# taz.de -- EU-Haushalt: Bei den Agrarsubventionen könnte die EU wirklich sparen
       
       > Kanzler Merz sollte den Rotstift in der EU zuallererst bei den
       > Agrarsubventionen ansetzen. Auch ohne sie würden genügend Lebensmittel
       > produziert.
       
 (IMG) Bild: Mohnblumen am Ackerrand sind oft Teil eines Blühstreifens
       
       Die EU könnte durchaus einige hundert Milliarden Euro in ihrem Finanzrahmen
       für die Jahre 2028 bis 2034 einsparen. So wie das Bundeskanzler
       [1][Friedrich Merz und die Regierungschefs fünf weiterer Nettozahlerländer]
       jetzt gefordert haben. Die verlangte Summe ließe sich durch den Abbau nur
       eines Postens erreichen: der mindestens 300 Milliarden Euro für die
       Agrarsubventionen. Diese etwa 15 Prozent des [2][Haushaltsentwurfs] sind
       nicht notwendig, um die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln in der EU
       zu garantieren.
       
       Ähnlich argumentieren [3][Agrarökonomen] immer wieder. Schon weil Brüssel
       die wichtigste Subventionsart keinesfalls dafür zahlt, dass Bauern
       Lebensmittel produzieren. Stattdessen werden die „Direktzahlungen“ vor
       allem dafür überwiesen, dass ein Agrarbetrieb landwirtschaftlich nutzbare
       Fläche zur Verfügung hat. Sie werden pro Hektar, nicht pro Kilogramm
       Kartoffel oder Weizen berechnet. Auch wer auf dem Acker zum Beispiel Mais
       für die Biogas-Anlage anbaut, bekommt Geld aus Brüssel.
       
       Wahrscheinlich würden ohne Direktzahlungen einige kleinere
       Nebenerwerbsbetriebe aufgeben, mit denen die jeweiligen Bauern nur noch
       einen kleinen Teil ihres Einkommens erwirtschaften. Aber deren Äcker fallen
       dann in der Regel nicht brach, sondern werden von effizienteren Betrieben
       weiter bewirtschaftet. Dass es so kommen würde, legt die historische
       Entwicklung nahe: Obwohl die Zahl der Betriebe stark gesunken ist, bleibt
       die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland bei ungefähr [4][17
       Millionen Hektar] stabil.
       
       Deshalb würde die EU auch nicht mehr Lebensmittel importieren müssen, die
       möglicherweise zu geringeren Umweltstandards erzeugt werden. Subventionen
       für Landwirte ließen sich nur dadurch rechtfertigen, dass die Bauern zum
       Beispiel mehr Blühstreifen auf ihren Äckern freiließen oder ihre Tiere
       besser halten als vorgeschrieben. Aber gegen solche höheren Auflagen wehrt
       sich die Agrarlobby seit Jahrzehnten weitgehend erfolgreich. So hat sie
       selbst dazu beigetragen, dass die von ihr mit Verve verteidigten
       Agrarsubventionen zusehends an Legitimation verlieren.
       
       28 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Streit-um-EU-Budget/!6207808
 (DIR) [2] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1753797062248&uri=CELEX%3A52025DC0570R%2801%29
 (DIR) [3] /Agraroekonom-zu-EU-Landwirtschaftspolitik/!6114167
 (DIR) [4] https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/41271/table/41271-0001
       
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 (DIR) Jost Maurin
       
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