# taz.de -- Jason Arday: Rassistische Pfade
       
       > Bei weißen Professor:innen wird bei Verfehlungen ein Auge zugedrückt,
       > gegen Jason Arday brach Hetze los. Gelernt wird wohl wenig daraus.
       
 (IMG) Bild: Cambridge, auf Abwegen
       
       Nicht viele Menschen werden von William O’Reilly gehört haben. O’Reilly,
       Cambridge-Professor, wurde 2023 beschuldigt, von seinen Studierenden
       abgeschrieben zu haben. Er blieb im Amt, die Plagiate sollen keine Absicht
       gewesen sein. Nicola Morrison, ebenfalls Cambridge-Professorin, die 2010
       plagiiert hat, behielt ihre Professur ebenfalls; kein großes Aufheben, sie
       entschuldigte sich. Zwei von vielen Fällen weißer Professor:innen, die
       plagiiert haben. Plagiate sind im akademischen Betrieb nichts
       Außergewöhnliches. Das ist unschön, ändert daran aber nichts.
       
       Bei Jason Arday, jüngster Schwarzer Professor in der Geschichte der
       britischen Eliteuniversität Cambidge, lief es anders. Nachdem ein
       Wissenschaftler, der dafür bekannt ist, dass er die Intelligenz eines
       Menschen seinen Genen und damit der „Rasse“ zuschreibt, einen Blogartikel
       über mutmaßliche Plagiate von Arday verfasste und dessen Lebensgeschichte
       in Zweifel zog, brach ein medialer Feuersturm über ihm zusammen.
       
       Jason Arday gab seine Stelle auf. [1][Ende vergangener Woche wurde er tot
       aufgefunden].
       
       Seine Familie berichtet, dass Arday seit seiner Ernennung einer
       „anhaltenden Hetzkampagne“ ausgesetzt gewesen sei. Jolyon Maugham, Gründer
       der NGO Good Law Project, der Arday kannte, sagt, dass er Medien wie den
       Guardian immer wieder gewarnt hatte, dass Jason in einem gefährdeten
       Zustand war, sie aber sogar dann weiter berichteten, nachdem er die
       Universität verlassen hatte.
       
       Jason Arday [2][hatte Autismus und konnte als Jugendlicher wahrscheinlich
       lange Zeit weder lesen noch schreiben]. Er schaffte es bis zur Professur in
       Cambridge. Diese außergewöhnliche Lebensgeschichte wurde bespuckt von
       Medien, die ihren eingefahrenen, rassistischen Pfaden folgten und
       Schlagzeilen produzierten, die Hass entfachten. Man könnte sich wünschen,
       dass daraus Nachdenklichkeit erwachsen würde. Aber darauf würde man
       vergeblich hoffen.
       
       17 Aug 2026
       
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 (DIR) [1] /Uni-Skandal-in-Grossbritannien/!6204614
 (DIR) [2] https://www.bbc.com/news/articles/c1j1ye6n30no
       
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 (DIR) Gilda Sahebi
       
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