# taz.de -- Streik in Häfen: Verdi ruft zu Warnstreiks an sechs Seehäfen auf
       
       > Verdi verhandelt derzeit mit dem Arbeitgeberverband ZDS über die Löhne
       > der Hafenarbeiter. Das jüngste Angebot der Arbeitgeber stieß auf
       > Ablehnung.
       
 (IMG) Bild: Alle Räder stehen still, wenn der Arbeitenden starker Arm es will, demnächst vor allem in Deutschlands Häfen
       
       dpa | Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ([1][Verdi]) ruft zu
       24-stündigen Warnstreiks an sechs deutschen Seehäfen auf. Der Warnstreik
       solle am Montagabend beginnen, [2][teilte Verdi mit]. Betroffen sind die
       Häfen Hamburg, Bremerhaven und Bremen sowie in Niedersachsen Wilhelmshaven,
       Emden und Brake. Hintergrund sind Tarifverhandlungen.
       
       Am Freitag war bekanntgeworden, dass Verdi ein Arbeitgeberangebot abgelehnt
       hat. Die Gewerkschaft stützte sich auf eine Befragung unter den
       Beschäftigten. Mehr als 6.100 Arbeitnehmer hätten sich daran beteiligt und
       die Mehrheit halte das Angebot des Arbeitgeberverbands nicht für
       ausreichend.
       
       Die erste Verhandlungsrunde hatte im Juli in Bremen begonnen. Verdi fordert
       für die rund 11.000 Beschäftigten in den Häfen 8,2 Prozent höhere
       Stundenlöhne als bislang. Der Vertrag solle ein Jahr lang laufen.
       
       Die Arbeitgeber, die vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe
       (ZDS) in Hamburg vertreten werden, hatten in der ersten Runde ein Angebot
       vorgelegt und dieses in der zweiten erhöht. Der ZDS bietet unter anderem
       einen Anstieg der Löhne um 5,1 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten.
       
       ## ZDS-Hauptgeschäftsführer verteidigt Angebot
       
       Anlässlich der Warnstreik-Ankündigung sagte Verdi-Verhandlungsführerin
       Sylvi Krisch: „Dieses Signal an die Arbeitgeber, dass wir es ernst meinen
       mit unserer Tarifforderung, ist offenbar dringend nötig.“ Krisch zufolge
       wartet die Gewerkschaft auf einen dritten Verhandlungstermin.
       
       ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger sagte, er bedauere, dass das
       Angebot von Verdi abgelehnt worden sei. Es handle sich um ein im Vergleich
       zu anderen Branchen gutes Angebot „am oberen Ende“. Keisinger verwies
       beispielsweise auf den Abschluss in der Chemieindustrie.
       
       Die [3][Warnstreiks] nannte Keisinger „unverhältnismäßig“. Diese
       beeinträchtigten die Zuverlässigkeit der Seehäfen und setzten Lieferketten
       der Industrie und des Handels weiter unter Druck. Es könne Auswirkungen auf
       Importe und Exporte geben. Die globalen Lieferketten seien bereits
       angespannt.
       
       Die zurückliegende Tarifrunde im vergangenen Jahr war ohne Warnstreiks zu
       Ende gegangen. Verdi und ZDS einigten sich überraschenderweise bereits
       während der ersten Verhandlungsrunde. Die Einigung sah ein Lohnplus von 3,1
       Prozent bei einer einjährigen Laufzeit vor. Zudem wurden weitere Zahlungen
       vereinbart. Verdi-Mitglieder erhielten einen zusätzlichen freien Tag.
       
       17 Aug 2026
       
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