# taz.de -- Prozess gegen Meta: Mehr Jugendschutz ist möglich
       
       > Der Ausgang des US-Gerichtsverfahrens gegen Meta zeigt, wie
       > Tech-Konzernen Grenzen aufgezeigt werden können. Das ist ein Vorbild für
       > Europa.
       
 (IMG) Bild: Meta hat verloren und die Social Media Sucht geht uns alle an, nicht nur jene die Jugendschutz betrifft
       
       Das Gerichtsverfahren gegen Meta in den USA hätte ein Big-Tobacco-Moment
       werden können, so die Hoffnung der Kritiker:innen von Big Tech. Ein
       Moment, wie der, als die Vertuschungsstrategien der Tabakindustrie bekannt
       wurden, und in dem einer breiten Öffentlichkeit schlagartig klar wird: Das
       Zeug hier, was viele ständig konsumieren, kann richtig gefährlich werden.
       
       Den Big-Tobacco-Moment hat Meta abgewendet, indem es einem Vergleich
       zugestimmt hat. [1][Die zugesagte Zahlung von bis zu rund 17 Milliarden
       US-Dollar verhindert] einen langen Prozess, in dem wohl vieles zu Tage
       gekommen wäre, was dem Konzern mehr schaden würde als der Verlust einiger
       Milliarden. Folgerichtig ging der Kurs des Unternehmens nach dem
       Bekanntwerden der Einigung nach oben. Die Botschaft der Finanzwelt:
       Ergebnis passt, Risiko abgeräumt, weitermachen.
       
       Die als Maximum angesetzte Summe ist zwar nicht niedrig. Sie wird dem
       Konzern aber angesichts eines Umsatzes von über 200 Milliarden US-Dollar im
       vergangenen Jahr nicht allzu weh tun. Aus Sicht der klagenden
       US-Bundesstaaten ist der Vergleich ebenso verständlich: Je länger sich
       Prozesse ziehen – vor allem, wenn auf der Gegenseite milliardenschwere
       Konzerne stehen -, desto höher die Kosten.
       
       Interessant ist aber ohnehin nicht nur die Summe, sondern eine Vereinbarung
       darüber hinaus. Demnach verpflichtet sich Meta in den USA zu Verbesserungen
       in Sachen Jugendschutz auf Instagram und Facebook. Dazu sollen unter
       anderem eine Obergrenze für die tägliche Nutzungsdauer gehören und eine
       Deaktivierung von Push-Nachrichten während der Schulzeit.
       
       ## Bitte mehr davon
       
       Filter, die Schönheitsoperationen simulieren, soll es für Minderjährige
       nicht mehr geben, ebenso wenig wie die Anzeige erhaltener Likes. Das alles
       sind richtige Ansätze, die als Standard aber noch viel umfangreicher sein
       sollten. Denn es gibt zahlreiche weitere Tricks, die Nutzende länger als
       von ihnen gewollt auf Plattformen halten, die ein problematisches
       Nutzungsverhalten begünstigen – und deren Abschaltung sicher auch vielen
       Erwachsenen guttun würde.
       
       Für Europa hat der Ausgang des Gerichtsverfahrens aber noch eine andere
       Botschaft: [2][Mehr Jugendschutz ist möglich] – wenn der Druck hoch genug
       ist. Die Diskussion über ein Mindestalter für die Nutzung von Social Media
       scheint die Konzerne bislang nicht ausreichend aufgeschreckt zu haben.
       Vermutlich wissen sie, basierend auf den Erfahrungen aus Australien, dass
       eine Altersgrenze kaum Wirkung zeigt. Zeit also, auch in der EU den Druck
       zu erhöhen.
       
       27 Aug 2026
       
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