# taz.de -- VfB Stuttgart in der Frauen-Bundesliga: Auf die schnelle oder zähe Art
> Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel demonstrieren die Fußballerinnen
> vom Aufsteiger VfB Stuttgart ihre Konkurrenzfähigkeit in der Ersten Liga.
(IMG) Bild: Premiere in Stuttgart: Reena Wichmann erzielt das erste Heimspieltor des VfB
Zwei Spiele, zwei Siege, zwei gedrehte Partien: Die Frauen des VfB
Stuttgart sind als Aufsteigerinnen überzeugend in ihre allererste
[1][Bundesliga-Saison] gestartet. Nach dem 2:1-Auftaktsieg bei der TSG
Hoffenheim gewann das Team von Trainer Nico Schneck am vergangenen Samstag
auch das erste Heimspiel [2][gegen den Hamburger SV] mit 2:1 vor 3.370
Zuschauer*innen in der neuen Heimspielstätte, dem Stadion auf der
Waldau. Bei allen Parallelen zeigten diese beiden Partien, dass die
Qualitäten der Stuttgarterinnen nicht gegen jeden Gegnerinnen-Typus gleich
gut zur Geltung kommen.
Schneck ordnet den VfB im 3-5-2 an, setzt auf Pressing und Umschaltspiel
vor allem über die rechte Seite mit der Schienenspielerin und Kapitänin
Maximiliane Rall. Beim Auftakt gegen Hoffenheim präsentierten sich die
Schwäbinnen, die aufgrund ambitionierter Transfers nicht als
Abstiegskandidatinnen gelten, sehr mutig. Die TSG spielte ihnen zudem in
die Karten, stand selbst hoch, wollte Ballbesitz und ließ hinter der Abwehr
immer wieder Platz für lange Bälle auf Rall. Ihr zweites Tor kurz nach der
Pause drehte die Partie, Stuttgart konterte nun erst recht euphorisch und
hätte auch höher gewinnen können.
Gegen defensiver eingestellte Hamburgerinnen fehlte dieser Raum und das
Spiel mit Ball war zäh. Nach dem frühen Gegentor in der 2. Minute durch
Paulina Bartz (Vorlage per Hacke von Camilla Linberg) musste der VfB sich
kurz berappeln und hatte Glück. Die Ex-Kölnerin Adriana Achcińska
verursachte in der 6. Minute einen Elfmeter für den HSV, die italienische
Nationaltorhüterin Laura Giuliani sprang in die falsche Ecke, aber Linberg
schoss an die Latte.
## Zu viele leichte Ballverluste
Der Ausgleich in der 12. Minute durch Reena Wichmann fiel nach einem Muster
im Spielaufbau, das die Stuttgarterinnen so mit verschiedenen beteiligten
Spielerinnen häufiger zeigen: Im Mittelfeld ein Lauf von Dafina Redzepi mit
Pass in die offensive Zentrale zu Stürmerin Mira Arouna, Ball von ihr
rechts raus auf den Flügel zu Achcińska, flacher Ball an den Fünfmeterraum
zu Wichmann, deren Direktabnahme aus abseitsverdächtiger Position im Netz
zappelte.
Davon abgesehen gab es viele leichte Ballverluste auf beiden Seiten, beim
VfB kamen nur 71 Prozent der Pässe an, echten Spielfluss gab es kaum, dafür
einige Fouls und viel Hin und Her. Möglichkeiten zum Kontern entstanden
erst nach Stuttgarts Führung durch einen Standard. Nach einer hohen Ecke
von Chantal Hagel in den Rückraum köpfte Rall zum kurzen Pfosten, wo die
komplett frei stehende Nicole Billa einnickte. Hamburgs polnische
Nationaltorhüterin Kinga Szemik, die mehrmals gut pariert hatte, konnte aus
kurzer Distanz nicht mehr reagieren.
Rall steht damit insgesamt bei zwei Toren und einer Vorlage, sie kreierte
die meisten Chancen der Partie (4) und hatte die meisten Ballkontakte im
gegnerischen Strafraum. Im Spielaufbau war Achcińska im zentralen
Mittelfeld über beide Partien am konstantesten, sie ist Dreh- und
Angelpunkt des Umschaltspiels. Sie gewinnt viele Bälle und brachte gegen
den HSV die meisten Pässe (14) ins letzte Drittel. Neben ihr ist Dafina
Redzepi eine bewegliche Spielerin für das offensive Risiko, der allerdings
noch etwas die Präzision abgeht. Also genau die Qualität, die gegen den
Hamburger SV über weite Strecken des Spiels fehlte.
30 Aug 2026
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## AUTOREN
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