# taz.de -- Basketball-WM der Frauen in Berlin: DBB-Team vor dem großen Wurf
       
       > Mit einem WNBA-Quartett und weiteren guten Einzelspielerinnen geht das
       > DBB-Team in die Heim-WM, um nach 30 Jahren wieder eine Medaille zu holen.
       
 (IMG) Bild: Auch am Spielfeldrand gut: Emily Bessoir (ganz links) und drei ihrer Mitspielerinnen
       
       Wenn die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gegen Spanien in den FIBA
       Women's Basketball World Cup 2026 startet (Freitag, 17.45 Uhr), beginnt
       nicht nur das sportliche Highlight des Jahres, sondern auch [1][ein
       historisches Turnier für den deutschen Basketball]. Erstmals seit 1998
       findet wieder eine Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Berlin
       wird für 10 Tage zum Zentrum des internationalen Frauenbasketballs.
       Gespielt wird in der Max-Schmeling-Halle und der Uber Arena; bereits vor
       Turnierbeginn sind rund 200.000 Tickets verkauft – mehr als jemals zuvor
       bei einer Frauen-WM.
       
       Für den DBB, den Deutschen Basketball Bund, bietet sich damit die einmalige
       Gelegenheit, die Entwicklung des Frauenbasketballs nachhaltig
       voranzutreiben. Die Teilnahme bei Olympia 2024, das Viertelfinale bei der
       Heim-EM 2025 und nun die Heim-WM haben eine Euphorie ausgelöst, wie sie der
       deutsche Frauenbasketball seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Um sie zu
       nutzen, wäre ein erfolgreiches Turnier umso wichtiger.
       
       Die letzte große deutsche Medaille liegt fast 30 Jahre zurück: Bronze bei
       der EM 1997 um Women’s-National-Basketball-Association-Pionierin Marlies
       Askamp. Die aktuelle Generation könnte nun erstmals wieder an solche
       Erfolge anknüpfen. Doch dafür muss Vieles zusammenpassen.
       
       Die unmittelbare WM-Vorbereitung verlief nicht ideal, Bundestrainer Olaf
       Lange zeigte sich aber dennoch zufrieden mit der Leistung seiner
       Mannschaft. Deutschland verlor die drei Testspiele gegen Spanien (60:65),
       Ungarn (62:68) und die Türkei (62:63). Die Ergebnisse waren nur bedingt
       aussagekräftig, da die WNBA-Spielerinnen Leonie Fiebich, [2][Frieda Bühner]
       und Nyara Sabally zu dieser Zeit noch nicht beim Team waren. Der finale
       Kader stand erst zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel, viel Zeit zum
       Einspielen blieb also nicht.
       
       ## Nyara Sabally in letzter Sekunde nominiert
       
       Vor allem Nyara Sablly sorgte kurz vor dem Turnier erst für großes Bangen,
       dann für positive Schlagzeilen. Trotz ihrer zuletzt erlittenen
       Wadenverletzung nominierte Lange sie am Mittwoch für das finale
       WM-Aufgebot. Die 26-Jährige kehrte rechtzeitig ins Teamtraining zurück und
       soll nun – wenn die Wade wirklich hält – insbesondere unter dem Korb eine
       wichtige Rolle spielen.
       
       Zuvor musste Deutschland bereits den Ausfall ihrer Schwester Satou Sabally
       verkraften. Die Starspielerin sagte ihre Teilnahme aufgrund der Folgen
       einer Gehirnerschütterung ab, die sie in der WNBA erlitten hatte. Nach der
       EM in Hamburg verpasst die Berlinerin jetzt also auch die Weltmeisterschaft
       in ihrer Heimatstadt.
       
       Doch trotz des Ausfalls von Satou Sabally verfügt Deutschland über einen
       der stärksten Kader seiner Geschichte. Eine besondere Rolle wird dabei
       erneut Leonie Fiebich zukommen. Sie spielt mit Sabally zusammen für New
       York Liberty in der WNBA und ist besonders defensiv stark, hat ein enormes
       Basketballverständnis und einen sicheren Distanzwurf.
       
