# taz.de -- Reality-TV-Serie „Albtraum(ver)mieter“: Wer ist hier das Problem?
       
       > Die Show will den Spieß einmal umdrehen und die Mieter als die Bösen
       > darstellen. Das klappt nur bedingt.
       
 (IMG) Bild: Der Retter der Vermieter: Zwangsräumungsanwalt Chris Sharpe
       
       Die britische Reality-TV-Serie „Nightmare Tenants, Slum Landlords“ (in
       deutscher Fassung „Albtraum(ver)mieter“) will sich dem Thema Mietverhältnis
       mal von einer anderen Seite widmen. Die Message: Es gibt nicht nur die
       schlimmen Vermieter:innen, nein, auch die Mieter:innen können
       problematisch sein.
       
       In einer Folge macht sich Zwangsräumungsanwalt Chris Sharpe auf den Weg, um
       für das Recht seiner ältlichen Klientin zu kämpfen. Schockschwerenot hat
       die nämlich festgestellt, dass ihr [1][Haus besetzt] wurde – nachdem sie
       sich zwei Jahre nicht darum gekümmert hat. Es stand also leer in Tottenham,
       einem Ortsteil von London. Einer Stadt, in der es an Wohnraum mangelt und
       [2][mehr als 180.000 Menschen wohnungslos] sind.
       
       Anwalt Sharpe wirft einen Blick über den Gartenzaun des besagten Hauses. Er
       sieht, dass auf der Wäscheleine Kleidung hängt und die Hintertür offen ist.
       Sharpe ist sich sicher: Hier wohnt wer. Nur scheinen die „Squatters“
       ausgeflogen zu sein. Sharpe legt sich auf die Lauer und tatsächlich, am
       frühen Abend kehren drei Männer zum Haus zurück. Mit Polizei im Schlepptau
       überrumpelt der Anwalt sie: Was sie tun, sei illegal. Die Männer sind
       überrascht, aber nicht unfreundlich.
       
       Sie erklären, dass sie [3][aus Rumänien] seien und in Tottenham auf dem Bau
       arbeiten. Miete hätten sie aber sehr wohl bezahlt. In bar an einen
       Unbekannten, der kam, um das Geld einzusammeln. Der Mann hat sie betrogen.
       Ohne Diskussion packen sie ruhig ihre Koffer und verlassen das Haus. Wo sie
       jetzt hingehen, fragt sie niemand.
       
       Sind diese Mieter „albtraumhaft“? Eher doch der Mietenmarkt und die, die
       mit der Not der anderen Geld scheffeln. Dazu gehört auch der Sender, der
       auf der Wohnungskrise sein Sendungskonzept aufbaut – mittlerweile in sechs
       Staffeln.
       
       19 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /35-Jahre-Hausbesetzung/!6100123
 (DIR) [2] /Obdachlose-in-Grossbritannien/!5687628
 (DIR) [3] /Osteuropa-zwischen-EU-und-Russland/!6132569
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Clara Dünkler
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Mieten
 (DIR) Serien-Guide
 (DIR) Vermieter
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Mieten
 (DIR) wochentaz
 (DIR) wochentaz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Legal-Tech-Unternehmen in der Kritik: Conny und der Mietenkampf
       
       Das Unternehmen Conny verspricht Kund*innen, die Mietpreisbremse
       rechtlich durchzusetzen. Aber lohnt sich das für Mieter*innen? Es gibt
       Zweifel.
       
 (DIR) Mieterrechte: Rechte kennen und dafür kämpfen
       
       Horrende Preise und ewige Befristungen. Da braucht es selbstbewusste
       Mieter:innen, die ihre Rechte kennen. Eine Anleitung zum widerständigen
       Mieten.
       
 (DIR) Organisierter Mietenkampf: Allein machen sie dich ein
       
       In meinem Haus leihen wir uns Mehl und planen Sommerfeste. Nur für unser
       Mietrecht kämpfen alle für sich, doch unsere Probleme haben System. Muss
       das?