# taz.de -- Dekret von Milei tritt in Kraft: Einreiseverbot bei Hass gegen Argentinien
> Argentiniens Präsident Javier Milei will Ausländer wegen
> „Hassbotschaften“ ausweisen lassen. Kritiker sehen darin einen Vorwand
> für seine politische Agenda.
(IMG) Bild: Argentiniens Präsident Milei sieht Feindseligkeit gegen sein Land seit der Fußball-WM
afp/dpa | Die argentinische Regierung will Ausländern, die
„Hassbotschaften“ gegen Argentinien verbreiten, die Einreise verweigern
oder sie des Landes verweisen. „Die Verteidigung der Nation, ihrer Bürger
und ihrer Symbole ist nicht verhandelbar. Wer die Argentinische Republik
angreift, ist in unserem Land nicht willkommen“, erklärte [1][der libertäre
Präsident] Javier Milei auf X.
Die Maßnahme ist Teil einer Notverordnung, die sich gegen Ausländer
richtet, die „Hassbotschaften, Diskriminierung und/oder Gewalt gegen das
argentinische Volk“ verbreiten oder dazu aufrufen. Milei betont in seinem
Dekret, dass derartige Strafen „keinesfalls“ bei Äußerungen „ideologischer
Meinungsverschiedenheiten sowie politischer, wissenschaftlicher oder
bürgerlicher Kritik“ angewendet würden, denn sie seien von der Verfassung
geschützt.
## „Feindseligkeiten“ gegen Argentinien moniert
Bezug nimmt Milei dabei auf „die jüngsten Feindseligkeiten“ gegenüber
Argentinien, wo man sich seit der Fußball-WM einer globalen
antiargentinischen Kampagne ausgesetzt sieht.
So forderte etwa der US-amerikanische Schauspieler Samuel L. Jackson dazu
auf, Argentinien bei der WM nicht zu unterstützen, da es „eines der
rassistischsten Länder der Welt“ sei. Bei der Online-Petition „Argentina
Out“ forderten mehr als 23 Millionen Teilnehmende den Ausschluss des Landes
von Fußballweltturnieren. Im Internet verbreiteten sich zudem
Verschwörungstheorien, nach denen Argentinien bei der WM bevorzugt worden
sei.
Für die regierungskritische Zeitung Página/12 ist diese Bezugnahme indes
nur einen Vorwand für die D[2][urchsetzung von Mileis Agenda], die sich
[3][an der Ausländerpolitik von US-Präsident Donald Trump orientiere].
## Kritik an Milei
Kritik an dem Dekret gab es auch vom Verfassungsrechtler Andrés Gil
Domínguez: „Das Paradoxe daran ist, dass Javier Milei aufgrund dieser
Regelung wegen seiner ‚Hassrede‘ nicht mehr nach Brasilien (…) einreisen
dürfte“, erklärte der Rechtswissenschaftler auf X. Er spielte damit auf
Mileis jüngste Angriffe gegen den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio
Lula da Silva und die Justiz des Landes an, die für einen diplomatischen
Eklat gesorgt hatten.
Das Dekret tritt am Freitag (31. Juli) vorerst in Kraft. Der Kongress hat
aber die Möglichkeit, die Verordnung zu widerrufen.
31 Jul 2026
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