# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Wie ist die erste lebende Zelle entstanden?
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(IMG) Bild: Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff – Chemie erklärt, was in unserer Atmosphäre ist und woraus unsere Zellen bestehen
Überall [1][spucken Vulkane Feuer]. Dicke schwarze Wolken verdecken die
Sonne. Und unten in den Ozeanen blubbern heiße Quellen auf dem Meeresboden.
So soll unsere Erde vor sehr, sehr langer Zeit ausgesehen haben: vor
ungefähr vier Milliarden Jahren. In dieser Zeit, vermuten Forscherinnen und
Forscher, fing auf unserem Planeten das Leben an.
Wie das genau passiert ist, lässt sich schwer sagen. Es war ja niemand
dabei, der zugeschaut hat. Sicher ist aber, dass keine Zauberei
[2][dahinter steckte, sondern Chemie]. In der Chemie geht es um die
verschiedenen Stoffe, die sich miteinander verbinden und aus denen auch
heute alle Dinge gemacht sind.
Es gibt mehrere Ideen, wie das Leben entstanden sein soll. Der Forscher
Stanley Miller hat vor 70 Jahren einen Versuch dazu gemacht: Er füllte
Wasser und ein paar Gase in eine Glasflasche. Dann erhitzte er die
Mischung. Nach ein paar Tagen fand er darin winzige Stoffe, die sozusagen
die Bausteine für Lebewesen sind.
Andere Forscherinnen und Forscher glauben, nicht etwa Blitze, sondern die
heißen Quellen im Meer haben das Leben auf die Erde gebracht. Dort war es
warm, und im Gestein gab es ganz viele winzige Löcher. Darin könnten sich
die Bausteine zusammengefunden haben. Vielleicht so lange, bis Stoffe
entstanden, die sich selbst vervielfältigen konnten. Sich vermehren zu
können, das ist einer der Hinweise für Leben. Und dann kam vielleicht Fett
dazu. Fett und Wasser mögen sich nicht und vermischen sich kaum. Das siehst
du an den Fettaugen, die auf der Suppe schwimmen. So ein winziges
Fettbläschen könnte die Bausteine des Lebens umhüllt und geschützt haben.
Fertig war die erste Zellwand. Mit Stoffen innen drin, die sich
vervielfältigen können. Vielleicht ist so die erste lebende Zelle
entstanden.
Forscherinnen und Forscher nennen die erste echte, sich selbst vermehrende
Zelle LUCA. Das ist eine Abkürzung. Auf Deutsch bedeutet sie „letzter
gemeinsamer Vorfahre“. Luca ist sozusagen die Ur-Ur-Ur-Ur-Oma von allem,
was heute lebt: von Quallen, Fischen, Pflanzen, Dinos – und von dir. Du
bist heute auf der Welt, weil es jeder einzelne deiner Vorfahren geschafft
hat, alt genug zu werden, um sich zu vermehren, bevor er oder sie oder es
gestorben ist. Immer wieder, vier Milliarden Jahre lang. Hätte das in
dieser langen Lebenszeit deiner Ur-ur-ur-Ahnen nur ein einziges Mal nicht
geklappt, würde es dich nicht geben. Unglaublich, oder?
16 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Philipp Brandstädter
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