# taz.de -- Überlegungen zu Fusionskraftwerken: Wie Deutschland die Kernfusion entwickeln will
> Dank Forschungsministerin Bär gibt es nun für Laserfusion, Magnetfusion
> und Brennstoffforschung drei Verbünde. Ein Kraftwerk gibt es damit noch
> nicht.
(IMG) Bild: Plasma zu Anfassen: Ein Modell in der Forschungsanlage ASDEX Upgrade des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik
Ihrem Ziel, das weltweit erste Fusionskraftwerk in Deutschland zu
errichten, ist Bundesforschungsministerin Dorothee Bär in dieser Woche
einen wichtigen Schritt näher gekommen. Die CSU-Politikerin gab die drei
Verbünde von Wissenschaft und Wirtschaft bekannt, die in den nächsten
Jahren konzentriert an der Entwicklung der Fusionstechnologie arbeiten
werden. Mit ihr soll durch die Verschmelzung von Atomkernen eine neue,
dauerhafte Energiequelle erschlossen werden. Für die drei „Fusionshubs“
stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
(BMFTR) bis 2029 die Fördersumme von 125 Millionen Euro zur Verfügung.
„Deutschland ist hervorragend aufgestellt in der [1][Fusionsforschung], hat
vielversprechende Start-ups und kann zum weltweiten Vorreiter werden“,
erklärte Bär zum Start der Initiative „Hubs für die Fusion“, die zu ihrem
Innovationsprogramm „Hightechagenda Deutschland“ gehört. Die Fusion besitze
„das enorme Potenzial, die Energieversorgung der Zukunft sauber, sicher und
stets verfügbar zu sichern“, gab die Ministerin das Versprechen der
Fusionsforscher wieder.
An dieser technischen Vision wird allerdings schon seit vielen Jahrzehnten
ohne entscheidenden Durchbruch gearbeitet. Erst in den vergangenen Jahren
gab es in den Forschungslaboren Fortschritte, wie bei der Fusionsauslösung
mithilfe von Lasern, die in Deutschland jetzt in der Breite forciert werden
sollen. War die Fusionsforschung bislang eine rein staatliche
Angelegenheit, so bringen nun junge Gründerfirmen aus der Wissenschaft neue
Dynamik in das Feld.
## Drei Hubs sollen Kompetenzen bündeln
Die drei Hubs bündeln ab sofort Forschung und Entwicklung in den Bereichen
Laserfusion, Magnetfusion und im Querschnittsthema Brennstoffkreislauf und
Materialentwicklung. Der Verbund zur Laserfusion hat 14 Partner und wird
von den Firmen Marvel Fusion und Focused Energy koordiniert. Er soll die in
Deutschland vorhandenen Kompetenzen zur Entwicklung und Fertigung von
„Targets“ zusammenführen. Das sind kleine Kügelchen oder Zylinder, die den
Fusionsbrennstoff aufnehmen. Diese Technologien sollen für die Entwicklung
anwendungsnaher [2][Fusionstechnologien] genutzt werden.
Der zweite Hub konzentriert sich auf die Magnetfusion, vor allem auf die
„Stellarator“-Technologie, in der deutsche Max-Planck-Forscher weltweit
führend sind. Der von Proxima Fusion, Gauss Fusion und dem
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik koordinierte Hub hat 9 Partner mit
Schwerpunkt in Süddeutschland.
Der dritte Verbund wird vom Karlsruher Institut für Technologie angeführt
und befasst sich mit den Querschnittsthemen Brennstoffkreisläufe und
Materialentwicklung. Dazu zählt auch die Gewinnung und Handhabung des
Fusionsbrennstoffs Tritium, ein Wasserstoffatom, das in der Natur kaum
verfügbar ist und im Fusionskraftwerk selbst „erbrütet“ werden muss.
31 Jul 2026
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(DIR) Manfred Ronzheimer
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