# taz.de -- Innenausschuss tagte zu CSD-Anschlag: Auch Bayerns Vorbild hilft nicht weiter
> Auf der Suche nach Maßnahmen, um Terroranschläge zu verhindern, tun sich
> zahlreiche Probleme auf. Die Vorschläge Dobrindts versprechen überwiegend
> keine Lösung.
(IMG) Bild: Innenminister Dobrindt (2. v.re.) am Tatort des Anschlags auf den Berliner CSD, 26. Juli
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) ist unbeirrt. Im Innenausschuss des
Bundestags, der sich am Dienstagnachmittag mit dem islamistischen
[1][Anschlag auf den Berliner CSD] beschäftigte, hielt Dobrindt an seinen
drei zentralen Forderungen fest: Verschärfungen im Jugendstrafrecht, mehr
Einsatz der elektronischen Fußfessel bei Gefährdern und eine „in ganz
Deutschland anwendbare Präventivhaftregelung“.
Über eine gewisse Verschärfung des Jugendstrafrechts kann man durchaus
reden. Bei Heranwachsenden mit Terrorfantasien sollte die sogenannte
Vorbewährung künftig ausgeschlossen sein. Die Vorbewährung ist eine
Besonderheit des [2][Jugendstrafrechts]. Sie kommt zum Einsatz, wenn
eigentlich keine Bewährung möglich ist, weil die Sozialprognose zu
ungünstig erscheint. Hier kann der Jugendrichter noch eine weitere Chance
geben, sich in Freiheit durch Wohlverhalten die Möglichkeit der Bewährung
zu verdienen.
So etwas hat sich bei Ladendieben und Kneipenschlägern durchaus bewährt,
bei Terrorsympathisanten wie [3][Abdul Ballout] ist das Risiko aber zu
groß, dass die erzieherische Großzügigkeit für einen Anschlag benutzt wird.
Die elektronische Fußfessel ist dagegen kein taugliches [4][Mittel zur
Verhinderung von Terroranschlägen]. Wer zum Attentat entschlossen ist, wird
durch die elektronische Überwachung nicht daran gehindert, Morde zu
begehen.
Auch eine bundeseinheitliche Präventivhaft ergibt wenig Sinn. Präventivhaft
ist in Deutschland nur bei einer konkreten Gefahr und maximal zwei Monate,
wie in Bayern, sonst jedoch nur einige Tage lang möglich. Selbst wenn alle
Bundesländer sich an Bayerns Vorbild orientieren, was der Bund nicht
erzwingen könnte, wäre dies bei einem entschlossenen Terroristen nur ein
kurzer Aufschub.
Am wirkungsvollsten wäre natürlich eine Präventivhaft, die so lange
andauert, bis von einem Islamisten sicher keine Gefahr mehr ausgeht, im
Zweifel lebenslang. Dass dies völlig unverhältnismäßig wäre, liegt aber auf
der Hand.
5 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Anschlag-auf-CSD-in-Berlin/!6199277
(DIR) [2] /Christopher-Street-Day/!6200033
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(DIR) [4] /Diskussion-nach-CSD-Anschlag-in-Berlin/!6199730
## AUTOREN
(DIR) Christian Rath
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