# taz.de -- Nach der Flut in Nepal: Hunderte in Tunneln eingeschlossen
> Rund 300 Arbeiter:innen haben vermutlich in den Tunneln von
> Wasserwerken Schutz vor der Sturzflut gesucht. Doch der Rückweg ist
> blockiert. Was nun?
(IMG) Bild: Rettung ist auf dem Weg: „Wir suchen und retten Menschen, die in den Bergen, Siedlungen und Flussgebieten festsitzen“
ap | In den [1][Sturzflutgebieten Nepals] versuchen Rettungskräfte, in
Wasserkraftwerken eingeschlossene Arbeiter zu befreien. Der Vorsitzende des
Verbands unabhängiger Stromerzeuger Nepals, Mohan Kumar Dangi, sagte am
Montag, die Überschwemmungen hätten mindestens zwölf Wasserkraftprojekte in
den Distrikten Rasuwa und Nuwakot beschädigt. An diesen Standorten würden
etwa 900 Menschen vermisst.
Die [2][Rettungsmaßnahmen] konzentrieren sich auf Menschen, die in den
gewaltigen Tunneln vermutet werden, die zur Kontrolle des Wasserflusses bei
der Stromerzeugung gebaut wurden. Allein im Wasserkraftprojekt Upper
Trishuli-1 im schwer getroffenen Distrikt Rasuwa werden nach Angaben Dangis
mindestens 576 Menschen vermisst. Rund 300 von ihnen seien vermutlich im
Tunnel des Projekts eingeschlossen, sagte er.
Rettungskräfte versuchen seit Tagen, Überlebende zu finden. Armeesprecher
Raja Ram Basnet sagte: „Wir suchen und retten Menschen, die in den Bergen,
Siedlungen und Flussgebieten festsitzen.“
## Die Zeit wird knapp
Der Geowissenschaftler Jakob Steiner von der Universität Graz sagte, die
Tunnel seien groß genug, um Menschen eine sichere Zuflucht zu bieten. Es
sei gelungen, einige der Eingeschlossenen mit Sauerstoff zu versorgen. Die
Rettung sei jedoch ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Menschen brauchten
auch Nahrung und Wasser, sagte Steiner, der derzeit in Dhaka arbeitet.
Arbeiter, die Schlamm aus einem von den Überschwemmungen verwüsteten
Kraftwerk in Dhading schaufelten, sagten der Nachrichtenagentur AP, die
Anlage sei ein wichtiger Knotenpunkt für die Stromversorgung von mehr als
20.000 Menschen in der Region. Sie hofften, dass sie nicht in der Nähe des
Flusses wiederaufgebaut werde.
Ein [3][Gletscherabbruch] am 7.227 Meter hohen Langtang Lirung in Nepal
hatte am Mittwoch nahe der Grenze zur chinesischen Region Tibet verheerende
Sturzfluten ausgelöst, die auf dem Weg ins Tal alles in Trümmer legten, was
ihnen im Weg stand. Der Katastrophenschutz in Nepal bezifferte die Zahl der
Toten in dem Land auf 903. Mehr als 4.200 Menschen galten demnach noch als
vermisst, darunter knapp 600 ausländische Staatsbürger. Die chinesischen
Behörden meldeten bis Sonntag 16 Tote und 546 Vermisste.
## Chinesische Medien melden viel über Einsätze, aber wenig über Opfer
In China nahmen die Einsatzkräfte neben Rettungseinsätzen die Reparatur
einer Straße zur nepalesischen Grenze in Angriff. Das Staatsfernsehen
zeigte Lastwagen mit riesigen Felsbrocken, während Arbeiter einen Teil der
Straße zum Hafen Gyirong neu befestigten. Wegen Regenfällen in den
vergangenen Tagen stünden jedoch Teile der Straße unter Wasser, hieß es.
Das Staatsfernsehen berichtete vor allem über Einsätze von Feuerwehr und
Armee sowie über Anweisungen führender Politiker. Über die Opfer auf der
chinesischen Seite war dagegen wenig bekannt.
31 Aug 2026
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Dennis.