# taz.de -- Waldbrände in Europa und den USA: Zehntausende müssen fliehen
> In den Niederlanden lodert es in einem Naturschutzgebiet, im
> US-Bundesstaat Washington sind mehr als 700 Gebäude abgebrannt. Auch in
> Griechenland brennt es.
(IMG) Bild: Mit Löschhubschraubern und Tausenden Einsatzkräften versuchen viele Länder Brände zu löschen. Hier Griechenland, Nähe Athen
dpa | Immer wieder werden Orte evakuiert, brennen Wälder und Häuser,
verenden Nutz- und Wildtiere: Westlich der griechischen Hauptstadt Athen
sind weiterhin unzählige kleine und große Brandherde aktiv. Auch andere
Regionen kommen nicht zur Ruhe. In den Niederlanden brennt es in einem
Naturschutzgebiet, [1][im US-Bundesstaat Washington] kämpfen Tausende
Feuerwehrleute gegen Großbrände, rund 65.000 Menschen mussten sich dort
bislang vor den Flammen in Sicherheit bringen. In Frankreich bleibt die
Alarmbereitschaft hoch – in Spanien hingegen entspannt sich die Lage.
## Griechenland
Dreiundzwanzig Löschflugzeuge und elf Löschhubschrauber, dazu Hunderte
Einsatzkräfte am Boden – und doch sind die Wald- und [2][Buschbrände
westlich von Athen] bislang nicht in den Griff zu bekommen. Die sehr
starken Winde hatten die Flammen am Wochenende so weit ausgebreitet, dass
die Rettungskräfte nun immer wieder auch in Regionen anrücken müssen, wo
Glutnester neu entflammen. Satellitenbilder zeigen unzählige Brandherde auf
einer Fläche von gut 30 mal 30 Kilometern.
Elf Ortschaften mussten im Laufe des Montags evakuiert werden, darunter der
Küstenort Psatha am Golf von Korinth, wo die Flammen anschließend auch
Häuser erreichten. Auf dem Meer halten sich Boote der Küstenwache und
private Bootsbesitzer für mögliche Rettungseinsätze bereit. Überall in der
Region ist zudem die Polizei im Einsatz: Immer wieder werden Straßen
gesperrt und der Verkehr muss umgeleitet werden.
Schätzungen zufolge sind bislang 8.000 Hektar verbrannt, also eine Fläche
von 80 Quadratkilometern – fast so groß wie die Stadt Weimar. Die
Waldbrandgefahr bleibt hoch – auf Stufe vier von fünf in der betroffenen
Region.
## US-Bundesstaat Washington
Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben drei Großbrände ganze
Wohngebiete verwüstet. Gent Welsh von der Nationalgarde in dem
Westküstenstaat verglich die Zerstörung in der betroffenen Region rund um
die Stadt Spokane mit einem „Kriegsgebiet“. Behördenangaben zufolge
brannten dort mehr als 700 Häuser und andere Gebäude ab. Verletzte oder
Tote seien bislang aber nicht gemeldet worden, hieß es am Montag
(Ortszeit).
Die Feuer seien vermutlich die „schlimmste Naturkatastrophe“ in dieser
Region, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson. Dave Upthegrove,
Beauftragter für staatliche Ländereien, sprach von einer „historischen
Waldbrandsaison“, die schon relativ früh im Sommer verheerende Ausmaße
erreicht habe. Seinen Angaben zufolge brennen derzeit in dem Bundesstaat 17
größere Feuer auf einer Fläche von über 100.000 Hektar Land. Rund 5.000
Einsatzkräfte kämpften in dem Bundesstaat gegen die Brände an.
Allein im Raum Spokane waren mehr als 65.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre
Häuser zu verlassen – mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Die Ursache für
die Brände wird derzeit noch untersucht. Am Montag sei ein 37-Jähriger
festgenommen worden, teilte das örtliche Sheriff-Büro mit. Ihm werde
Brandstiftung vorgeworfen.
## Niederlande
Im Osten der Niederlande nahe der deutschen Grenze wütet seit Montag in
einem Naturschutzgebiet ein Großfeuer. Die Feuerwehr ist nach Angaben der
Behörden mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand in De Rosmolen bei
der Ortschaft Oostrum zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu
verhindern. Drei Löschhubschrauber der Armee sind im Einsatz. Ein
Campingplatz mit etwa 300 Urlaubern wurde vorsorglich evakuiert. Der
Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray wurde eingestellt. Anwohner wurden
aufgefordert, wegen des starken Rauches Türen und Fenster geschlossen zu
halten.
## Frankreich
[3][In Frankreich] warnt der Wetterdienst für heute vor einer erhöhten
Waldbrandgefahr im Nordwesten des Landes. Auch in Mittelmeerregionen bleibe
die Gefahr hoch, weil die Vegetation dort extrem ausgetrocknet sei und
weiterhin starke Hitze herrsche, hieß es in einer Mitteilung. Die Gefahr
dürfte demnach wegen zunehmender Winde im Verlauf der Woche erneut auf die
höchste Alarmstufe ansteigen.
Generell sind die meisten Feuer unter Kontrolle, die Lage im Land gilt als
stabil. Angespannt bleibt die Situation vor allem im südfranzösischen
Département Var, wo 1.500 Feuerwehrleute gegen das Ausbreiten eines wieder
aufgeflammten Brandes kämpfen. Die Wetterbedingungen bergen das Risiko
einer ungünstigen Entwicklung, wie die Präfektur mitteilte. Sie erhielt
zudem die Warnstufe 1 wegen Luftverschmutzung aufrecht.
Bei Bordeaux, wo der in dieser Saison bislang schlimmste Brand gewütet
hatte, durften Bewohnerinnen und Bewohner weiterer evakuierter – und teils
schwer zerstörter – Orte wieder zurück nach Hause. Im Ort Le Porge an der
Atlantikküste fand zuvor noch ein Einsatz zur Minenräumung statt, da der
Kampfmittelräumdienst ein Arsenal von Weltkriegsmunition entdeckt hatte.
Nach Angaben der Präfektur vom Montagabend wurden fast 400 Granaten und
Munition geborgen.
## Spanien
Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Spanien weiter
entspannt. Nach Angaben des Waldbrandportals „Incendios Forestales“ waren
am Abend landesweit 47 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Es handelte sich
überwiegend um kleinere Feuer. Die meisten davon wurden aus den Regionen
Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha gemeldet.
Die Großbrände rund um die Hauptstadt Madrid, welche die Feuerwehr des
beliebten Urlaubslandes Ende Juli in Atem gehalten hatten, lodern zum Teil
noch weiter, sind aber unter Kontrolle. Eine weitere gute Nachricht: Dank
des Endes der vierten Hitzewelle dieses Sommers ist die Waldbrandgefahr in
Spanien landesweit zurückgegangen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte.
4 Aug 2026
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