# taz.de -- Prozess gegen Letzte Verteidigungswelle: Bis zu fünf Jahre Haft für Jungnazis
> Die rechtsextreme Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ plante
> tödliche Anschläge. Nun wurden acht Nachwuchsfaschisten in Hamburg
> verurteilt.
(IMG) Bild: Nazibande vor Gericht: Am Mittwoch fällten die Hamburger Richter:innen das Urteil
afp/taz | Im Hamburger Terrorprozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder und
Unterstützer der Neonazi-Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ sind am
Mittwoch Haftstrafen von bis zu fünf Jahren verhängt worden. Das
Oberlandesgericht in der Hansestadt verurteilte die jungen Angeklagten
unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und
versuchten Mordes. Die rechte Zelle hatte Spreng- und Brandanschläge auf
Geflüchtete und Linke geplant und bereits erste Taten verübt.
Die sieben verhängten Haftstrafen nach Jugendstrafrecht reichten von zwei
Jahren und vier Monaten bis hin zu fünf Jahren. Ein Angeklagter erhielt
eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Drei Angeklagte wurden auch
wegen Rädelsführerschaft verurteilt. Laut der Vorsitzenden Richterin
stellten die Taten den Versuch dar, „Chaos herbeizuführen“. Die Bezeichnung
„braune Kinderzimmer“ sei „durchaus passend gewählt“, sagte sie.
Die länderübergreifend aktive Gruppierung aus teils sehr jungen und noch
minderjährigen Beschuldigten war im Mai 2025 von Sicherheitskräften
zerschlagen worden. Einige der nun in Hamburg vor Gericht stehenden
mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer wurden bei einer Razzia
festgenommen, andere befanden sich schon in Haft.
Laut Anklage der Bundesanwaltschaft [1][plante die Gruppierung potenziell
tödliche Anschläge] auf Flüchtlinge und politisch Andersdenkende. Einige
der Beschuldigten verübten demnach bereits erste entsprechende Taten – so
einen nächtlichen [2][Brandanschlag auf ein bewohntes Kulturzentrum in
Altdöbern in Brandenburg] im Oktober 2024 sowie eine nächtliche
Pyrotechnikattacke auf eine Flüchtlingsunterkunft in Schmölln in Thüringen
im Januar 2025.
## Nur durch Zufall keine Verletzten
Verletzte gab es nicht, was den Ermittlern zufolge teils aber nur Zufällen
zu verdanken war. Bereits geplant war demnach ein weiterer Anschlag auf
eine Flüchtlingsunterkunft in Senftenberg in Brandenburg. [3][Festgenommen
wurden einige der Angeklagten im vergangenen Jahr] in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen. Die Beschuldigten waren zum
damaligen Zeitpunkt zwischen 14 und 21 Jahre alt.
Das Oberlandesgericht Hamburg ist unter anderem auch für
Staatsschutzdelikte aus Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Der Prozess fand
aufgrund des Alters einiger Beschuldigter unter Ausschluss der
Öffentlichkeit statt. Nur für die Urteilsverkündung galt das nicht.
5 Aug 2026
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