# taz.de -- Attentat auf Charlie Kirk: Tyler Robinson droht die Todesstrafe
       
       > Der Mann, der mutmaßlich den rechten US-Influencer Charlie Kirk
       > erschossen hat, muss sich vor Gericht verantworten. Ihm droht die
       > Hinrichtung.
       
 (IMG) Bild: Kein klares Bild über die Tatmotivation: Tyler Robinson wird wegen des Kirk-Attentats der Prozess gemacht
       
       Die Ermordung des [1][ultrarechten Influencers Charlie Kirk] im vergangenen
       September war für viele Menschen in den USA und darüber hinaus ein
       einschneidendes Erlebnis und hatte sich zumindest vorübergehend auch auf
       die amerikanische Politik ausgewirkt.
       
       Knapp ein Jahr später nun steht fest, dass sich der mutmaßliche
       Todesschütze wegen Mord mit besonderer Schwere der Schuld vor Gericht
       verantworten muss. Dies entschied ein Richter in Utah am Dienstag. Dem
       mittlerweile 23-jährigen [2][Tyler Robinson] droht bei einer Verurteilung
       die [3][Todesstrafe].
       
       Für Menschen, die Robinson seit Jahren kennen, ist dessen vermeintliche Tat
       immer noch unbegreiflich. „Ich bin schockiert. Das ist nicht der Junge, den
       ich kannte“, sagte Nachbarin Kristin Schwiermann gegenüber der Los Angeles
       Times.
       
       Robinson wuchs in einer Kleinstadt im südlichen Utah auf. Seine Familie
       gehörte, wie die meisten Menschen im US-Bundesstaat, der Mormonen-Religion
       an. Zusammen mit seinen Eltern und zwei Brüdern besuchte Robinson
       regelmäßig die Kirche.
       
       In seiner Jugend verbrachte Robinson viel Zeit in der Natur. Regelmäßige
       Camping- und Jagdausflüge waren selbstverständlich. In einer abgelegenen
       Region wie Washington County im Bundesstaat Utah ist dies allerdings nichts
       Ungewöhnliches. Er wird als zurückhaltend und unauffällig beschrieben.
       Robinson soll viele Freunde gehabt haben und machte wohl nie Probleme.
       Nichts in seiner Vergangenheit hat wohl darauf hingedeutet, dass er zu
       solch einer Tat fähig sei.
       
       ## Einer „linken Ideologie verfallen“
       
       Nur einen Tag nach der Ermordung von Kirk stellte sich Robinson der
       Polizei. Der republikanische Gouverneur von Utah, Spencer Cox, erklärte
       damals, dass Robinson sich in den vergangenen Jahren verstärkt politisch
       engagiert hätte und einer linken Ideologie verfallen sei. Seine Mutter soll
       Polizeibeamten berichtet haben, dass er sich politisch immer mehr nach
       links bewegt hätte und sich für die Rechte von Homosexuellen und
       Trans-Personen eingesetzt habe.
       
       Er hatte außerdem eine Beziehung mit seinem Mitbewohner begonnen, der – wie
       seine Mutter es beschrieb – als Mann geboren wurde, sich aber in der
       Transition hin zu einer Frau befinde. In einer Nachricht an seinen
       Mitbewohner soll Robinson bestätigt haben, dass er Kirk tötete, weil er
       „genug von dessen Hass“ habe.
       
       Viele der Kugeln, die am Tatort gefunden wurden, enthielten Gravierungen.
       Eine davon lautete: „Hey Faschist! Fang!“ Laut Staatsanwaltschaft sei dies
       eine unmissverständliche Botschaft, dass das Attentat politisch motiviert
       gewesen sei.
       
       „Tyler James Robinson erschoss Charlie Kirk, weil er anderer Meinung war
       als er; er tat dies, indem er mit einem leistungsstarken Gewehr in eine
       Menschenmenge von mehr als 3.000 Personen feuerte“, sagte die
       Staatsanwältin Ryan McBride am Dienstag.
       
       Nachdem der Richter entschieden hatte, dass der Prozess fortgesetzt werden
       kann, plädierte Robinson in allen Anklagpunkten auf unschuldig.
       
       ## Verteidigung stellt DNA-Ergebnisse infrage
       
       Die Staatsanwaltschaft soll jedoch DNA-Beweise haben, die angeblich
       belegen, dass Robinson sowohl die angebliche Mordwaffe als auch ein
       Gravierwerkzeug benutzt hatte. Die Verteidigung hat diese
       DNA-Untersuchungen infrage gestellt.
       
       Auch wenn manche Indizien gegen Robinson sprechen, bleibt es weiterhin
       unklar, was ihn dazu veranlasste, die Meinungen und Ansichten von Kirk
       nicht nur zu kritisieren, sondern ihn zu ermorden.
       
       Seine bisher bekannten Äußerungen ergeben kein klares Bild, nur dass er die
       Politik von Kirk und MAGA deutlich ablehnte. Kirks Familie bezeichnete die
       Entscheidung des Richters als „einen wichtigen Schritt“ im Ringen um
       Gerechtigkeit.
       
       2 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hansjürgen Mai
       
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