# taz.de -- Studie zur Fahrradwirtschaft: Aufwärts geht's nur bei Gebrauchträdern
> Die Umsätze und Beschäftigungszahlen in der Fahrradbranche sind 2025
> erneut gesunken. Expertinnen fordern mehr Zölle für China und mehr
> Verkehrssicherheit.
(IMG) Bild: Drahtesel im Abschwung: Die Fahrradbranche kämpft mit sinkenden Umsätzen
Die deutsche Fahrradbranche hat im Jahr 2025 weniger Umsatz gemacht als im
Vorjahr – und auch die Beschäftigungszahlen sind gesunken. Das zeigt eine
am Mittwoch veröffentlichte [1][Studie zur Fahrradwirtschaft in
Deutschland] der Denkfabrik T3 Transportation. Der Wirtschaftsverband
Zukunft Fahrrad, der unter anderem Hersteller, Händler und
Radserviceanbieter vertritt, hatte die Studie in Auftrag gegeben.
Der Gesamtumsatz in der Fahrradbranche belief sich demnach 2025 auf 25
Milliarden Euro. Das sind 2 Milliarden weniger als noch 2024. Die größten
Einbußen verzeichnete dabei der Handelssektor: Hier sanken die Umsätze um
10 Prozent. 6 Prozent musste der Dienstleistungssektor einbüßen, unter
anderem [2][beim eigentlichen Hoffnungsträger], dem Dienstradleasing, ging
der Umsatz zurück. Einen Zuwachs gab es hingegen bei gebrauchten
Fahrrädern. Der Herstellungssektor verzeichnete einen Rückgang von 2
Prozent.
74.300 Menschen waren 2025 in den Bereichen Herstellung, Handel und
Dienstleistung angestellt. Im Vorjahr waren es noch 76.700 Beschäftigte.
Dabei macht der Handel mit 55.600 Beschäftigten den größten Anteil aus.
12.700 Menschen sind in der Herstellung beschäftigt – 5 Prozent weniger als
im Vorjahr. Die Zahlen im Dienstleistungssektor sind im Vergleich zum
Vorjahr gleich geblieben: 6.000 Menschen arbeiteten hier.
Zwar haben die Kund*innen 2025 in etwa so viele Fahrräder nachgefragt wie
noch 2024, aber Unternehmen litten an den gestiegenen Kosten. „Die durch
den Russland-Ukraine-Krieg gestiegenen Energiekosten und Probleme in den
Lieferketten haben auch bei den Herstellern zu gestiegenen Kosten geführt“,
sagte Mareike Schodder, Sprecherin von Zukunft Fahrrad, der taz.
## Konkurrenz aus China
Auch die [3][überfüllten Lager als Nachwirkung des Fahrradbooms während der
Coronapandemie] drückten noch lange auf die Preise. Dieses Jahr sei aber
erstmalig wieder eine Erholung in den Lagern spürbar, so Schodder. „Für
Verbraucher*innen sind kurzfristig die niedrigen Preise attraktiv.
Langfristig brauchen wir aber eine stabile Fachhandels- und
Werkstattstruktur, damit Beratung, Reparatur und Ersatzteilversorgung
erhalten bleiben“, sagte Anika Meenken, Radverkehrsexpertin beim
[4][Ökologischen Verkehrsclub VCD], der taz.
Dabei ist der deutsche und europäische Fahrradmarkt weiterhin durch die
Konkurrenz aus China gefährdet. „Wenn wir die heimische Industrie schützen
wollen, muss man das über eine Zollpolitik machen“, meint Victoria Broßart,
verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. „Das alleine reicht
aber nicht, wir müssten auch die Kontrollen und die Marktüberwachung
verbessern.“ Nur so könne Deutschland als Wirtschaftsstandort attraktiv
bleiben.
Bereits seit 2022 fordern Verbände und Landesverkehrsministerien die
sogenannte Fahrradmilliarde – also 1 Milliarde Euro Förderung für den
Radverkehr im Bundeshaushalt. Das wurde bisher noch nicht erreicht, für das
Jahr 2026 veranschlagte die Bundesregierung knapp 600 Millionen Euro
Förderung.
Seit 2024 werde die Förderung zudem nicht mehr aus dem Bundeshaushalt,
sondern aus dem [5][Klima- und Transformationsfonds (KTF)] gestemmt,
kritisiert Victoria Broßart. Für 2027 sei geplant, die Förderung für den
Radverkehr mit der Förderung für Fußwege zusammenzulegen.
Ein weiterer Knackpunkt ist die Sicherheit auf den Straßen. Die vom
Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie [6][„Mobilität in
Deutschland“] hat zum Beispiel ergeben, dass Frauen, Kinder, ältere und
mobilitätseingeschränkte Menschen weniger Fahrrad fahren als noch vor
wenigen Jahren. VCD-Expertin Meenken fordert deshalb: „Wer alle Menschen
aufs Rad bringen will, muss die vulnerabelsten Verkehrsteilnehmenden zum
Maßstab der Planung machen – mit sicheren Schulwegen, barrierearmen
Verbindungen und einer Verkehrsumgebung, in der Fehler nicht sofort
lebensgefährlich werden.“
2 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://zukunft-fahrrad.org/neue-branchenstudie-2026/
(DIR) [2] /Branchenmesse-Eurobike/!6019299
(DIR) [3] /Entwicklung-der-Radbranche-2024/!6075369
(DIR) [4] https://www.vcd.org/startseite
(DIR) [5] https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finanzen/SVIK/KTF/klima-und-transformationsfonds.html
(DIR) [6] https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2023_Ergebnisbericht.pdf
## AUTOREN
(DIR) Anna Simbürger
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