       Luisa Geiselsöder, die als erste WNBA-Spielerin zur Vorbereitung des
       DBB-Teams stieß, kann dem deutschen Team mit ihrer Spielübersicht sowie
       ihre Vielseitigkeit helfen. Sie spielt bei Portland Fire, gemeinsam mit
       Frieda Bühner, der jüngsten der deutschen WNBA-Spielerinnen. Sie gilt mit
       ihrer Beweglichkeit und ihrem modernen Spielstil als eines der größten
       Talente des deutschen Basketballs.
       
       Gemeinsam mit Spielmacherin Alexis Peterson-Smalls, DBBL-Star Alex Wilke,
       Kapitänin Marie Gülich und international erfolgreichen Spielerinnen wie
       Emily Bessoir startet das WNBA-Quartett in Gruppe A gegen den
       Vizeeuropameister Spanien ins Turnier. Die Spanierinnen zählen – nach
       Titelkandidat USA – erneut zu den Medaillenkandidaten.
       
       Einen Tag später trifft Deutschland auf Japan mit seinem hohen Tempo und
       einem aggressiven Umschaltspiel. Dass Deutschland diesen Stil kontrollieren
       kann, bewies das Team bereits beim Olympiasieg gegen Japan 2024. Den
       Abschluss der Gruppenphase bildet das Duell mit Überraschungsgegner Mali.
       Die Afrikanerinnen gelten als eines der aufstrebenden Teams des
       internationalen Frauenbasketballs, eine Begegnung mit Deutschland gab es
       noch nie.
       
       [3][Olaf Lange und seinem Staff] muss es nun gelingen, die Erkenntnisse aus
       den Testspielen und die individuellen Qualitäten der Spielerinnen
       zusammenzuführen und eine geschlossene deutsche Einheit in Berlin aufs
       Parkett zu führen. Dort warten volle Ränge auf die deutschen Spielerinnen.
       Neben dem stark besetzten Kader könnte das Heimpublikum zum größten Trumpf
       werden – aber nur dann, wenn auch alle anderen Karten richtig ausgespielt
       werden.
       
       4 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Basketballnation-Deutschland/!6192829
 (DIR) [2] /Saisonstart-in-der-WNBA/!6175867
 (DIR) [3] /WM-Quali-der-Basketballerinnen/!6163032
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nina Probst
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Basketball
 (DIR) Weltmeisterschaft
 (DIR) Frauensport
 (DIR) Deutschland
 (DIR) Basketball
 (DIR) American Pie
 (DIR) Fußball-WM
 (DIR) American Pie
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ireti Amojo über Basketball-WM in Berlin: „Wir wollen das Event nutzen“
       
       Am Freitag startet die Basketball-WM in Berlin. Ligachefin Amojo spricht in
       der taz über ihre Erwartungen an die WM und das deutsche Team und was den
       Sport politisch macht.
       
 (DIR) Transphobie im Basketball: Die Sache mit dem Menschenverstand
       
       Basketballerin Sophie Cunningham will trans Athletinnen vom Frauensport
       fernhalten und holt den Kulturkampf in die WNBA. Donald Trump gefällt das.
       
 (DIR) Basketballnation Deutschland: Deutsche, schaut auf diesen Sport!
       
       Der deutsche Basketball feiert einen Erfolg nach dem anderen. Zu den
       Untergangserzählungen nach dem Aus bei der Fußball-WM passt das nicht.
       
 (DIR) Basketball-Euphorie in New York: Schnell wieder an die Arbeit
       
       Nach 53 Jahren Erfolgslosigkeit stehen die New York Knicks im Finale um die
       NBA-Meisterschaft. Das Team scheint für jeden Gegner ein Rezept zu haben.