# taz.de -- Deutsche Frauen-Bundesliga: Bangen um das große Geschäft
       
       > In den Playoffs zur Women’s Champions League kämpfen der VfL Wolfsburg
       > und Eintracht Frankfurt auch gegen den Bedeutungsverlust der Bundesliga.
       
 (IMG) Bild: Sorgen bei der Eintracht: Die angeschlagene Larissa Mühlhaus sollte im Rückspiel bei Paris St. Germain möglichst nicht fehlen
       
       Champions League ist nicht immer die große glänzende Bühne. Weder das San
       Siro noch der Prinzenpark öffnen die Stadiontore, wenn für den VfL
       Wolfsburg bei Inter Mailand und Eintracht Frankfurt bei Paris St. Germain
       (beide Mittwoch 18.30 Uhr) die richtungsweisenden Playoff-Rückspiele zur
       Women’s Champions League anstehen. Aber auch das eher provinzielle Ambiente
       der jeweiligen Heimstätten soll die zwei deutschen und international
       renommierte Klubs nicht davon abhalten, mit dem FC Bayern die Bundesliga
       bestenfalls als Trio in der Ligaphase mit 16 Teams zu vertreten.
       
       Vizemeister Wolfsburg geht mit einem 2:0-Vorsprung ins Rückspiel im kleinen
       Stadio Ernesto Breda, Frankfurt tritt mit einem 1:1 aus dem Hinspiel auf
       dem PSG-Campus an. Die Eintracht ist seit 2020 in vier Anläufen bereits
       dreimal in der Qualifikation oder den Playoffs gescheitert. „Wir können nur
       gewinnen. Die Mannschaft weiß, wie sie Paris wehtun muss“, sagte Trainer
       Niko Arnautis, der dem Gegner wie im Hinspiel „aggressiv und mutig“
       begegnen möchte.
       
       Ungewiss ist der Einsatz der bereits bestens integrierten
       Bundesliga-Torschützenkönigin [1][Larissa Mühlhaus]. Der Neuzugang von
       Werder Bremen zog sich zuletzt gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) einen
       Pferdekuss zu. Gerade ihre Körperlichkeit wäre gegen das französische Team
       wichtig. Bei einer Niederlage würden die Hessinnen erneut im Europa Cup
       antreten.
       
       Die „Wölfinnen“ hingegen sind [2][Stammgast in der Königsklasse] und kamen
       zuletzt wieder bis ins Viertelfinale. Nach einem erneut großen Umbruch und
       dem Verlust der Identifikationsfigur Alexandra Popp hat das Team bereits
       gut zusammengefunden. Gleichwohl warnte VfL-Verteidigerin Camilla Küver:
       „Das 2:0 ist ein gefährliches Ergebnis. Wir lassen kein Prozent nach im
       Rückspiel.“ Zuletzt beim Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen (2:1) überzeugte
       vor allem Offensivtalent Cora Zicai, die nach einem Jahr Anlaufzeit
       aufblüht. Was auch Bundestrainer Christian Wück freut, der vor der WM 2027
       in Brasilien natürlich genau hinschaut, wie sich seine Kandidatinnen
       präsentieren.
       
       ## Auch Wamser wechselt nach England
       
       Frankfurt und Wolfsburg haben im Sommer erfahren, dass ihre prägenden
       Fußballerinnen bei lukrativen Angeboten aus dem Ausland kaum noch zu halten
       sind. Mit [3][Carlotta Wamser] von Bayer Leverkusen ist am Montag eine
       weitere Nationalspielerin von Bayer Leverkusen zu Manchester City
       gewechselt.
       
       Das vielversprechende Talent war kurioserweise in Frankfurt kaum eingesetzt
       worden, ehe Wück sie vor der EM 2025 in der Schweiz überraschend in den
       Kader holte. Als sich seine Kapitänin Giulia Gwinn erneut am Knie
       verletzte, überzeugte die 22-Jährige, die auf beiden Außenbahnen offensiv
       wie defensiv einsetzbar ist.
       
       Die Allrounderin wird die aktuell schon 13. Deutsche, die nun in der besten
       Liga der Welt gutes Geld verdient. Nächsten Sommer könnte Klara Bühl
       folgen, die sich trotz lukrativer Angebote diesmal noch für einen Verbleib
       bei den Bayern entschied. Auch der deutsche Branchenprimus hatte sich mit
       der 14-fachen Nationalspielerin Wamser beschäftigt – vor allem für nächsten
       Sommer, sollten Gwinn und Franziska Kett nicht bleiben. Doch nun grätschte
       der nächste englische Topklub dazwischen und zahlte offenbar 650.000 Euro
       Ablöse an die Werkself.
       
       Der Wechsel von Spielerinnen wird auch im Frauenfußball immer „mehr ein
       Geschäft“, sagte Frankfurts Verteidigerin Paulina Krumbiegel am Dienstag,
       die gerade erst von Juventus Turin in die Bundesliga zurückkehrte. „Die
       großen Vereine investieren immer mehr, aber das spornt auch an.“ Man wolle
       zeigen, dass man dennoch mithalten könne. Doch längst stellt sich die
       Frage, wie sich Deutschland mit seiner obersten Frauen-Spielklasse mit
       Blick auf die Heim-EM 2029 dauerhaft gegen den Exodus der Besten stemmen
       will.
       
       2 Sep 2026
       
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