# taz.de -- Nach Drohnen auf Leipziger Flughafen: Grüße nach Moskau
> Russland steckt hinter den Drohnenvorfällen am Flughafen Leipzig/Halle.
> Deutschland muss entschlossen handeln, aber ohne Überreaktion.
(IMG) Bild: Für die Bundesregierung steckt Russland hinter den Drohnenvorfällen am Flughafen Leipzig/Halle
Die „fremde Macht“ ist nun benannt: Russland steckt hinter den
[1][Drohnenvorfällen am Flughafen Leipzig/Halle.] Vor rund vier Wochen ist
Deutschland knapp einer Katastrophe entgangen. Nicht auszudenken, wie viele
Verletzte oder Tote es gegeben hätte, wäre der montierte Sprengsatz
tatsächlich detoniert. Die Bundesregierung hatte es sich offenbar nicht
leicht gemacht, die Drahtzieher des Angriffs zu benennen. Und das, obwohl
in den vergangenen Monaten immer wieder Cyberattacken, Sabotage an
kritischer Infrastruktur und Desinformationskampagnen registriert wurden,
die deutschen Geheimdienste eindringlich warnten und einen russischen Bezug
nicht ausschlossen.
Bemerkenswert ist auch, dass ausgerechnet am Tag der Verkündung von
Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt es in verschiedenen
Nato-Ländern zu Drohnenvorfällen kam, die ganz klar in Zusammenhang mit der
russischen Vollinvasion in der Ukraine gesehen werden müssen. [2][In
Estland] gab es Luftalarm, [3][in Rumänien wurde eine Drohne gefunden].
Alles Zeichen, die auf eine russische Eskalation auf Nato-Territorium
deuten können. Oder sicher darauf, dass der russische Präsident Wladimir
Putin sich von den bisherigen Maßnahmen der Ukraine-Verbündeten nicht
beeindrucken lässt.
Und Kanzler Merz? Äußerte sich in einem Social-Media-Post und spricht in
markigen Worten davon, dass die Urheber hybrider Angriffe dafür bezahlen
müssen. Er selbst übernimmt aber nicht die Aufklärung des Falls, sondern
schickt seine beiden Minister Dobrindt und Wadephul vor. Ein solches
Vorgehen wird Präsident Putin wohl kaum in die Knie zwingen. Es sollte
jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, die russische Bedrohung nicht mehr zu
unterschätzen oder mit Worthülsen vorbeirauschen zu lassen. Zugleich ist es
richtig, jetzt nicht überzureagieren. Im diplomatischen Instrumentenkasten
gibt es durchaus noch Besteck, das jetzt eingesetzt werden könnte. Dazu
gehört etwa die Ausweisung russischer Diplomaten aus Deutschland oder auch
die Schließung des Russischen Hauses in Berlin.
Auf europäischer Ebene braucht es harte Maßnahmen gegen die Schattenflotte.
Und es geht darum, viel stärker auf die Expertise der baltischen und
nordischen Ländern zu vertrauen, die seit Jahren den Drohgebärden Russlands
ausgesetzt sind. Vielleicht ist Merz, der Außenkanzler, ja gerade dabei,
intensive Gespräche mit den Verbündeten zu führen? Auch darüber sollte die
Bundesregierung jetzt nachdenken: Den Nato Artikel 4 zu nutzen und
Beratungen innerhalb der Militärallianz anzugehen. Auch das wäre eine Form
der Prioritätensetzung in der aktuellen Lage.
1 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Tanja Tricarico
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