# taz.de -- Neurologische Dysfunktion bei Musiala: Die kurzen Aussetzer des Jamal Musiala
       
       > Der Nationalspieler ist innerhalb weniger Tage zweimal auf dem Platz
       > zusammengebrochen. Nun hat er öffentlich gemacht, dass er an sogenannten
       > Absencen leidet.
       
 (IMG) Bild: Jamal Musiala beim Testspiel FC Bayern München gegen den 1. FC Heidenheim
       
       Mehr als 1,2 Millionen Herzen sind Jamal Musiala auf seinem
       Instagram-Account von Dienstagabend an bis zum Mittwochvormittag
       zugeflogen. Die Anteilnahme ist groß. Der deutsche Nationalspieler und
       Profi des FC Bayern München hat sich seinen Followern [1][mit einem Foto
       präsentiert], auf dem er von hinten beifallklatschend zu sehen ist. „Ich
       bin besonders dankbar für eure Nachrichten und euren Support“, schrieb er
       in seinem ausführlichen Post und offenbarte erstmals, dass er an Absencen
       leidet – einer neurologischen Dysfunktion. Absencen sind eine Form von
       Epilepsie, die vor allem bei Kindern auftritt. Dabei setzt das Bewusstsein
       für wenige Sekunden aus.
       
       Die kollektive Sorge um den Gesundheitszustand von Musiala nahm am Samstag
       bei einem Freundschaftsspiel gegen RB Leipzig seinen Anfang. Nur 17 Minuten
       nach seiner Einwechslung brach er ohne erkennbaren Grund zusammen und
       verließ den Platz erst nach mehrminütiger Behandlung. Die erste Diagnose
       lautete Hitzschlag – bei 33 Grad Celsius eine plausible Erklärung.
       
       Dass dies eine Schutzbehauptung war, um die Privatsphäre von Musiala so gut
       wie möglich zu wahren, fiel dann am Dienstagabend auf. Beim
       Freundschaftsspiel in Heidenheim wiederholte sich das Szenario – diesmal
       bei Temperaturen unter 20 Grad. Dieses Mal nach nur vier Minuten auf dem
       Feld sackte Musiala erneut ohne Fremdeinwirkung zusammen. Nach ärztlicher
       Versorgung verließ er den Platz selbstständig.
       
       Spätestens jetzt war klar, dass sein Gesundheitszustand öffentlich
       diskutiert werden würde. Musiala entschied sich, die Initiative zu
       ergreifen, und erklärte auf Instagram: Bei ihm seien „gut behandelbare
       Absencen“ diagnostiziert worden, „welche auf eine neurologische Dysfunktion
       zurückzuführen sind“. In Absprache mit seinen Ärzten habe er dennoch
       gespielt, da abgesehen von den Absencen kein gesundheitliches Risiko
       bestehe. Diese könnten zwar „scary“ wirken, doch er sei in bester
       medizinischer Betreuung und optimistisch. Gleichzeitig bat er darum, das
       Thema im Kreis seiner engsten Vertrauten, des Vereins und der Experten zu
       belassen.
       
       ## Der Verein wusste schon vorher Bescheid
       
       So verbieten sich auch an dieser Stelle weitergehende Spekulationen über
       das Veröffentlichte hinaus. Den Verein konnte die Absencen von Jamal
       Musiala nicht überraschen. „Wir wussten und wissen Bescheid“, bekannte
       Sportvorstand Max Eberl. Der Verein überließ es Musiala, die Informationen
       selbst zu veröffentlichen.
       
       In den meisten Fällen sind Absencen mithilfe von Medikamenten gut
       kontrollierbar. Stress zu vermeiden, senkt das Risiko zusätzlich. Der FC
       Bayern geht davon aus, dass Musiala seine Karriere fortsetzen kann. Was die
       beiden Vorfälle für seine unmittelbare Zukunft bedeuten, bleibt jedoch
       unklar. Nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung bei der Klub-WM im
       Juli 2025 hatte er sich [2][erst mühsam zurückgekämpft]. Bis zur WM im
       Sommer fand er jedoch noch nicht zu alter Form.
       
       Ob [3][Trainer Vincent Kompany] den 23-Jährigen bereits am Samstag beim
       Supercup gegen Borussia Dortmund oder beim Ligastart gegen den VfB
       Stuttgart einsetzen wird, scheint angesichts der gegenwärtigen Aufregung
       eher unwahrscheinlich. Die Verantwortlichen müssen angesichts der immensen
       öffentlichen Aufmerksamkeit die nächsten Wochen mit viel Feingefühl
       agieren. Das ist keine einfache Angelegenheit. Selbst wenn die Ärzte grünes
       Licht geben, könnten erneute Bilder von Musialas Absencen auf die
       Öffentlichkeit weiterhin „scary“ wirken. Es wird ein Lernprozess sein –
       auch für das Publikum.
       
       19 Aug 2026
       
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 (DIR) Johannes Kopp
       
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