# taz.de -- Angriffe von Jemens Huthi-Miliz: Internationaler Schiffsverkehr geht zurück
> Immer weniger Öltanker durchqueren das Südende des Roten Meeres, wo
> Jemens Huthi-Miliz das Sagen hat. Iran und USA legen derweil eine
> Kriegspause ein.
(IMG) Bild: Rauch über der Aramco-Ölanlage Dschisan in Saudi-Arabien nach Beschuss aus Jemen, Samstag
rtr/afp Nach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische
Ölanlagen ist der [1][Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab], die
das Rote Meer mit dem Arabischen Meer verbindet, eingebrochen. Am Sonntag
durchquerten nur elf Handelsschiffe die Meerenge zwischen Jemen und
Dschibuti, der niedrigste Stand seit Monaten, wie aus am Montag
veröffentlichten Daten des Analysehauses Kpler hervorging. Auch der
Verkehr durch die Straße von Hormus blieb am Wochenende gering.
Der Schiffsverkehr im Roten Meer wird seit vergangener Woche von den Huthi
behindert, die in Jemens Hauptstadt Sanaa herrschen und mit Iran verbündet
sind. Sie wollen die Exporte Saudi-Arabiens über das Rote Meer blockieren,
die saudische Ausweichroute nach der Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs
in der Straße von Hormus. Ein Huthi-Militärsprecher hatte außerdem erklärt,
man habe am Samstag [2][Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco in den
Städten Dschisan und Janbu angegriffen].
Von den elf Schiffen, die am Sonntag Bab al-Mandab durchquerten, waren
sieben Öltanker. Darunter waren zwei sehr große Rohöltanker (VLCC) auf dem
Weg zum saudischen Hafen Janbu sowie ein Schiff mit Verbindungen nach
Russland. Vier Schiffe verließen das Rote Meer, darunter ein VLCC unter
der Flagge Hongkongs mit zwei Millionen Barrel saudischem und
emiratischem Rohöl für China.
Die Huthi haben nach eigenen Angaben auch eine mit Waffen bestückte
saudi-arabische Drohne abgeschossen. Die „Aufklärungsdrohne aus türkischer
Produktion“ sei auf „feindlicher Mission“ unterwegs gewesen, erklärte
Huthi-Sprecher Jahja Saree am Sonntag.
## Iran und USA greifen sich jetzt mal nicht an
Im Krieg mit Iran hat das US-Militär zwei Nächte in Folge keine Ziele mehr
in dem Land angegriffen. Das kam überraschend, nachdem US-Präsident Donald
Trump noch am Freitag neue, massivere Attacken erwogen hatte. Washington
spreche allerdings derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen „von Tag
zu Tag ernsthafter“ werde, hatte Trump erklärt. Ohne Abkommen werde es aber
ein „weitaus höheres Niveau“ der Angriffe geben.
Die New York Times hatte dagegen berichtet, dass es innerhalb der
US-Regierung große Sorgen über die schwindenden Bestände an Militärmaterial
gebe. Dies betreffe vor allem Ausrüstung der Golfstaaten zur Abwehr
iranischer Angriffe wie zum Beispiel Patriot-Abfangraketen. Auch [3][der
Sender CNN berichtete], dass die USA die Angriffe aus diesem Grund „auf Eis
gelegt“ hätten.
Daraufhin kündigte die iranische Armee am Sonntag an, ihre Attacken
ebenfalls einzustellen. „Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltung
beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsmaßnahmen gestoppt“, [4][erklärte
Armeesprecher Mohammed Akraminia]. Die USA befänden sich in einer
„schwierigen und instabilen“ Lage und suchten wahrscheinlich nach „einer
neuen Strategie“, fügte er hinzu. Am Sonntag erklärten die iranischen
Streitkräfte aber auch, sie hätten in der Straße von Hormus binnen 24
Stunden sechs Schiffe an der Durchfahrt gehindert, die eine „illegale und
unsichere Route“ genommen hätten.
Entscheidende Bedeutung für das Verhalten der US-Armee könnte ein Besuch
des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Dienstag in der
US-Hauptstadt Washington haben.
27 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Jemen-im-Krieg-zwischen-Iran-und-USA/!6198078
(DIR) [2] https://x.com/BrettErickson28/status/2080842830323523789
(DIR) [3] https://edition.cnn.com/2026/07/25/politics/us-iran-strikes-operation
(DIR) [4] https://x.com/AJENews/status/2081349673764126831
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