# taz.de -- Machtkampf bei Volkswagen: Betriebsratschefin schließt betriebsbedingte Kündigungen aus
> VW plant Werksschließungen und will zigtausende Stellen abbauen.
> Betriebsratschefin Daniela Cavallo kämpft derweil um Joberhalt und
> Altersteilzeit.
(IMG) Bild: VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo bei einem Pressetermin mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (24.8.2026)
rtr | Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo schließt
betriebsbedingte Kündigungen bei Europas größtem Autobauer aus. „Meine
Linie ist klar“, sagte sie am Montag [1][nach einem Besuch im VW-Werk in
Hannover]. „Wir haben eine Beschäftigungssicherung erkämpft und wir werden
auch in Zukunft dafür kämpfen, dass Veränderungen sozialverträglich
stattfinden.“
Dabei sei es wichtig, dass auch weiterhin [2][Altersteilzeit und
insbesondere das Blockmodell] angeboten werden können. „Wenn das fällt,
dann werden wir über andere Maßnahmen sprechen müssen, und dafür stehe ich
als IG-Metall-Mitglied nicht zur Verfügung“, sagte sie. Auch
Werksschließungen erteilte sie eine Absage. Das sei für sie keine Option,
betonte Cavallo.
Von den außerordentlichen Betriebsversammlungen bei Volkswagen erwarte sie,
dass sich der VW-Vorstand vor der Belegschaft erkläre. Dabei gehe es nicht
nur um mögliche Werksschließungen oder einen massiven Arbeitsplatzabbau.
„Ein Zukunftsprogramm kann ja nicht dadurch alleine entstehen oder
bestehen, dass man über Arbeitskostenreduzierung und Personalabbau spricht
und Standorte infrage stellt“, sagte Cavallo.
## VW-Chef trifft Belegschaft
Die [3][Autoindustrie stehe vor schwierigen Herausforderungen], sagte
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies. Deutschland sei etwa bei den
Energiekosten nicht wettbewerbsfähig. Dazu komme der [4][Wettbewerb durch
chinesische Autobauer]. Die Europäische Union habe mit den Zöllen auf
Elektroautos aus China eine Lösung gefunden, die zu einer fairen
Wettbewerbssituation führe. Lies forderte die EU auf, Zölle auch auf
Hybridautos aus China zu verhängen.
Am Dienstag stellt sich VW-Chef Oliver Blume bei einer außerordentlichen
Betriebsversammlung in Wolfsburg den Fragen der Mitarbeiter, anschließend
stehen weitere Betriebsversammlungen an den anderen Standorten an. Die
Belegschaft kritisierte im Vorfeld die „desaströse Kommunikation nach
außen durch den Vorstand“.
Blume hatte am Freitag in einem im Intranet veröffentlichten Interview die
Lage bei VW als „mehr als kritisch“ bezeichnet. Er will die Kapazitäten in
den europäischen VW-Werken um 500.000 Fahrzeuge jährlich senken und
stellte die langfristige Fertigung in Hannover, Emden, Zwickau und
Neckarsulm zur Disposition. Zudem sollen die Kosten deutlich reduziert
werden. Im Juli war der Vorstand mit seinen Plänen jedoch [5][im
Aufsichtsrat gescheitert].
25 Aug 2026
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