# taz.de -- US-Basketballerinnen bei WM: Herausforderndstes Turnier
> Der große Favorit USA bezwingt Italien mit Mühe. Die Basketball-WM hat
> nicht nur Stars wie Caitlin Clark, sondern auch ungewohnte Spannung zu
> bieten.
(IMG) Bild: Keine leichte Angelegenheit: US-Ausnahmespielerin Clark sucht gegen Italien nach einer Anspielstation
Es hätte die Sensation des Turniers werden können. Nur vier Punkte fehlen
Italien am Sonntagabend, um das zu schaffen, was seit 20 Jahren keinem Team
bei einem großen Turnier gelungen ist: die USA zu schlagen. Die
Titelverteidigerinnen gewinnen aber dann auch ihr zweites Gruppenspiel und
ihr 32. Weltmeisterschaftsspiel in Serie. Und doch hat das Spiel gezeigt:
Die Vormachtstellung der USA im Frauenbasketball kann kippen.
In der sehr gut besuchten Arena am Ostbahnhof (9.200 Zuschauer) geht nach
Abpfiff der Jubel der US-Fans fast schon unter in den Buh-Rufen und Pfiffen
der Italien-Fans. Auf dem Feld kochen kurz die Emotionen einiger
italienischer Spielerinnen hoch. Und trotzdem: Italien feiert das
52:55-Ergebnis fast wie einen Sieg.
Sie seien stolz auf ihre Mannschaft, äußern sich sowohl Starspielerin
Cecilia Zandalasini als auch ihr Coach Andrea Capobianco nach dem Spiel.
Schließlich hat es sein Team geschafft, sich nach einem schwachen, nervösen
Start und einem Rückstand von 11 Punkten nach dem ersten Viertel zu
sammeln, aufzuholen, und sogar zwischenzeitlich die Führung zu übernehmen.
Am Ende fehlt dann aber die nötige Gelassenheit. Vielleicht hatten sich die
Italienerinnen, deren größter Erfolg EM-Bronze vergangenes Jahr war, doch
etwas einschüchtern lassen vom großen Namen USA.
Von einer „Performance unter ihren Standards“, spricht US-Coach Kara Lawson
nach dem Spiel. Ja, das Ergebnis spiegelt das wider, die US-Amerikanerinnen
haben unter anderem viele einfache Körbe liegen lassen. Aber es spiegelt
auch die starke Verteidigung und die Unnachgiebigkeit der Italienerinnen
wider. Und zeigt, dass ein Team, das „nur“ eine WNBA-Spielerin im Kader
hat, und zwar die starke Zandalasini, mittlerweile trotzdem mit einem
US-Team mithalten kann. Der Basketball der Frauen boomt nicht nur in den
USA, Qualität und Stärke sind schon längst auch in Europa zu finden. Und
somit führt Lawson zu Recht an, dass das Turnier das „herausforderndste
aller Zeiten“ sei. Denn es gibt internationale Konkurrenz.
## Doppelter Applaus für Caitlin Clark
Topfavorit bleibt natürlich die USA. Sie sind die „Queens of the Basketball
World“, wie es so schön vonseiten des Weltverbands (Fiba) heißt; 11-fache
Weltmeisterinnen, 10 Mal Olympia-Gold und vieles mehr. Auch der aktuelle
Kader spielt komplett in der – sowohl was sportliche Leistung angeht, als
auch finanziell – stärksten Liga der Welt: [1][der WNBA.]
Manch einer spricht sogar schon von einem „Dream-Team“. Zwar [2][hatten
A'ja Wilson] und Kelsey Plum, und damit zwei erfahrene Starspielerinnen,
ihre WM-Teilnahme kurzfristig abgesagt. Doch im Kader finden sich noch
weitere fünf Weltmeisterinnen sowie einige hoch gehandelte
Nachwuchsspielerinnen. Darunter natürlich auch die gehypte [3][Point Guard
Caitlin Clark.]
