# taz.de -- Videospiel in schrulliger Dystopie: Wo ist hier der Trump Tower?
       
       > Im Game „Control Resonant“ ist Manhattan ineinandergefaltet. Stück für
       > Stück erschließt man sich eine Welt, in der es kein Oben und Unten mehr
       > gibt.
       
 (IMG) Bild: Sieht aus wie ein Gemälde von M. C. Escher: ein Straßenzug in New York
       
       Wenn man im New Yorker Stadtteil Manhattan am Trump Tower vorbeigeht, kann
       es einem schon mal in den Fingern kribbeln. Die vielen Fenster würden
       bestimmt einen schönen Scherbenhaufen hinterlassen. Im neuen [1][Game
       „Control Resonant“] darf ich endlich auch in Manhattan loshämmern.
       
       Stellen Sie sich „Resonant“ vor, als würden sich die Avengers in
       Christopher Nolans „Inception“ treffen. Das Zischen, eine paranormale
       Kraft, war im ersten „Control“ noch in einem Behördengebäude eingesperrt,
       im Nachfolger hat sie sich über ganz Manhattan gelegt.
       
       Seitdem ragen Wolkenkratzer nicht mehr in die Höhe, sondern kratzen den
       Asphalt. Straßen enden abrupt in 90-Grad-Winkeln oder in riesigen Kratern,
       die den [2][Tagebau bei Lützerath] wie ein Buddelloch im Sandkasten
       aussehen lassen.„Resonant“ ist so stilsicher wie eine Filmproduktion von
       A24 und hebt sich dadurch von den meisten Games ab.
       
       Die Spielfigur Dylan Faden ist eher der Typ Schluffi, hat dafür aber
       übernatürliche Fähigkeiten. Das nutzt die Bundesbehörde für Paranormales
       und schickt ihn in die Häuserschluchten, um das Falten zu stoppen und sein
       Schwesterherz Jesse zu finden.
       
       ## Kein Oben und Unten mehr
       
       Das ist gar nicht so leicht, weil die ersten Minuten von „Resonant“ sehr
       verwirrend sind. Stück für Stück erschließt man sich die Welt, in der es
       kein Oben und Unten mehr gibt.
       
       Doch auch das gefaltete Manhattan kitzelt den Entdeckerdrang: Dunkelrote
       Flecken am Horizont bedeuten, dass es dort Gegner und Beute gibt. Mit dem
       Hammer haue ich auf paranormale Monster, in anderen Missionen bringe ich
       einer Hündin ihr Dinospielzeug zurück und zähme ausgebüxte Lautsprecher.
       „Resonant“ vermischt Dystopie mit der Schrulligkeit von [3][„Twin Peaks“].
       
       Ich habe übrigens viele Minuten vergeblich damit verbracht, den Trump Tower
       zu finden. Zum Glück stehen noch einige SUVs in den Straßen herum.
       
       3 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] /Zukunft-des-rheinischen-Kohlereviers/!6034810
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