Rolle im Sudankrieg“ ausgestellt, sagte
       Deckert dem Evangelischen Pressedienst vor dem Besuch des Präsidenten der
       VAE, Mohammed bin Sajid al-Nahjan, in Berlin am heutigen Donnerstag. „Die
       VAE sind einer der Hauptunterstützer der genozidalen RSF-Miliz.“
       
       Im Sudan liefern sich die paramilitärische RSF und die Armee seit 2023
       einen brutalen Krieg, der zu einer der schlimmsten Hunger- und
       Vertreibungskrisen unserer Zeit geführt hat. Besonders der RSF werden
       massive Kriegsverbrechen vorgeworfen. Vergangene Woche [2][hatten
       UN-Experten] die zentrale Rolle ausländischer Unterstützung für die
       Kriegsparteien kritisiert und auf die Hilfe der VAE für die RSF mit
       Personal und Waffen hingewiesen.
       
       Der Präsident der Emirate bekomme mit einem Staatsbankett des
       Bundespräsidenten und einem runden Tisch mit der Rüstungsindustrie bei
       seinem Besuch den roten Teppich ausgerollt, kritisierte der
       Konfliktforscher Deckert. Das sei die „Krönung der Doppelmoral“. Gerade der
       Bundespräsident als moralische Instanz, der sich immer wieder für die
       Wahrung des Völkerrechts einsetze, sollte differenzierter auf die VAE
       blicken.
       
       Schon seit Beginn des Sudankrieges berichten Journalisten, Analysten und
       Menschenrechtler von der Unterstützerrolle der Vereinigten Arabischen
       Emirate für die RSF. Etliche unabhängige Untersuchungen von Geldströmen und
       Flugdaten belegen aus Deckerts Sicht diese Vorwürfe „glasklar“, die die VAE
       nach wie vor abstreiten.
       
       ## Keine offene Kritik an Emiraten
       
       Deutschland sei mit seiner Position gegenüber den Vereinigten Arabischen
       Emiraten nicht alleine, erläuterte Deckert. Keine westliche Regierung
       benenne sie namentlich als Unterstützer der RSF-Miliz. Aus diplomatischen
       Kreisen heiße es, man dürfe die VAE nicht offen kritisieren, sondern müsse
       seinen Einfluss hinter verschlossenen Türen geltend machen. „Sollten
       Politiker das tatsächlich gemacht haben, scheint das nichts gebracht zu
       haben“, urteilte Deckert.
       
       Dass Deutschland trotz allem eine strategische Partnerschaft mit den VAE
       pflegt und weitere Millionendeals abschließt, liegt Deckert zufolge auch
       daran, dass sich die Emirate erfolgreich als Kämpfer gegen den politischen
       Islamismus inszenierten. Die Entscheidungen der Bundesregierung, den VAE
       den Hof zu machen, habe „extreme Symbolkraft“. Gerade eine christliche
       Partei müsse Menschenleben achten, sagte er mit Blick auf die Kanzlerpartei
       CDU. [3][Rüstungsexporte an Kriegstreiber] müssten eingefroren statt
       ausgeweitet werden.
       
       10 Sep 2026
       
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