# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Warum können Pflanzen die Samen selber machen?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Kurt, 5 Jahre alt.
       
 (IMG) Bild: Das andere mit den Bienchen, Blümchen und Schmetterlingen, also woher die Pflanzensamen kommen
       
       Neben uns Menschen gibt es noch viele andere Lebewesen, mit denen wir uns
       die Erde teilen. Darunter sind natürlich auch [1][die Pflanzen], die ganz
       unterschiedliche Formen und Farben haben können. Auch sie atmen, wachsen
       und vermehren sich. Wie genau sie das alles machen, unterscheidet sich aber
       grundlegend von uns Menschen.
       
       Die meisten Pflanzen sind durch ihre Wurzeln nämlich an einen Ort gebunden.
       Sie können also nicht irgendwo hingehen, um sich zu ernähren oder um sich
       zu vermehren. Trotzdem entstehen viele neue Pflanzen an zahlreichen Orten.
       Wie funktioniert das, wenn sie sich gar nicht fortbewegen können, so wie
       wir?
       
       Dafür muss man wissen: Pflanzen sind männlich, weiblich oder sogar beides.
       Pflanzen mit männlichen Merkmalen besitzen sogenannte Staubblätter, die
       Blütenstaub – man nennt ihn „Pollen“ – herstellen. Wenn [2][Bienen] oder
       Hummeln in einer solchen Blüte landen, bleiben diese Pollen an ihnen
       kleben. Fliegen die Bienen weiter, nehmen sie die Pollen mit. Manchmal weht
       auch einfach nur Wind und trägt den Blütenstaub weiter. So können sie zu
       den weiblichen Blüten gelangen. Das Wort dafür ist Fremdbestäubung.
       
       Viele weibliche Blüten haben in der Mitte ein längliches Ding, das heißt
       Stempel. Wenn die männlichen Pollen hier ankommen, wandern sie einen
       Schlauch hinunter bis ins Innere der Pflanze. Dort können sie sich mit
       einer weiblichen Eizelle verbinden – daraus entwickelt sich ein Samen.
       
       Was spannend ist: Manche Pflanzen besitzen nur weibliche oder nur männliche
       Pflanzenteile. Es gibt aber auch sehr viele Pflanzen, die beides haben, sie
       sind also männlich und weiblich zugleich. Diese Pflanzen nennt man Zwitter.
       Sie können ganz allein ihre Samen herstellen. Dafür muss auch hier der
       Pollen auf die weibliche Blüte gelangen. Und das kann alles auf derselben
       Pflanze passieren. Tomatenpflanzen mit ihren gelben Blüten sind zum
       Beispiel Zwitter – vielleicht wachsen die ja in deinem Garten. Sie können
       sich selbst bestäuben. Wenn du die [3][Tomate] aufschneidest, sieht du im
       Inneren ihre Samen.
       
       Samen bestehen aus einer Samenschale, aus Nährstoffen und aus einem
       Keimling. Das ist so etwas wie ein Pflanzenbaby. Es keimt dann, wenn es
       ausreichend Licht, Wasser, Wärme und Sauerstoff gibt. Viele Pflanzen
       überleben den Winter nicht. Aber wenn es im Frühjahr wieder schön wird,
       kann aus ihrem Samen eine neue Pflanze wachsen.
       
       23 Sep 2026
       
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