# taz.de -- Zukunft von Volkswagen: VW-Vorstand schürt Angst
       
       > Kurz vor der Aufsichtsratssitzung ruckelt es gewaltig beim Autobauer VW.
       > Der Vorstand will vier Werke schließen – nicht nur die Gewerkschaft
       > widerspricht.
       
 (IMG) Bild: Angst verbreiten für Millionen, Oliver Blumes Job als VW Vorstand
       
       afp/dpa/taz | Die Gewerkschaft IG Metall hat einen Medienbericht, wonach
       der VW-Vorstand das Aus von vier Werken in Deutschland bereits beschlossen
       hat, scharf zurückgewiesen. „Alles Unsinn, Unfug, Kokolores“, erklärte die
       Gewerkschaft am Mittwoch. Für derartige Entscheidungen brauche es stets die
       Zustimmung des Aufsichtsrats.
       
       Die Wirtschaftswoche hatte am Dienstag berichtet, der VW-Konzernvorstand
       plane, die Produktion in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm ab 2031
       wegen fehlender neuer Aufträge enden zu lassen. Nur falls es die Werke
       schafften, ihre Fabrikkosten bis Ende Juni 2027 auf ein wettbewerbsfähiges
       Niveau zu senken, würde eine weitere Belegung zumindest geprüft, berichtete
       die Zeitung unter Verweis auf ein Papier des Vorstands, das mit Blick auf
       eine Sitzung des Aufsichtsrates am Freitag vorbereitet und beschlossen
       worden sei. Für das „Leerlaufen“ der Produktionen brauche es keine
       Zustimmung des Aufsichtsrates.
       
       Dem widerspricht die IG Metall vehement: Der Vorstand könne das Schließen
       von Werken nicht am Aufsichtsrat vorbei durchsetzen. „Was derzeit aus dem
       Umfeld von Volkswagen zu vernehmen und in den Medien zu lesen ist, lässt
       zumindest den Schluss zu, dass der Vorstand weitreichende strukturelle
       Veränderungen vorbereitet“, erklärte der [1][IG-Metall-Bezirksleiter
       Thorsten Gröger]. Bei strategischen Weichenstellungen dieser Größenordnung
       führe an den Kontroll- und Zustimmungsrechten des Aufsichtsrats aber „kein
       Weg vorbei“.
       
       Gröger warf dem Konzernvorstand vor, „neue Eskalationsszenarien über die
       Medien zu kommunizieren und damit Beschäftigte, Standorte und die
       Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu verunsichern“. Derzeit entstehe der
       Eindruck, dass die Chefetage zunehmend den Konflikt suche. „Wir wollen ihn
       ausdrücklich nicht. Aber wir werden keine Maßnahmen akzeptieren, die
       kurzfristige Entlastungen bedeuten und am Ende zur Abrissbirne für ganze
       Werke werden“, sagte der Gewerkschafter.
       
       ## Land Niedersachsen will Standorte retten
       
       Volkswagen steckt wie auch die anderen deutschen Autobauer in einer
       Absatzkrise. Konzernchef Oliver Blume hatte deshalb schon im Juli weitere
       Sparbemühungen angekündigt und weitere 50.000 Stellenstreichungen und
       Werksschließungen in den Raum gestellt. Genannt werden immer wieder die
       Standorte in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm, für die Anfang der
       2030er Jahre die Belegungen auslaufen.
       
       Auf einer Reise zu verschiedenen deutschen VW-Standorten im Laufe der
       vergangenen Woche dann hatten sich Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz
       hingegen bemüht, ihre Pläne zu verharmlosen und Werksschließungen als
       „letzte und teuerste“, aber [2][längst nicht beschlossene Maßnahme zu
       präsentieren].
       
       Niedersachsens Landesregierung bekräftigte derweil am Mittwoch, sich für
       den Erhalt aller deutschen Standorte einsetzen zu wollen. „Wir werden uns
       als Landesregierung um jeden Standort bemühen – nicht nur in Niedersachsen,
       sondern auch bundesweit“, betonte ein Sprecher von Ministerpräsident Olaf
       Lies (SPD), der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt. „Ein Standort in Neckarsulm
       ist genauso wichtig wie ein Standort in Zwickau, wie ein Standort in
       Hannover, wie ein Standort in Emden.“
       
       Vor der möglicherweise wegweisenden Aufsichtsratssitzung an diesem Freitag
       zu den Sparplänen ringe die Landesregierung nun weiter um eine
       Verständigung zwischen Unternehmen und Belegschaft.
       
       ## Verunsicherung unter den VW-Mitarbeiter:innen
       
       Konzepte, [3][die Werksschließungen], einen massiven Rückbau der
       Beschäftigung und die Aushöhlung des VW-Gesetzes in den Mittelpunkt
       stellten, seien für die Landesregierung aber nicht zustimmungsfähig. Das
       VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Anteile an VW
       hält, maßgeblichen Einfluss auf wichtige Entscheidungen bei Volkswagen.
       
       Gleichzeitig bedauerte die Landesregierung, dass die Beratungen zum
       weiteren Kurs von VW [4][nicht komplett vertraulich liefen]. „Es ist nicht
       hilfreich, wenn da von interessierter Seite immer wieder Dinge in die
       Öffentlichkeit gespielt werden“, sagte der Sprecher. Bei den
       Mitarbeiter:innen von VW und ihren Familien führe das zu einer
       massiven Verunsicherung.
       
       2 Sep 2026
       
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       Stellen. Sein Gerede über Alternativen zeugt nicht von Empathie.