# taz.de -- Abriss von Mehrfamilienhaus in Hamburg: Eigentümer ließ Haus verfallen
       
       > In der Holstenstraße wurden Mieter:innen eines Mehrfamilienhauses
       > plötzlich wegen Einsturzgefahr evakuiert. Jetzt wird ein Teil ihres
       > Zuhauses abgerissen.
       
 (IMG) Bild: Akut einsturzgefährdet: die Holstenstraße 195 und 197 in Hamburg
       
       Zwei haushohe Kräne ragen am Dienstagvormittag über das Dach der
       Holstenstraße 195 und 197 in Altona hinaus. Unter den Kränen befindet sich
       der Eingang zum Hinterhof des Hauses. Der Zugang zum Hof ist mit
       Absperrgittern versperrt. Mehrere Polizist:innen und Baggerfahrer in
       Warnwesten und Helmen stehen davor und unterhalten sich. Es haben sich
       Medienvertreter:innen und Interessierte eingefunden.
       
       [1][Im Juli war das fünfstöckige Mehrfamilienhaus wegen akuter
       Einsturzgefahr geräumt worden.] Die Bewohner:innen mussten ihr Zuhause
       innerhalb kürzester Zeit verlassen. Einige berichten, dass sie nur 10
       Minuten hatten, um ihre Sachen zu packen. Zwei Nachbarhäuser wurden
       ebenfalls evakuiert.
       
       Die Mieter:innen hatten zuvor [2][Risse in den Wänden ihres Wohnhauses]
       bemerkt und die Feuerwehr gerufen. Eine Prüfung des Hauses zeigte später,
       dass der hintere Teil des Gebäudes nicht mehr genutzt werden kann. [3][Laut
       dem Bezirksamt Altona muss dieser Teil deswegen abgerissen werden.] An
       diesem Dienstag soll das passieren.
       
       Wenige Meter von dem Zugang zum Hinterhof entfernt steht eine ehemalige
       Bewohnerin des Hauses. Mit Tränen in den Augen schaut sie zu den Kränen
       hinauf, die hinter dem Dach ihres einstigen Zuhauses verschwinden. „Es wird
       gleich hinter mir ein Teil meines Hauses abgerissen. Es macht mich
       fassungslos“, sagt sie der taz. Sie und die anderen ehemaligen
       Mieter:innen hätten große Angst, dass es nicht beim hinteren Teil bleibt
       und alles abgerissen wird, erzählt sie.
       
       ## Wer zahlt für das Hotel?
       
       Bevor die Abrissarbeiten beginnen, bittet die Polizei alle Zuschauer:innen,
       sich hinter eine weiträumigere Absperrung zu stellen, die einige Häuser
       weiter aufgestellt wurde.
       
       In der Nähe steht ein Polizist, der sich den Fragen der Betroffenen stellt.
       Er erklärt: „Die Kacke ist am Dampfen. Wir versuchen, den Personenschaden
       zu minimieren.“
       
       Hinter der Absperrung steht auch Rechtsanwalt Marc Meyer. Er arbeitet als
       [4][Rechtsberater beim Mieterverein „Mieter helfen Mietern“] und
       unterstützt die betroffenen Mieter:innen in der Holstenstraße. Er
       tauscht sich mit ehemaligen Bewohner:innen des Wohnhauses aus.
       
       Die Anwohner:innen berichten, dass sie hoffen, dass der hintere Teil
       neu aufgebaut wird und sie vom Eigentümer des Gebäudes eine Entschädigung
       erhalten. „Wir erwarten, dass sich Eigentümer, die Häuser besitzen, auch um
       die Häuser kümmern“, erzählt die Bewohnerin der taz. „Wir hoffen, dass der
       Teil, der abgerissen wird, wieder aufgebaut wird“, fügt sie hinzu.
       
       Die Bewohnerin erzählt, dass sie sich privat eine andere Unterkunft gesucht
       hat, andere Bewohner:innen seien in Hotels untergebracht. Aktuell ist
       nicht klar, wer für die entstandenen Schäden und den Verlust der
       Mieter:innen aufkommen muss.
       
       Rechtsanwalt Marc Meyer fordert, dass der Eigentümer zur Verantwortung
       gezogen wird: „Der Bezirk muss ihm Daumenschrauben anlegen. Der Typ hat
       Asche ohne Ende“, sagt er der taz.
       
       Zunächst gehe es darum, dass den Mieter:innen die entstandenen Kosten
       für Hotels und andere alternative Unterkünfte erstattet werden. Langfristig
       sei das Ziel, dass der Eigentümer dafür aufkommt, dass der hintere Teil des
       Hauses wieder aufgebaut wird. Meyer betont, dass der Schutz von
       Wohngebäuden ein bundesweites Thema sei. „Es braucht einen Wohnhaus-TÜV“,
       erklärt er.
       
       11 Aug 2026
       
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 (DIR) [2] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/einsturzgefahr-in-der-holstenstrasse-bewohner-verlieren-wohl-ihr-haus,einsturzhaeuser-100.html
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