# taz.de -- Abfindung statt Tarifvertrag: Amerikanisches Ende für schwedischen Tesla-Streik
       
       > Nach fast drei Jahren ist der Arbeitskampf bei Tesla in Schweden
       > eingestellt worden. Die in den Ausstand getretenen Mitarbeitenden
       > verlassen gegen hohe Abfindungen den Konzern.
       
 (IMG) Bild: Musk, Streiks, Verlust der Rolle als Weltmarktführer: Das Bild der Marke Tesla hat Flecken bekommen
       
       Härnösand taz | Anderthalb Jahresgehälter sollen es am Ende gewesen sein.
       Das war es [1][Elon Musks Autobauer Tesla] wert, die Widerspenstigen unter
       seinen schwedischen Mitarbeitenden zu zähmen. Es reichte offenbar, deren
       Streikwillen nach fast drei Jahren zu brechen: Die 80
       Gewerkschaftsmitglieder, um die es ging, haben im Gegenzug das Unternehmen
       verlassen.
       
       Von der Höhe der Zahlung berichtete am Freitag der schwedische Rundfunk SR,
       der die Gesamtsumme auf umgerechnet gut sechs Millionen Euro schätzte. Um
       Top-Verdiener handelte es sich also nicht. Der Sender berichtete zudem, die
       ehemaligen Tesla-Mitarbeiter hätten umfassende Verschwiegenheitserklärungen
       unterzeichnen müssen.
       
       Das unerwartete Ende dieses auch international für Aufsehen sorgenden
       Arbeitskampfes hatte die Gewerkschaft IF Metall am Donnerstag verkündet:
       Der Streik würde am 19. August eingestellt – die Begründung klang ebenso
       lapidar wie resigniert: Es gebe keine Streikenden mehr.
       
       Tesla habe Methoden angewendet, die in Schweden seit den 1930er-Jahren
       verbannt sind, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär laut
       Pressemitteilung.
       
       Die Nachricht sorgte in Schweden mit seiner starken Gewerkschaftstradition
       weithin für Staunen. „Amerikanische Methoden“ kritisierten Beobachter – und
       die will man dort nicht.
       
       Auch die konservative Regierung sieht nun offenbar Handlungsbedarf, damit
       das Tesla-Modell in Schweden keine Schule macht. Der Vorgang sei einmalig
       in der schwedischen Geschichte, sagte der zuständige Minister Johan Britz
       (Liberale) dem SR – wegen der Dauer und weil er nicht mit der
       Unterzeichnung eines Tarifvertrags geendet habe. Die Regierung werde den
       Konflikt analysieren lassen. Ziel sei es, das schwedische
       Arbeitsmarktmodell zu schützen.
       
       Der [2][Arbeitskampf bei Tesla] hatte im Oktober 2023 begonnen, weil das
       Unternehmen sich weigerte, einen Tarifvertrag für die
       Gewerkschaftsmitglieder zu unterzeichnen. In der Folge hatten sich andere
       Gewerkschaften solidarisiert, darunter viel beachtet die
       Transportgewerkschaft, die den Transport von Teslas blockierte.
       
       Die Arbeitgeberseite sieht die Sache allerdings anders: Tarifverträge seien
       freiwillig in Schweden, und es sei gut, dass IF Metall das jetzt verstehe
       und einen historisch unnötigen Konflikt beende, teilte der größte
       schwedische Unternehmerverband Företagarna der schwedischen
       Nachrichtenagentur TT mit.
       
       Auch Tesla selbst äußerte sich gegenüber TT: Deren schwedische
       Kommunikationschefin Maria Lantz sagte demnach, Tesla würde sich als
       Arbeitgeber an alle schwedischen Gesetze und Verordnungen halten. „Unsere
       Verträge sind gleichwertig oder besser als die im Rahmen eines
       Tarifabschlusses.“ Fast drei Jahre überzeugte dies die streikenden
       Mitarbeiter nicht. Ihr Kampf galt nun schon länger als verfahren. Mit Geld
       von Tesla werden die sich nun eine Zukunft ohne Tesla suchen.
       
       15 Aug 2026
       
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