# taz.de -- Krieg in Sudan: Völkermordartige Verbrechen und ausländische Unterstützung
       
       > Ein neuer UN-Bericht über den Krieg in Sudan liefert Belege für die
       > internationale Unterstützung der RSF-Miliz mit Waffen und Söldnern.
       
 (IMG) Bild: Kommandant Musa Khamsin (2.v.l.) von den Rapid Support Forces (RSF) in der Nähe von Khartum, Sudan, am 19.8.2026
       
       Zwanzig Seiten lang ist der [1][jüngste Bericht] zum Krieg in Sudan seitens
       der Vereinten Nationen (UN), der am Freitag dem UN-Menschenrechtsrat
       vorgelegt wurde. Die wohl wichtigste Feststellung: „Der Einsatz
       technologischer Fortschritte, insbesondere erweiterter Drohnenkapazitäten,
       hat den Charakter des Konflikts verändert, die geografische Reichweite der
       Kampfhandlungen ausgedehnt und die Kämpfe ohne erkennbare Ruhepause
       verlängert“.
       
       Allein zwischen Januar und Mai dieses Jahres seien mehr als 1.000
       Zivilistinnen und Zivilisten Opfer von Drohnenangriffen geworden. Zudem
       dokumentierten die UN-Ermittler „Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen,
       Schulen, Gotteshäuser, Märkte, Lager für Binnenvertriebene, zivile
       Versammlungen wie Hochzeiten und Beerdigungen sowie die
       Energieinfrastruktur.“
       
       Etwa ein Kindergarten wurde im Ort Kalogi in Süd-[2][Kordofan] von der
       Miliz RSF im Dezember 2025 mit einer Drohne beschossen. Aber auch Sudans
       Armee attackiert mit Drohnen regelmäßig zivile Einrichtungen, darunter
       Krankenhäuser, Märkte oder Wasserstellen, wo Frauen und Kinder Wasser
       abfüllten. „Frauen und Kinder gehörten wiederholt zu den Getöteten und
       Verletzten bei Drohnenangriffen“, so die UN-Ermittler. Es handle sich dabei
       um Kriegsverbrechen, begangen von beiden Seiten.
       
       ## Unterstützung von „externen Netzwerken“
       
       Des Weiteren belegen die UN-Ermittler, dass beide Kriegsparteien
       ausländische Unterstützung erhalten. Dabei hatte der UN-Menschenrechtsrat
       mehrfach alle Staaten aufgerufen, das seit [3][2004 geltende Waffenembargo
       für die sudanesische Region Darfur] zu respektieren. Darfur befindet sich
       derzeit fast vollständig unter Kontrolle der RSF.
       
       Die RSF erhielten dennoch [4][von „externen Netzwerken“] sowohl Waffen und
       fortschrittliche Militärtechnologie als auch „ausländische Kämpfer,
       Finanzierung und andere Formen der Unterstützung“. Diese seien eingesetzt
       worden beim Angriff auf die Stadt El Fasher im Oktober 2025. „Merkmale
       eines [5][Völkermordes]“ hatte der UN-Menschenrechtsrat hierzu
       festgestellt.
       
       Als externe Akteure, die die RSF unterstützen, werden neben den Vereinten
       Arabischen Emiraten auch Tschad, Libyen und die Region Puntland in Somalia
       genannt. Letzte fungieren als Transitgebiete; Einzelpersonen und Netzwerke
       in den Emiraten [6][liefern darüber gezielt Waffensysteme an die RSF.]
       
       Zudem seien über in den Emiraten registrierte Rekrutierungsfirmen bis zu
       [7][2.000 Söldner aus Kolumbien] angeheuert worden, so der Bericht. Diese
       würden moderne Waffensysteme bedienen und RSF-Kämpfer ausbilden. Die
       meisten Kolumbianer seien über die Flughäfen in Bosaso in [8][Somaliland]
       und Kufra in Libyen eingeflogen worden. Eine kolumbianische Einheit
       bekannt, unter dem Namen „Wüstenwölfe“, sei beim Sturm auf die Stadt El
       Fasher in Darfur beteiligt gewesen. Auch Kämpfer aus Südsudan, Tschad und
       Äthiopien seien bei dem Angriff beteiligt gewesen, so die UN-Ermittler.
       
       ## Das Waffenembargo für Darfur läuft bald aus
       
       „Art, Umfang und Dauer der externen Unterstützung geben Anlass zu ernsten
       Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des Darfur-Waffenembargos“, so der
       Bericht. Er weist außerdem darauf hin, dass nach internationalem Recht auch
       „Beihilfe und Anstiftung sowie die wissentliche Bereitstellung von
       praktischer Hilfe, Ermutigung oder moralischer Unterstützung“ zu den
       Verbrechen beitragen.
       
       Die UN-Ermittler haben die genannten Regierungen über diese Beihilfe zu
       Kriegsverbrechen informiert. Tschad und Kolumbien haben versichert,
       Ermittlungen gegen Firmen und Einzelpersonen in ihren Territorien
       einzuleiten. Libyen, Somaliland, Südsudan und Äthiopien hätten auf die
       UN-Ermittlungen nicht reagiert. Die Emirate würden nach wie vor alle
       Anschuldigungen zurückweisen und beharrten darauf, dass die Anschuldigungen
       auf „unbestätigten oder unzuverlässigen Informationen“ basieren.
       
       Der UN-Bericht ist die Grundlage für eine Diskussion im Sicherheitsrat am
       nächsten Wochenende. Denn am Samstag läuft das Waffenembargo für Darfur aus
       und müsste verlängert werden. Vor dem Hintergrund des Krieges soll das
       Embargo auf das ganze Staatsgebiet Sudans ausgeweitet werden, fordern viele
       Länder und die UN.
       
       7 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/sessions-regular/session63/advance-versions/a-hrc-63-23-auv.pdf
 (DIR) [2] /Krieg-in-Sudan/!6127255
 (DIR) [3] /Konflikt-in-Sudan/!5598277
 (DIR) [4] /Krieg-in-Sudan/!6127256
 (DIR) [5] /Voelkermord/!t5010852
 (DIR) [6] /Illegale-Ruestungsexporte-in-den-Sudan/!6127396
 (DIR) [7] /Neue-Zuspitzung-in-Sudans-Krieg/!6193695
 (DIR) [8] /Was-ist-die-Republik-Somaliland/!6141400
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schlindwein
       
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