Sie füllt in den Staaten die Hallen, wenn sie für Indiana Fever auf dem
Parkett steht. Und auch bei ihrem WM-Debüt am Freitag in der
Max-Schmeling-Halle gegen China bekommt sie beim Einlaufen doppelt so viel
Applaus wie alle anderen Spielerinnen. Ja, Clark spielt unfassbar gut,
bringt Tempo ins Spiel, verteidigt konsequent, schaltet schnell um, passt
mit ihrem Spielüberblick immer im richtigen Moment, trifft selbst. Aber sie
weiß auch: „Bei jeder, der ich den Ball zupasse, habe ich das Gefühl, sie
wird nie daneben werfen.“ Eine bessere Ausgangslage kann man sich für eine
Weltmeisterschaft nicht wünschen.
Und dementsprechend lieferte das US-Team auch beim Auftaktspiel gegen – man
beachte – Vizeweltmeister China (94:61). Erstaunlich eingespielt wirkte das
Team, das sich eigentlich gar nicht einspielen konnte, weil bis vor Kurzem
noch die WNBA-Saison lief.
Nach dem Spiel rannte eine Gruppe Jugendlicher mit einem selbstbemalten
Schild mit der Aufschrift „Caitlin, you’re my idol“ die Tribüne herunter,
um ihrem Idol ganz nahe zu sein. Kurz zuvor wurde sie auch noch zum „Player
of the game“ geehrt, mit 14 Punkten und 11 Assists. Es ist genau das, was
sich der Frauenbasketball erhofft: Vorbilder, Begeisterung, Wachstum, noch
mehr Vorbilder, noch mehr Begeisterung, noch mehr Wachstum.
Auch bei den zahlreichen Zuschauern am Sonntag beim Spiel gegen Italien ist
diese Begeisterung zu spüren. Aber es ist nicht mehr nur das US-Team, das
begeistert. Dieses ist mit dem knappen Sieg nun vorzeitig ins Viertelfinale
eingezogen. Doch das so vermeintlich unbezwingbare Team ist schlagbar und
das macht dieses Turnier besonders spannend.
7 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /WNBA/!t5679329
(DIR) [2] /Basketball-Superstar-Aja-Wilson/!6116567
(DIR) [3] /US-Talent-in-der-WNBA/!6028363
## AUTOREN
(DIR) Ruth Lang Fuentes
## TAGS
(DIR) Basketball
(DIR) Weltmeisterschaft
(DIR) USA
(DIR) Frauensport
(DIR) Basketball
(DIR) Basketball
(DIR) Basketball
(DIR) Basketball
(DIR) Basketball
(DIR) Basketball
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) US-Basketballerinnen werden Weltmeister: Zum Schwärmen schön
Die US-Basketballerinnen gewinnen zum fünften Mal in Folge das WM-Finale.
Ihre Siegesgewissheit hilft ihnen gegen lange Zeit sehr starke
Französinnen.
(DIR) Größte Basketballerin der WM: Wie ein Experiment
Die 2,23 Meter große Chinesin Ziyu Zhang zieht bei der Basketball-WM viel
Aufmerksamkeit auf sich. Wird aus ihr auch eine große Basketballerin?
(DIR) Deutsches Team bei Basketball-WM: „Wir spielen besser, als wir sind“
Mit 94:56 schlagen die deutschen Basketballerinnen Südkorea überraschend
deutlich. Nun steht das Team im Viertelfinale der WM in Berlin.
(DIR) Basketball-WM der Frauen: Posttraumatische Belastungsstörung unterm Korb
Mit einer Schlappe gegen Spanien und einem Sieg über Japan startet die
DBB-Auswahl in die Heim-WM. Nun wartet Mali, und es gilt: Alles ist
möglich.
(DIR) Ireti Amojo über Basketball-WM in Berlin: „Wir wollen das Event nutzen“
Am Freitag startet die Basketball-WM in Berlin. Ligachefin Amojo spricht in
der taz über ihre Erwartungen an die WM und das deutsche Team und was den
Sport politisch macht.
(DIR) Basketball-WM der Frauen in Berlin: DBB-Team vor dem großen Wurf
Mit einem WNBA-Quartett und weiteren guten Einzelspielerinnen geht das
DBB-Team in die Heim-WM, um nach 30 Jahren wieder eine Medaille zu holen.