# taz.de -- Prognosen zur Konjunktur: Wirtschaftsinstitute rechnen mit höherem Wachstum
       
       > Offenbar ist die deutsche Wirtschaft resilienter als gedacht.
       > Chemieindustrie und der Maschinenbau meldeten höhere Umsätze. Auch die
       > Exporte stiegen.
       
 (IMG) Bild: Es köchelt und brummt: Die Chemie- und Maschinenbauindustrie hält die Wirtschaft auf Wachstumskurs
       
       afp | Mehrere Wirtschaftsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das
       laufende Jahr deutlich [1][nach oben korrigiert]. Das Kiel Institut für
       Weltwirtschaft (IfW) und das Leibniz-Institut aus Essen (RWI) erwarten nun
       eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent, das Münchener
       Ifo-Institut sogar um 1,4 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilten.
       
       Im Vergleich zur vorherigen Prognose hoben die Institute ihre Erwartungen
       damit um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte an. Die Chemieindustrie und der
       Maschinenbau meldeten verbesserte Geschäftssituationen.
       
       „Für die Korrektur ist im Wesentlichen die Erholung im ersten Halbjahr
       verantwortlich, die insbesondere durch die Zunahme der Exporte bedingt
       war“, erklärte das RWI. „Die private Nachfrage blieb dagegen schwach.“
       
       Am Mittwoch hatte bereits das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
       (DIW) seine Prognose angehoben. Es erwartet ein Wachstum von 1,2 Prozent in
       diesem Jahr, ein Plus von 0,7 Punkten im Vergleich zum Juni.
       
       ## Stärkere Nachfrage im Ausland
       
       „Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur,
       Klima und Verteidigung in Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim
       Wachstum durch den Energiepreisschock und das [2][Niedrigwasser auf den
       Flüssen]“, erläuterte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Vor allem für
       die krisengeplagte Industrie zeigten sich Lichtblicke.
       
       Speziell die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie meldete am Donnerstag
       einen um 7,3 Prozent gestiegenen Branchenumsatz im zweiten Quartal. Die
       Unternehmen profitieren demnach von Sondereffekten wegen des Irankrieges:
       Viele Kunden hätten ihre Lager aufgefüllt, zudem träfen die
       Lieferkettenprobleme im Zuge des Konflikts die Konkurrenz in Asien stärker.
       Auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bestätigte den
       guten Trend beim Auslandsgeschäft.
       
       Für das dritte Quartal erwarten die Konjunkturexperten des Kieler Instituts
       wieder ein Plus von 0,1 Prozent, weil das lange Niedrigwasser im Rhein die
       Produktion dämpfe. Das IfW warnte vor anhaltenden Rückschlägen durch die
       Folgen des Irankrieges. Die Inflation bleibe zudem auf absehbare Zeit
       erhöht, was den privaten Konsum dämpfe.
       
       3 Sep 2026
       
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