# taz.de -- Basketball-Euphorie in New York: Schnell wieder an die Arbeit
> Nach 53 Jahren Erfolgslosigkeit stehen die New York Knicks im Finale um
> die NBA-Meisterschaft. Das Team scheint für jeden Gegner ein Rezept zu
> haben.
(IMG) Bild: Mit vollem Einsatz: Center Karl-Anthony Towns wies im entscheidenden Spiel gegen Cleveland die besten Werte auf
Machtdemonstrationen der New York Knicks auf dem Spielfeld in Momenten, in
denen es wirklich darauf ankommt, das schien allzu lange Zeit nur eine
Vorstellung für reichlich fantasiebegabte Menschen zu sein. Das erklärt die
ekstatische Ausgelassenheit, mit der am Montagabend auf den Straßen der
US-Metropole der Einzug ins NBA-Finale gefeiert wurde.
Elf Siege in Folge in den Playoffs, das haben bislang nur wenige Teams in
der besten Basketballliga der Welt geschafft. Und auch die Cleveland
Cavaliers konnten im vierten Spiel der Conference Finals nicht den Eindruck
der Konkurrenzfähigkeit vermitteln. 130:93 gewannen die Knicks und
schalteten ihren Gegner mit einem Sweep, vier Siegen in vier Spielen, aus.
Nun wartet im Finale um die Meisterschaft entweder Titelverteidiger
Oklahoma City oder die San Antonio Spurs.
Für die Fans der Knicks müssen derartige Dominanzgefühle höchst befremdlich
sein. Wozu braucht es schon sportlichen Erfolg? Es geht auch ohne. Diesen
zweifellos unrühmlichen Beweis haben die New York Knicks in den letzten
Jahrzehnten erbracht. Um sich als globale Marke in der Sportwelt zu halten,
benötigt man nicht unbedingt Titel und Trophäen. Die letzte
NBA-Meisterschaftsfeier liegt bei den Knicks mittlerweile 53 Jahre zurück.
Letztmals im NBA-Finale stand der Klub 1999. Und dennoch listete das
englische Wirtschaftsmagazin Forbes den Klub im Jahr 2025 auf Rang sechs im
Ranking der wertvollsten Sportteams dieser Welt.
Bereits vergangene Saison konnte man sehen, dass da etwas Großes bei den
Knicks heranwächst. [1][Schon damals wurden in New York spontane
Straßenpartys veranstaltet], als das Conference Finale erreicht wurde.
Damals allerdings scheiterte man dann an den Indiana Pacers. Die unerfüllte
Sehnsucht nach einem Titel hatte trotz allen Erfolgs einen Trainerwechsel
zur Folge. Für den [2][beliebten Coach Tom Thibodeau] kam Mike Brown. Und
der 56-Jährige schaffte es, das Spiel der Knicks flexibler und unabhängiger
von seinem Ausnahmespieler Jalen Brunson zu machen.
## Vorteilhafte Pause
Karl-Anthony Towns, der auch am Montagabend gegen die Cavaliers mit 19
Punkten und 14 Rebounds herausragte, bekam mehr Verantwortung übertragen.
Überhaupt wurde die Bedeutung des Kollektivs im Spiel der Knicks gestärkt.
Die Dominanz der letzten Woche bringt nun den Vorteil für die Knicks mit
sich, dass sie im Unterschied zu ihrem Finalgegner Kräfte sammeln können.
Im Duell zwischen Oklahoma City und den San Antonio Spurs steht es derzeit
2:2. Mindestens zwei Spiele müssen noch bestritten werden, bevor es zu
einer Entscheidung kommt. Dem energetischen Spielstil der New York Knicks
kommt die Spielpause sicherlich zugute.
Der Optimismus nach der Siegesserie ist eh nahezu grenzenlos. Trainer Brown
sagte nach der Partie am Pfingstmontag: „Unsere Mannschaft spielt guten
Basketball, und das auf ganz unterschiedliche Weise. Sie passen ihr Spiel
an den jeweiligen Gegner an. Wenn man auf beiden Seiten des Spielfelds eine
solche Vielseitigkeit an den Tag legt, stärkt dies das Selbstvertrauen.“
Die Erfahrung des knappen Scheiterns in der letzten Saison hat jedoch
Spuren im Team hinterlassen. Towns erklärte: „Trotz des fantastischen,
historischen Sieges, den wir heute Abend errungen haben, fallen die
Feierlichkeiten eher bescheiden aus. Wir wollen unbedingt wieder an die
Arbeit gehen. Wir haben den Trainer gefragt, ob wir schnell wieder loslegen
können.“
Mike Brown wird gewiss nichts dagegen haben. Er und sein Team können eine
Ära der Erfolgslosigkeit vergessen machen. Die Verpflichtung vieler teurer
Spieler bei gleichzeitiger Konzeptlosigkeit hat die New York Knicks [3][zum
Gespött der NBA] werden lassen. Damit soll nun Schluss sein. Am 4. Juni
startet das erste Finalspiel und spätestens am 20. Juni, während der
Fußball-WM in den USA, soll dann eine gigantisch große Party in New York
gefeiert werden.
26 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Johannes Kopp
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