# taz.de -- Befall in Brandenburg: Nach dem Eichen- kommt jetzt der Kiefernprozessionsspinner
       
       > Nicht nur der Eichenprozessionsspinner macht in Brandenburg Probleme: Ein
       > weiterer Schädling breitet sich aus. Welche Beschwerden die giftigen
       > Härchen auslösen.
       
 (IMG) Bild: Neue Gefahr droht: Kiefernprozessionsspinner
       
       dpa | Nicht nur der [1][Eichenprozessionsspinner] ist wegen seiner giftigen
       Härchen in Brandenburg ein Problem: Auch ein weniger bekannter Verwandter
       tritt vermehrt auf – der Kiefernprozessionsspinner.
       
       Die Vorkommen haben im Vergleich zu den Vorjahren nochmals etwas
       zugenommen, wie das Umweltministerium auf Anfrage mitteilte. Der
       Kiefernprozessionsspinner profitiere ebenso wie der
       [2][Eichenprozessionsspinner] von trockenem, warmem Wetter.
       
       Auch diese giftigen Raupenhaare können allergische Reaktionen auslösen,
       Hautausschläge und Atemwegsbeschwerden. Die Nester sind aber kleiner und
       weniger auffällig als die des Eichenprozessionsspinners.
       
       ## Ministerin: Nester meist weniger problematisch
       
       Der Befall von Kiefern sei in Brandenburg weit weniger intensiv als beim
       [3][Eichenprozessionsspinner], so das Ministerium. Die Nester seien zumeist
       auch weniger problematisch, weil Kiefern seltener in Wohnsiedlungen und
       weiter entfernt von Schulen und Kitas zu finden seien.
       
       Schwerpunkte liegen laut Umweltministerium in Südbrandenburg etwa in der
       Region Cottbus und im Fläming. Aber auch der Landkreis Ostprignitz-Ruppin
       meldete Vorkommen.
       
       ## Weiter Vorsicht angebracht
       
       Beim Kiefernprozessionsspinner habe die Verpuppung – das Stadium, bevor
       daraus der Nachtfalter entsteht – inzwischen begonnen, so das Ministerium.
       In einigen Regionen sei sie schon fast abgeschlossen.
       
       Die Reste der Nester und die Brennhaare verblieben aber auch nach der
       Verpuppung noch an den Kiefern oder am Boden. Man sollte in Kiefernwäldern
       daher wachsam sein sowie etwa auf Campingplätzen und Barfußpfaden in der
       Umgebung von Kiefern, rät das Umweltministerium.
       
       Welche Gefahren bestehen für Mensch und Tier? 
       
       Laut Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind Menschen mit allergischem Asthma und
       anderen Allergieerkrankungen sowie Patienten mit Erkrankungen von Lunge und
       Atemwegen besonders gefährdet. Auch für Haustiere, insbesondere für Hunde,
       bestehe eine Gefährdung, da sich die Brennhaare am Boden verteilten und
       durch das Schnüffeln große Mengen in die oberen Atemwege der Tiere
       aufgenommen werden können.
       
       Beim Kontakt mit den Brennhaaren kommt es laut Gesundheitsamt häufig zur
       „Raupendermatitis“ mit stark juckendem Ausschlag, roten Pusteln, Quaddeln
       und schmerzhaften Hautrötungen. Auch Bindehautentzündungen mit Rötung,
       Schwellung und Lichtempfindlichkeit der Augen seien möglich.
       
       ## Was kann bei Krankheitsanzeichen helfen?
       
       Betroffene Hautstellen sollten gründlich mit viel Wasser abgespült werden,
       rät das Gesundheitsamt des Kreises Ostprignitz-Ruppin. Zudem könnten
       Brennhaare mithilfe von Klebeband vorsichtig von der Haut abgezogen werden.
       Kleidung sollte außerhalb der Wohnung gewechselt und bei mindestens 60 Grad
       gewaschen werden. Auch kühlende Umschläge könnten helfen.
       
       Sollten größere Hautareale – etwa mehr als die Hälfte eines Armes oder
       Beines, Brust oder Rücken – betroffen sein und sich Beschwerden nicht
       lindern lassen, wird empfohlen, zum Arzt zu gehen. Bei schweren Symptomen
       wie Atemnot, Schwellungen der Schleimhäute, Schwindel, Übelkeit und
       Benommenheit sollte sofort der Rettungsdienst verständigt werden.
       
       Auch Entzündungen der Augen sollte umgehend ein Arzt untersuchen. Das
       Gesundheitsamt warnt: „Keinesfalls die Augen reiben, denn dadurch gelangen
       die Haare noch tiefer ins Gewebe.“
       
       30 Jul 2026
       
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